Die Waffenlobby in der Piratenpartei

Folgendes wurde behauptet in einer Mumble-Konferenz vom 06.07.2012, in der die Mitglieder der AG von interessierten Piraten und Kritikern gegrillt werden sollten/konnten/durften:

Die „Waffenlobby“ in der AG Waffenrecht der Piratenpartei geht nicht von ihren Standpunkten ab, deshalb kann man nicht mit ihnen diskutieren und das wäre ein eindeutiges Zeichen von Lobbyismus.

Das mit den festen Standpunkten stimmt durchaus und dafür gibt es sehr gute Gründe, die die Waffengegner entweder nicht begreifen oder gelten lassen wollen:

1. Wir geben schon seit Jahrzehnten ständig nach.

Wir geben Rechte ab, wir lassen uns faule Kompromisse reindrücken „um die Leute zu beruhigen“. Wir halten den Kopf unten, um möglichst keine Angriffsfläche zu bieten (nachträglich gesehen, war das sehr dumm). Man lässt sich Sachen ins Waffengesetz schreiben, die keinerlei Sicherheitsgewinn bringen und schlichtweg von fehlender Fachkenntis der Materie zeugen. Von gesundem Menschenverstand auf der Basis von Fakten ganz zu schweigen.

Damit ist jetzt Schluß! Die Grenze ist erreicht, wir haben uns lange genug von Medien und Politik rumschubsen und verleumden lassen. Zumindest ich habe dieses verlogene Getue gründlich satt.

2. Wir haben ein sehr gutes Fachwissen zum Thema.

Das wollen die Gegner aber nicht gelten lassen. Sie beharren auf ihren Vorurteilen, auf verdrehtem Halbwissen, auf Annahmen und ideologischen Forderungen. Nichts davon ist geeignet das Thema wirklich zu beurteilen. Aber in die komplexe Materie wollen sie sich auch nicht einarbeiten. Uns wird vorgeworfen, daß wir uns nicht bewegen wollen. Das ist auch schwierig, wenn man längst mit dem Rücken zur Wand steht. Aber einfach aufgeben; hinschmeißen damit ein paar hysterische Angsthasen ihre Ruhe haben? Nö!

3. Wir sind sachlich und rational

Das wird uns tatsächlich angekreidet. Die Gegner wollen ihre emotionale Befindlichkeit äußern (woran sie ja sowieso keiner hindert). Auf der Basis von vagen Emotionen/Ängsten wollen sie Änderungen, Kontrollen und Verbote. Zu jedem anderen Thema würde das mit höchster Empörung als „unpiratig“ abgeschmettert. Aber beim Thema Waffen ist das für etliche Piraten völlig Ok.

4. Wir argumentieren mit Zahlen, Daten und Fakten, mit Statistiken und Studien

Das muß für manche Leute ganz gräßlich sein, daß wir uns nicht einfach hinstellen und sagen: „Wir finden Waffen geil, wir wollen weiter mit unserem gefährlichen Spielzeug rumballern“. Aber auch so eine platte und nur in seltenen Fällen zutreffende Aussage würde uns negativ ausgelegt werden. Denn egal was wir sagen, die Waffengegner wollen unsere Argumente (und es sind gut begründete und belegte Argumente) nicht anerkennen. Sie wollen uns nicht zugestehen, daß wir unsere Hausaufgaben gemacht und sehr guten Gründe dafür haben, daß wir idiotischen Forderungen nicht noch weiter nachgeben wollen.

Wir dürfen also weder Spaß an unserem Hobby haben (das wird uns von einem Teil der Gegner abgesprochen, ja wir sprechen uns das teilweise sogar selbst ab) und unsere Belege, daß vom Waffenbesitz keine signifikante Gefahr ausgeht, lässt man auch nicht gelten, die werden von einem anderen Teil der Gegner einfach vom Tisch gewischt. Oder wie wir es schon von manchen Gegnern/Trollen wörtlich gehört haben: „Geht sterben, die Mittel dazu habt ihr ja“. Sehr sozial, sehr liberal und überaus tolerant. Danke für’s Gespräch. Und dann fragen sich unsere Gegener auch noch, warum wir gelegentlich mal so dünnhäutig und aggressiv reagieren … auch dafür gibt es gute Gründe.

5. Wir sind Lobby und deswegen böse

Den Gegnern scheint der Unterschied zwischen Lobby und Interessenvertretung nicht klar zu sein. Meist kommt es einem so vor, als würden mit „Lobbyisten“ die Leute bezeichnet, die man ideologisch ablehnt, während man in anderen Bereichen durchaus gerne mit Lobbyisten (Entschuldigung, gemeint sind natürlich Interessenvertretungen) zusammenarbeitet.

Sehen wir uns mal ein paar AGs in der Piratenpartei an:
In der AG Außenpolitik sitzen Soldaten mit drin, in der AG Gesundheit arbeiten Ärzte, Heilpraktiker, Pflegepersonal und Therapeuten mit, in den AGs Recht und Innenpolitik sitzen Juristen, die AG Umwelt hat Mitglieder die sich auch beruflich mit alternativen Energien beschäftigen usw. etc. pp.

Und diese Leute sollen kein Interesse an Veränderungen haben, die auch ihnen zum Vorteil gereichen? Das gibt’s nur in der AG Waffenrecht? Nur wir haben „Partikularinteressen“? GTFO! Blindfische! Etliche Mitarbeiter anderer AGs haben überhaupt kein Problem mit der AG Waffenrecht, weil sie selbst gelegentlich den Lobbyismusvorwurf hören. Viele Piraten erkennen eine Lobby nicht mal dann, wenn sie ihnen Punkte auf die Nase malt. So lange die Lobby sich im „ideologisch und moralisch positiv gewerteten Rahmen“ bewegt ist diese für die meisten Piraten völlig akzeptabel.

Die sogenannte „Waffenlobby“ hat grade mal ein paar tausend Mitglieder und das sind alles Bürger, die auf die eine oder andere Art vom Waffenrecht betroffen sind. Was die Piraten aber sehen und thematisieren ist die „Rüstungslobby“ der Konzerne, die mit den kleinen Interessenverbänden von Schützen, Jägern, Sammlern und mittelständischen Händlern nun wirklich nichts zu tun hat.

6. Das Thema ist weitläufig und sehr komplex

Die meisten Gegner sehen nur einzelne, kleine Teilbereiche. Die Komplexität und Tiefe des Themas wird einem nur bewusst, wenn man sich sehr gründlich damit beschäftigt und nicht nur an der Oberfläche kratzt. Deshalb picken sich die Anti-Waffen-Lobbyisten meist auch nur ein paar plakative Einzelbeispiele raus, auf deren Basis sie Einschränkungen und Verbote fordern. Aber auf der Basis von seltenen Einzelfällen kann man nun mal keine gerechten, sinnvollen und verhältnismäßigen Regelungen machen.

Das Übliche? Das Übliche …

Ansonsten verlief die Mumble-Sitzung wie in solchen Fällen üblich. Die meisten Waffengegner ziehen es lieber vor hinter dem Rücken der Waffenrechtler Demagogie zu betreiben und verbreiten weiter ihre Anschuldigungen und Vorurteile, statt sich ernsthaft und in voller Tiefe mit dem Thema auseinander zu setzen oder gar mal zuzugeben, daß sie es sind, die beim Großteil der Einzelthemen völlig falsch liegen.

Denn fast alle Vorwürfe und Forderungen der Waffengegner basieren auf Annahmen, Vorurteilen, ideologischer Verblendung und vagen/diffusen Ängsten. Wer das nicht ablegen kann oder will – statt dessen aber von uns fordert, daß wir nachgeben sollen, damit sich die Gegner besser fühlen, der sieht natürlich nur, daß wir uns weigern, uns zu bewegen.

Stand Your Ground!

Dazu stehe ich – nicht mit der Waffe in der Hand – sondern mit meinem Grundverständnis als Demokrat, als rationaler und faktenorientierter Mensch, der ein gerüttelt Maß an Sachwissen zum Thema hat. Sachwissen, das die Gegner nicht haben und sich auch nicht aneignen wollen.

Ich weigere mich, auch nur eine Fußbreit mehr nachzugeben. Bisher war so gut wie jeder „Kompromiss“, jede Gesetzesverschärfung, zum Nachteil der Waffenbesitzer und brachte letztendlich keinen konkreten Sicherheitsgewinn. Es war reine Kosmetik zur Beruhigung des Wahlviehs. Wer der Illusion der „gefühlten Sicherheit“ erliegt, der sollte so lange mit Zahlen, Daten und Fakten bombardiert werden, bis er endlich den Unterschied zwischen seiner rosaroten Phantasiewelt und der realen Welt begreift.

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3 Kommentare zu “Die Waffenlobby in der Piratenpartei”

  1. Sehr sachlich und richtig dargestellt. Die Gegner werden uns trotzdem nicht mögen. Aber Zeit wird es, auf die Barrikaden zu gehen. Es reicht mit den selbsternannten Weltverbesserern und und Polemik-Flatulierern. Das ist die gleiche Clique, die ohne zu Zögern JA sagt zur unendlichen Verschuldung aller Deutschen durch ESM etc. Hoffentlich bekommen SPD, Grüne, FDP und C-Parteien bei den nächsten Wahlen konsequent die Abstrafung durch die Wähler. Es ist Zeit, das die Politik uns aus der kriminellen Ecke holt. Vor allem die Grünen wollen uns da hineinstellen.

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