Liebe Medien, zieht endlich die Konsequenzen in Sachen Amoklauf!

Der „Deutsche Presserat“ hat vor Jahren eine Empfehlung zur Berichterstattung über „School-Shootings“ (vulgo Amokläufe, auch wenn dieser Begriff ständig falsch verwendet wird). herausgegeben.
http://www.presserat.info/fileadmin/download/PDF/Leitfaden_Amokberichterstattung.pdf

Darin werden die Medien zur Zurückhaltung aufgerufen. Hier findet sich ein PDF in dem die Berichterstattung der deutschen Online-Medien aufgeführt ist. Besonders auffällig ist, daß sich SPON (Spiegel Online) am allerwenigsten an diese Empfehlung hält.

http://www.bildblog.de/45174/newtown-im-deutschen-onlinejournalismus/

Damit befindet sich der Spiegel in seiner Onlineausgabe noch weit unter den Niederungen in der die BILD residiert. Reiner Sensationsjournalismus.

In Deutschland ist es seit vielen Jahren Usus, daß über Suizide nicht berichtet wird, weil der Werther-Effekt Folgehandlungen in großem Ausmaß auslösten kann. Daß das nicht nur der Fall sein kann, sondern auch ist, belegen Studien und Statistiken.

Auch ein „Amoklauf“ ist ein Suizid – ein sogenannter „erweiterter Suizid“. Erfahrungsgemäß erfolgen auf ausufernde Berichterstattung über solche Massenmorde immer Folgetaten. Das ist seit Jahren bekannt und erforscht. Empfehlungen gab es viele, doch die Medien haben sich nicht daran gehalten. Auch diese Empfehlung des Presserates, die seit 2010 veröffentlicht ist, wird vom Spiegel großzügig ignoriert.

Deshalb darf man den Medien allgemein, und dem Spiegel im besonderen, auch die Förderung und Unterstützung solcher Taten zuschreiben. Würden die Medien solchen Killern kein Forum bieten, dann würde sehr viel weniger passieren. Da sich die Täter aber ihres (meist postmortalen) Ruhmes sicher sein können, führen sie ihre lange geplanten Taten erst recht durch.

Die Medien interessiert das nicht. Sensationsgier, Blut, Drama, Emotionen, Vorurteile, Angst und Hass – das erwartet man von der BILD, aber nicht vom Spiegel (auch wen SPON nicht mal ansatzweise die inzwischen stark gesunkene Qualität des Printproduktes erreicht).

Tatsache ist: Die Medien machen sich immer mit schuldig wenn solche Taten geschehen. Das hat man auch bei der Berichterstattung über deutsche „School-Shootings“ gesehen und gelesen. Dreist, rücksichtslos und mit einem plakativ aufgesetzten „Mitgefühl“ für die Opfer steuern die Medien ihren Teil zu diesen Wahnsinnstaten bei.

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