Gewaltmonopol und Selbstkontrolle

Waffenbesitzer sind die rechtstreueren Menschen. Das ist durch Studien belegt. Warum das so ist, erklärt Katja Triebel …

Katja Triebel

Sofern sich in einer Gesellschaft der Individuen alle den im Lauf von Generationen entstandenen gemeinsamen Regeln allein durch individuellen Selbstzwang unterordnen, wäre zentraler Fremdzwang überflüssig. Solange diese Gesellschaftverfassung nicht realisiert ist, bedarf der indivuelle Selbstzwang einer Verstärkung durch Fremdzwänge mittels besonderer Organisationen, die speziell zur Androhung oder zum Gebrauch physischer Gewalt autorisiert sind.
(Nobert Elias, 1987, Engagement und Distanzierung, S.  125f)

Was in einer kleinen Gemeinschaft funktioniert (Einhaltung von Regeln führt zu Respekt, Regelverstöße zu Sanktionen), benötigt in großen Gemeinschaften Institutionen mit hoher Durchsetzungskraft. Aus diesem Grund entstanden in Westeuropa das staatliche Gewalt- und Steuermonopol, letzteres zur Finanzierung der staatlichen Waffenträger. In homogenen Wertegemeinschaften mit Gewaltmonopol wird auf Selbstjustiz verzichtet, wenn der Staat das in ihn gesetzte Vertrauen erfüllt.

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