Was tun gegen Schulattentate?

dagarser

Vergangene Woche habe ich hier von einer unglaublich dummen neuen „Erfindung“ berichtet, eine Art „schußsichere Überwurfdecke“ soll Schulkinder im Falle eines bewaffneten Attentats vor den Kugeln eines wahnsinnigen Angreifers schützen (s. „Seltsame Blüten„). Menschenverachtender Blödsinn, das hilft maximal den Geldbörsen der Hersteller. Gegen einen bewaffneten Angreifer gibt es nur eine wirksame Hilfe: Bewaffnete Gegenwehr!

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4 thoughts on “Was tun gegen Schulattentate?”

  1. In den USA gibt es auch kugelsichere Schultornister. Die können sich die Kinder bei Bedarf – also unter Beschuss – zum Schutz vor den Leib halten. Was sagst Du dazu?

    1. Was nützt eine kugelsichere Weste/Tasche/Decke, wenn die potenziellen Opfer trotzdem in der Ecke unter den Tischen hocken und für einen entschlossenen Täter immer noch ein leichtes Ziel abgeben? Solche „Schutzmittel“ bedecken nicht den ganzen Körper, können leicht weggerissen werden und sind somit kein wirklich effizienter Schutz. Sie bremsen den Täter vielleicht ein bisschen, aber er wird immer noch viel zuviel Zeit für sein mörderisches Werk haben, bis effektiv bewaffnete Hilfe eintrifft.

      Die Schultaschen wurden übrigens in Israel gegen Attentate entwickelt. Seit die israelischen Lehrer allerdings nach einem Terrorangriff auf eine Schule bewaffnet wurden und zurückschießen, gab es an Israels Schulen keine solchen Taten mehr. Für durchgeknallte Irre gibt es nichts besseres als eine „waffenfreie Zone“. Der Täter kann davon ausgehen, daß es über einen signifikanten Zeitraum keine effektive Gegenwehr geben wird. In den USA gibt es Universitäten und Colleges, in denen Lehrpersonal und volljährigen Schülern/Studenten das tragen von Waffen erlaubt ist. An solchen Einrichtungen gibt es keine „killing sprees“, da schon ein Versuch innerhalb kürzester Zeit unterbunden würde. (Dazu gibt es sogar einige Fallstudien).

      Viel besser wäre es allerdings, wenn es gar nicht so weit kommen müsste, daß Kinder mit Schutzausrüstung zur Schule gehen müssen, oder, daß man Schüler und Lehrpersonal bewaffnet, oder bewaffnete Sicherheitskräfte einstellen muß.

      Es stellt sich nämlich die Frage, was hat sich in unserer Gesellschaft so verändert, daß es „School-Shootings“ überhaupt gibt? Das ist ein relativ neues Phänomen. Die seltenen Amokläufe gab es schon immer und wird es immer geben. Aber „School-Shootings“ sind keine Amokläufe sondern lange geplante Taten. Von Spontanität keine Spur.

      Einige Verdachtsmomente habe ich hier geäußert:
      https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2013/03/03/konnen-psychopharmaka-ein-grund-fur-amoklaufe-sein/
      https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2013/03/04/nochmal-psychopharmaka-ssri/

      Es gibt auch nur zwei Länder auf der Erde, auf denen die (insgesamt immer noch sehr seltenen) School-Shootings gehäuft vorkommen. Die USA und Deutschland. Im Rest der Welt ist und bleibt das eine noch viel seltenere Ausnahme. Noch hat die „Amok“-Forschung darauf keine Antwort gefunden. Zumindest habe ich in kaum einer der vielen Publikationen zu diesem Thema überhaupt eine plausible Theorie gelesen, die man nicht sofort falsifizieren konnte. Hier eine Zusammenfassung zum Thema:
      http://wiki.piratenpartei.de/AG_Waffenrecht/Amokläufe

      Fazit: Es gibt kein einheitliches Täterprofil (trotz einiger Gemeinsamkeiten). Die Wahrscheinlichkeit, daß es ein gesellschaftliches Problem ist, das einzelne Menschen zu solchen Taten bringt, ist sehr hoch.

      Gegen einen „School-Shooter“ empfehle ich übrigens den Einsatz von Feuerlöschern (so lange nichts wirklich effizientes zur Hand ist). Pulver und Schaum hemmen Sicht und Atmung, so daß man die Gelegenheit hat, den Täter zu überwältigen und entwaffnen. Dazu braucht es aber viel Mut und ein gewisses Gewaltpotenzial. Beides ist im größten Teil unserer Gesellschaft leider kaum vorhanden.

        1. Das habe nicht ich zu beurteilen, sondern die US-Bürger. Die müssen damit leben und offensichtlich geht das. Auch in den USA sind School-Shootings nicht gerade häufig. Die Berichterstattung ist umgekehrt proportional zur Häufigkeit solcher Fälle und ähnlich emotional und unsachlich wie bei uns. Von den rund 30.000 Schußwaffentoten in den USA (Population ca. 300 Millionen Menschen) gehen ca. 20.000 auf Suizide zurück. Da bei Suiziden das Tatmittel aber zweitrangig ist und nicht „tatentscheidend“, fließt das nur bei unseren sehr oberflächlich und einseitig berichtenden Medien in die Rechnung ein. Von den restlichen ca. 10.000 Toten geht der allergrößte Teil auf’s Konto von Verbrechen und Gang-Wars. Da sind im Allgemeinen keine legalen Waffen beteiligt. Auch in den USA ist Verbrechern der Waffenbesitz strikt verboten.

          Auch dazu habe ich schon mal was mit den FBI-Statistiken gebloggt:
          https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2014/02/05/waffenmisbrauch-in-den-usa/

          Selbst wenn die Waffengesetze in den USA extrem verschärft würden, was würde das ändern? Es gibt schon mehr als 300 Millionen Waffen in Privathaushalten und da sind die illegalen Waffen der Verbrecher noch gar nicht mitgezählt. Niemand würde freiwillig seine Waffen abgeben, da die US-Bürger ihrer Regierung (zu Recht) mißtrauen. Wer glaubt, daß die Zentralregierung in Washington Waffenverbote oder auch nur gravierende Restriktionen durchsetzen könnte, der kennt den Aufbau der USA und die Unabhängigkeit der einzelnen Bundesstaaten und den Freiheitsdrang der Leute nicht. Washington hat innerhalb Amerikas weniger zu sagen, als das EU-Parlament in Bezug auf Europa. Evtl. trägt diese Artikelserie zu einem besseren Verständnis bei: http://usaerklaert.wordpress.com/die-funf-wichtigsten-und-hoffentlich-besten-eintrage/

          In Colorado z.B. haben vor einiger Zeit 2 demokratische Senatoren striktere Waffengesetze durchgesetzt. Colorado wählt mehrheitlich demokratisch und die demokratische Partei ist eher gegen Waffen eingestellt. Die beiden Senatoren wurden von ihren ebenfalls demokratisch wählenden Wählern abgewählt und aus dem Amt gejagt. Die strikten Waffengesetze wurden aufgehoben. Denn was das Waffenrecht angeht, da sind sich sowohl Wähler der Demokraten als auch der Republikaner einig. Das Recht, Waffen zu besitzen, darf nicht angetastet werden. Es ist elementarer Bestandteil des amerikanischen Freiheitsverständnisses, der Verfassung und einer Kultur, die Freiheit über (Schein)-Sicherheit stellt.

          Aus einer Studie:

          A majority of Independent voters (86 percent), Democrats (80 percent), young voters age 18-29 (83 percent), Hispanic voters (80 percent), and those who voted for President Obama (80 percent) support the right to carry a firearm.

          Die Anti-Waffen-Lobby, die größtenteils von den Demokraten finanziert und gesteuert wird, hatte schon Horrorszenarien an die Wand gemalt, daß die Bürger sich Schießereien wegen Parkplätzen liefern würden. Das ist natürlich nicht passiert. Genau so wenig wie die Kriminalität explodiert ist, als Colorado aufgrund eines Bürgerentscheides Cannabis als Partydroge freigegeben hat – eine Befürchtung, die von den Anti-Drogen-Lobbys der Republikaner befeuert wurde. Prohibition geht immer nach hinten los. Egal ob bei Waffen, Drogen oder Alkohol. Wenn der Bürger ein Gesetz als idiotisch empfindet, dann ignoriert er es. Das gilt weltweit und lässt sich bestens belegen.

          Tatsache ist, daß der 2. Verfassungszusatz in den USA den Waffenbesitz für Bürger garantiert. Das lässt sich in einer groben Analogie mit der heiligen Kuh der Deutschen vergleichen: „Freie Fahrt für freie Bürger“. Obwohl die Verkehrsopferzahlen bei uns nicht grade niedrig sind sind, wehren sich Autofahrer und deren Lobbyisten gegen eine einheitliche Höchstgeschwindigkeitsbegrenzung wie sie in Resteuropa üblich ist. Auch wir können offensichtlich mit den Opfern gut leben und finden Dutzende von Ausreden, warum wir nicht auf ps-starke Autos und hohe Geschwindigkeiten verzichten können/wollen.

          Sowohl in Amerika, als auch im Rest der zivilisierten Welt ist Waffenbesitz ein Lackmustest für Freiheit. Je unfreier die Bürger (bzw. die Staatsform), desto strikter die Waffengesetze. In totalitären Staaten ist den Bürgern kein Waffenbesitz gestattet. Je mehr Angst die Regierung vor ihren Bürgern hat, desto mehr zieht sie die Schraube an. Der Bürger merkt das und umgeht oder ignoriert das Waffengesetz. Deshalb haben wir in Deutschland ca. 5,5 Millionen legale, aber mindestens 20 Millionen illegale Waffen – wobei es auch 30 oder sogar 40 Millionen sein können: https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2014/04/29/deutschlands-illegale-waffen/

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