Schießen ist eine archaische Sportart …

… also altertümlich und primitiv. Deshalb braucht „man“ so etwas nicht!

Tatsächlich?

Sehen wir uns mal andere „archaische“ Sportarten an, die sich heute noch großer Beliebtheit erfreuen:

– Boxen
– Ringen
– Laufen
– Weitspringen
– Hochspringen
– Fechten
– Bogenschießen
– Armbrustschießen
– Speerwerfen
– Diskuswerfen
– Hammerwerfen
– Kugelstoßen
– Reiten
– Wagenrennen
– Skifahren

Sportschießen mit Feuerwaffen gibt es seit über 600 Jahren. Die oben aufgeführten Sportarten sind noch viel älter und archaischer, als Sportschießen. Antike Sportarten, die heute noch betrieben werden. Größtenteils Sportarten, die sich aus den Kriegskünsten entwickelt haben.

Sportschießen mit einem negativ konnotierten „archaisch“ zu bezeichnen ist also wieder mal ein Pseudo-„Argument“ das eine beliebte Sportart stigmatisieren und diskreditieren soll. Wie üblich kein echtes Argument, sondern ein billiger rhetorischer Trick.

Advertisements

9 Kommentare zu “Schießen ist eine archaische Sportart …”

  1. Ich denke der „Denkfehler“, der Deinen Schlussfolgerungen zu Grunde liegt beginnt bei dem Wort „Kriegskünste“. Krieg führen ist keine Kunst. Krieg führen können ist keine Kunst. Krieg vermeiden ist eine Kunst. Womit zumindest Sportarten, die sich damit beschäftigen andere Menschen – oder Tiere zu verletzen/töten respektive Dinge zu zerstören, eine vergleichsweise eingeschränkte moralische Existenz-Berechtigung haben. JMHO.

    1. Daß Krieg führen keine Kunst sein soll, kann man diskutieren. Die Fähigkeiten die man für einen erfolgreichen Kampf haben muß, sind dagegen durchaus kein reines Handwerk. Daß Krieg vermeiden eine Kunst ist, da stimme ich vorbehaltlos zu. Denn „die Leute“ wollen keinen Krieg. Sie werden dazu getrieben, oder lassen sich durch Ideologen dazu treiben. Daß Krieg widerlich, schmutzig und gemein ist, da stimmen wir sicher überein. Daß er in den meisten Fällen unnötig ist, sicher auch.

      Mit der „Moral“ und „moralischen Ansprüchen“, die sich aus Religionen und Ideologien ableiten, habe ich so meine Probleme. Denn die Moral ist ein höchst wechselhaftes und trügerisches Ding – wie man in den Konflikten im Nahen Osten, Kaukasus und Afrika sehen kann. Auch das, was uns heutzutage als Pazifismus verkauft werden soll, ist eine Ideologie, die in meinen Augen eher schädlich ist, da sie die menschliche Natur völlig ignoriert und es gewalttätigen Menschen leicht macht, ihre Ziele umzusetzen. George Orwell hat da profunde Worte dazu gefunden.
      http://www.orwell.ru/library/articles/pacifism/english/e_patw

      Der einzige legitime Grund, in dem die Anwendung von Gewalt gerechtfertigt ist, ist die Selbstverteidigung und die Nothilfe. Nur – was tue ich, wenn mir die Gewalt von außen aufgezwungen wird? Ducken und unterdrücken lassen? Oder – wie es Gandhi empfiehlt – sich in der höchsten Form des Protestes angesichts von Gewalt und Unterdrückung selbst zu verbrennen? Nicht mal Gandhi war derart naiv zu glauben, daß seine Philosophie ein Allheilmittel für jeden wäre: https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2013/01/28/ghandi-sollte-man-lesen/

      Das Leben ist ein permanenter Kampf um’s Überleben. Davon merken wir Wohlstandsbürger aber nicht viel. Wir haben die Ausübung von Gewalt delegiert und abstrahiert. Persönlich haben wir nichts damit zu tun – damit haben wir Andere beauftragt (Polizei, Militär, Gerichte, Gefängnisse, usw.). Ich bin nicht so naiv zu glauben, daß wir jemals eine konfliktfreie – oder gar nur kriegsfreie – Welt haben werden. „Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, wird für die pflügen, die dies nicht getan haben“.

      BTT: Schußwaffen werden weltweit sehr viel häufiger zum Sportschießen eingesetzt, als zum töten. Der Gedanke hinter dem Sport ist, einen friedlichen Wettkampf zu absolvieren. Zum Kräftemessen oder einfach aus Spaß an der Freude. Da kommt kein Gedanke an Krieg, Zerstörung oder Tod auf. Die sportliche Komponenten überdeckt die Herkunft völlig. Ich frage mich, warum Außenstehende diese Assoziationen hegen?

      Ob sich der Sport jetzt aus Krieg oder Jagd entwickelt hat, ist letztendlich völlig nebensächlich. Denn schließlich mündet das ja nicht in kriegerischer, bewaffneter Auseinandersetzung.

      Hat uns als Kinder das „Cowboy & Indianer“ oder Soldat spielen zu Militaristen oder gewalttätigen Menschen gemacht? Nein. Wir können zwischen Sport & Spiel und echter Gewalt und Krieg sauber differenzieren. Ein Sportschütze wird nicht zum Militaristen, nur weil er Waffen benutzt und ein Marathon-Läufer verschwendet keinen Gedanken daran, daß seine Jäger-Vorfahren so ihre Beute zu Tode gehetzt haben. Auch asiatischer Kampfsport ist ein Sport, der kaum für die Straße taugt – auch wenn das für unberufene Augen von außen so aussehen mag.

      Das Mindset dahinter ist ein völlig anderes und es wäre viel gewonnen, wenn das andere Menschen kapieren und anerkennen würden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s