Margot Käßmann: „Beten mit den Taliban“

Frau Käßmann hat dem Spiegel in der Ausgabe 33/2014 ein Interview gegeben und offenbart dabei einen naiven Totalpazifismus, wie er in unserer Gesellschaft häufig anzutreffen ist.

Sie wagt es sogar Mahatma Gandhis Lehre der Gewaltfreiheit als Vorbild für ihren Pazifismus anzuführen. Und wieder haben wir einen Beleg dafür, daß die Leute, die sich „Pazifisten“ nennen, Gandhi weder gelesen noch verstanden haben.

Es ist eine gute Sache für Frieden und Gewaltfreiheit einzutreten. Aber angesichts der Gewalt, die von religiösen Fanatikern ausgeübt wird, gibt es keine friedliche Lösung. Mit Fanatikern kann man nicht diskutieren, man kann sie nur bekämpfen oder sich in deren Vorstellungen von einem „gottgefälligen“ Leben pressen lassen. Wenn Margot Käßmann glaubt, daß es einen anderen Weg gibt, dann offenbart sie sich als weltfremd und ideologische verblendet.

Frau Käßmann ist die Vertreterin einer weitverbreiteten Form des Pazifismus, der sich am einfachsten so umschreiben lässt: „Keine Gewalt – unter keinen Umständen. Auch nicht zur Selbstverteidigung oder zum Schutz Schwächerer“. Also genau das, was Gandhi eben nicht gefordert hat. Den entsprechenden Beweis habe ich hier geführt: „Gandhi sollte man lesen

Wie wäre es, Frau Käßmann, wenn Sie sich persönlich ins Grenzgebiet zwischen Syrien und Iran begeben und versuchen „mit den Taliban“ zu beten? Beten mit radikalen Steinzeit-Muslimen, die Christen unterdrücken, zwangsmissionieren oder hohe Steuern auferlegen? Gewalttätige Sunnitische Muslime, für die schiitische Muslime einfach Kuffar (Ungläubige) sind, und einfach getötet werden dürfen, genau so wie Aleviten, Ismaeliten, Sufis und andere schiitische Gruppierungen.

Wer die noch halbwegs schonende Reportage von Vice gesehen hat (die Bilder sind trotz allem sehr verstörend und brutal), wird bestimmt nicht auf die Idee verfallen, daß man mit „den Taliban beten“ oder mit religiösen Terroristen überhaupt vernünftig reden könne.
http://www.vice.com/de/vice-news/der-vormarsch-des-kalifats-islamischer-staat-komplett-521

Wer religiös ist, der soll seinen Glauben in Ruhe und Frieden im Privaten ausleben können. Aber Mord, gewalttätige Missionierung und Unterdrückung – so wie es der IS (Islamischer Staat) und seine salafistischen Anhänger betreiben (finanziert von Saudi Arabien, Katar und anderen islamischen Staaten, die wiederum vom Westen gehätschelt werden), kann nicht geduldet werden. Übrigens: Ohne die Aufklärung, würde es bei uns heutzutage möglicherweise genau so aussehen, wie in islamischen Staaten in denen die Scharia mit ihren uneinheitlichen und teils vorsintflutlichen Regelungen gilt. Nur eben die christliche Variante, die keineswegs friedlicher war, auch wenn sie ständig vom Frieden schwafelt. Wie auch das Christentum bezeichnet sich der Islam als eine Religion des Friedens – beides stimmt nur bedingt. In vielen Teilen der Welt mag das so sein, aber radikale Fanatiker finden sich in jeder Religion.

Die Salafisten und andere Steinzeit-Religiöse sind auch in Deutschland aktiv und nutzen die freiheitlich-demokratischen Regeln für ihre menschenverachtende Ideologie. Sie müssen, ebenso wie andere totalitäre Bewegungen (links/rechts/religiös,) in die Schranken gewiesen werden. Andererseits droht sonst grenzenlose Unterdrückung für diejenigen, die vorher grenzenlose Toleranz gepredigt haben.

Man kann jemandem, der Intoleranz predigt keine Toleranz entgegenbringen.

6 thoughts on “Margot Käßmann: „Beten mit den Taliban“”

  1. Margot Käßmann sollte mal diesen Artikel hier lesen: Victoria Fontan ist Professorin für „Peace and Conflict Resolution Studies“ an der Universität Duhok (in der kurdischen Region des Irak)

    Sie hat einen sehr schönen und zynischen Artikel über die Luftwaffenoffensive der USA geschrieben. Viele Menschen warten auf die Intervention durch den Westen. Doch die kommt nur, wenn westliche Menschen bedroht werden….

    http://www.aljazeera.com/indepth/opinion/2014/08/us-genocide-who-gets-bombed-who-201481081034764368.html

  2. Mir waren seit jeher Menschen, die sich den geistigen Wissenschaften zugewannt haben, suspekt. Das liegt nicht da rann das ich Atheist bin und Zeitsoldat war, sondern das dieser Menschenschlag in ihrer Ideologie dermaßen verblendet sind, dass sie selbst der brutalsten Realität nicht ins Auge sehen (können… wollen? )
    Und sein wir doch mal ehrlich, ob Bibel oder Koran. Je nachdem man sich die Texte auslegt, so leben diese Menschen. Unter uns gesagt, wir haben seit 2000 Jahren Krieg deswegen. Kreuzritter gestern, Djihadisten heute. Problemlösung ? Möglich, nur müssten da denkende Menschen am Ruder sein, nicht Egoisten, Weltverbesserer, Gutmenschen, und ganz besonders keine Geldhaie, Heuschrecken und Raiting Agenturen.
    Aber das wird wohl ein Traum bleiben, es sei denn……..das weiterdenken überlasse ich nun mal den vernunftbegabten Homo sapiens, es soll ja noch welche geben….

    1. Mord, Totschlag und Krieg gab es auch unter Heiden. Die waren aber sehr viel ehrlicher, wenn es um die Beweggründe ging. Da wurden keine „religiösen“ Gründe vorgeschoben. Es ging einfach um Macht und Geld, Einfluß und Rohstoffe, Kontrolle von Handelswegen, Tribut von unterlegenen Völkern und Königreichen – und wie heute auch, um die Verteidigung gegen Aggressoren.

      Daß man religiöse Gründe vorschiebt, haben wir erst seit den abrahamitischen Religionen mit ihrem Anspruch, den einzig wahren Gott und den einzig wahren Glauben zu besitzen.

      Die Idee mit den „denkenden Menschen“ ist sehr idealistisch. Denn an die Macht kommen vor allem Machtmenschen. Ein intelligenter, sozialer und friedliebender Mensch strebt nicht freiwillig nach Macht und Einfluß. Das liegt ihm nicht. Es gibt Ausnahmen, von denen die meisten aber durch das politische Tagesgeschäft und den Abstand vom Volk korrumpiert werden.

  3. Frau Käßmann könnte mit den Terroristen nach dem Gebet noch ein Gläschen Wein trinken.
    Wer alkoholisiert über rote Ampeln donnert, sollte seine Weisheiten für sich behalten.

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