Waffenschein

Jeder, der sich mit dem Thema Waffen ernsthaft beschäftigt, kennt den Unterschied zwischen Waffenschein und Waffenbesitzkarte.

Die WBK berechtigt zum Besitz und zum Transport einer Waffe, der Waffenschein wird zusätzlich benötigt um eine geladene Waffe führen zu dürfen.

Nun wird – auch in Fachkreisen – gerne darüber spekuliert, wieviele Waffenscheine es überhaupt in Deutschland gibt. Da hat eine kleine Anfrage von „Die Linke“ vom März 2014 etwas Licht ins Dunkel gebracht.

Mit Stand 31. Dezember 2013 waren im NWR insgesamt 18.587 aktive Waffenscheine gemäß § 10 Absatz 4 Satz 2 und 3 WaffG sowie 249.923 kleine Waffenscheine gemäß § 10 Absatz 4 Satz 4 WaffG gespeichert. Hinsichtlich der Aufschlüsselung nach Bundesländern siehe Antwort zu Frage 16.

Das bedeutet jetzt aber nicht, daß es 18.567 Einzelpersonen mit Waffenschein gibt. Etliche davon sind Firmenwaffenscheine für Sicherheits- und Werttransport-Unternehmen. Es ist bekannt, daß Taxifahrer und Juweliere eher einen Waffenschein bekommen als ein Normalbürger, auch wenn das heute sehr viel schwieriger geworden ist, als z.B. in den ’80er Jahren.

Erhöht sich das gesellschaftliche Risiko durch die Vergabe von Waffenscheinen?

Erfahrungsgemäß nicht. Wer eine WBK hat, verhält sich erwiesenermaßen schon verantwortungsbewusster als der durchschnittliche Bürger. Die Vergabe von Waffenscheinen würde daran nichts ändern.

Erhöht die Verweigerung von Waffenscheinen die Sicherheit?

Definitiv – aber leider nur die Sicherheit von Verbrechern, die so ungestörter ihrer Profession nachgehen können. Es gibt zahlreiche Fälle in denen besonders gefährdeten Personen ein Waffenschein verweigert wurde, obwohl die Voraussetzungen dafür gegeben waren. Dazu zwei Zitate aus meiner Sammlung:

„Die Gesetze, die das Tragen einer Waffe verbieten, entwaffnen bloß denjenigen, der ohnehin nicht vorhat, eine Straftat zu begehen. Sie helfen den Angreifern und fügen deren Opfern Schaden zu, sie begünstigen einen Mord und verhindern ihn nicht.“ (Cesare Beccaria, Vater des modernen Strafrechts)

„Die Waffengesetzgebung einer Gesellschaft ist ein zuverlässiger Maßstab für die Beurteilung der geistigen und moralischen Gesundheit einer Staatsführung und Administratoren und der liberalen Potenz einer Gesellschaft. Strenge Waffengesetzgebung entwaffnet den Bürger und bewaffnet die Unterwelt. Sie zeigt in der Regel nur das Unsicherheitsgefühl obrigkeitsstaatlicher Verwaltungsbeamter und deren unberechtigter Angst vor der eigenen Bevölkerung der stets Misstrauen entgegengebracht wird.“ (Colin Greenwood, britischer Police Superintendent)

Damit ist eigentlich alles gesagt.

3 thoughts on “Waffenschein”

  1. Danke für den Beitrag und besonders für die Zitate. Die habe ich mir jetzt abgespeichert und werde die bei Anti-Waffen Diskussionen „gnadenlos“ verwenden. Steter Tropfen höhlt den Stein😉

  2. In der Tat gibt es viele Länder die das betont erlaubte Führen einer Waffe gestatten. Der Weg zur begehrten Erlaubnis kann sehr lange und mitunter auch recht teuer sein. Hinzu kann es sein das Waffenschein nicht gleich die totale Erlaubnis bedeutet gleich alles was Waffe ist führen zu dürfen. Betrachten wir es pauschal real dann wird man es eher so sagen können das kaum wer wo auch immer auf der Welt auch wirklich alles an Waffen führen darf. Vieles ist schlicht verboten.

    Offenbar hat dieses totale Verbot absolut nichts bewirkt. Selbst wenn du heute alle Waffen der Welt verschrottest so wird sich garantiert wer finden der sich eine Waffe bauen wird und sicher wird es immer stupide Leute geben die die dümmsten Sachen mit (oder auch ohne) einer Waffe tun.

    Wir haben Waffen erfunden; sie dienten uns im Anfang zur Jagd und zum Schutz. Daran ist wahrlich kein Übel zu sehen. Das es den Menschen immer schwerer gemacht wird eine Waffe führen bzw. haben zu dürfen könnte schlicht weg in der Angst einiger „Mächtigen“ liegen ihre Macht verlieren zu können weil wer mit (oder ohne) Waffe dem Treiben ein Ende machen will. Interessant ist das diese „Mächtigen“ sich selbst jedes Recht auf Waffe zugestehen, sich selbst somit meist bis an die Zähne bewaffnen, sich damit durchaus in eine gute Position bringen. Klar liegt da ein gewisser Vorteil aber ich denke es einmal so ausdrücken zu können das man die Völker auch alles verbieten kann, das man sie sogar völlig nackt umher laufen lassen kann und das man im Falle eines Aufstandes mit einer Waffe sicher viele aufgebrachte Menschen töten kann … aber niemals alle.

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