Zivilcourage vs. Medien vs. Politik

In Berlin wurde eine junge Frau von einem gewalttätigen 18-jährigen niedergeschlagen, schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf und verstarb später an dem erlittenen Schädel-Hirn-Trauma. Die Studentin war dazwischen gegangen als der 18-jährige 2 junge Frauen belästigte. (Bericht aus der Welt zu diesem Fall: Welt)

Ein Fall wie er häufiger passiert. Jemand belästigt oder bedroht andere Menschen oder greift sie sogar an. Jemand anderes zeigt Zivilcourage, geht dazwischen und erleidet Schaden. Letzteres ist in unserer Kultur des „Wegsehens“ seltener.

Es gibt sehr viele Leute, die wegsehen und weitergehen und es gibt die Leute, die hinsehen und sich einmischen. Letztere begeben sich nun mal in Gefahr – sogar in potenzielle Lebensgefahr, da man ein Risiko oft nicht richtig einschätzen kann. Das ist eine Binsenweisheit.

Sicher, es gibt Methoden zur friedlichen De-Eskalation – nur funktionieren die leider nicht in allen Situationen. Tatsache ist, daß aggressive Menschen, die ernsthaft auf Gewalt aus sind, mit friedlichen De-Eskalations-Strategien nicht gestoppt werden können. Im Gegenteil, es kann sie sogar noch aggressiver machen. Es braucht außerdem eine entwickelte Risikokompetenz. Die ist in unserer Gesellschaft allerdings extrem schlecht entwickelt und nützt einem in solchen Fällen sowieso relativ wenig, weil man meist nicht genügend Zeit hat über die Konsequenzen nachzudenken.

Für die Medien sind oft nur die Opfer interessant. Je größer sie die Meldung aufmachen können, desto besser. Mit Emotionen erreicht man mehr Konsumenten und erwirtschaftet deshalb mehr Geld. Erfolgreiche Aktionen der Zivilcourage finden viel seltener ihren Weg in die Öffentlichkeit. Wer sich selbst erfolgreich wehrt, kann kein Held sein. Wer anderen zu Hilfe eilt und dann – weil es in dem Fall eben nicht anders geht – Gewalt anwenden muß, ist ebenfalls kein Held (oder zumindest ein zweifelhafter Held). Nur wer anderen zu helfen versucht und dabei ordentlich auf die Fresse kriegt, ist eine Zeitungsmeldung wert. Erfolgreiche De-Eskalation? Davon wird so gut wie nie berichtet. Anerkennung für erfolgreiche Selbstverteidigung oder Nothilfe sind auch eher rar und auf Fälle mit Frauen und Rentnern beschränkt. Mord und Totschlag auf den Straßen, in Fällen in denen sich das Opfer nicht gewehrt hat oder nicht wehren konnte, kommen dagegen groß raus. Das ergibt ein sehr zwiegespaltenes Bild.

Allerdings glaube ich nicht, daß sich an den Zuständen etwas ändern wird. Denn das Credo – “Wer Gewalt ausübt um sich gegen Gewalt zu wehren ist selbst gewalttätig und deshalb zu verurteilen” – scheint ein ungeschriebenes Gesetz zu sein. Dabei wird geflissentlich übersehen, daß oft auch Leute unter die Räder kommen, die einen Konflikt friedlich lösen wollen. Wir haben mMn eine “Opferindustrie/Opfergesellschaft”. Eine Gesellschaft in der eine Beschimpfung durch Jugendliche nicht selten mit dem Spruch: “Du Opfa!” ausgedrückt wird. Opfer sind gut .. für’s Geschäft, für die emotionale Meinungsmache, für die Seele (gut, daß es jemand anderen erwischt hat, auch wenn derjenige sich von meinem Mitleid nichts kaufen kann und ziemlich lange mit der psychischen Belastung oder körperlichen Schäden zu kämpfen haben wird) und vor allem gut für die Gewalttäter, die wissen, daß sie in den seltensten Fällen wirklich ernsthaft, schnell und streng belangt werden.

Eine Person von ca. 550 wird jährlich das Opfer einer schweren oder gefährlichen Körperverletzung. Rund 2600 Menschen werden jährlich ermordet oder totgeschlagen (Statistiken ohne die Dunkelziffer). Bei 82 Millionen Bürgern ist das eine ganze Menge Gewalt, aber glücklicherweise mit erstaunlich wenigen Toten.

Die Behörden behaupten zwar, daß die Gewalt Jahr für Jahr zurückgehe – was statistisch gesehen sogar zu stimmen scheint – aber daß die Taten dafür exzessiver werden und, was man eigentlich aus politisch korrekten Gründen nicht sagen darf – mehrheitlich aus den Reihen sozial benachteiligter Gruppen und schlecht integrierter Migranten bzw. Deutschen mit Migrationshintergrund kommen. Oft genug werden nach einer Nacht in der Zelle die Leute auf freien Fuß gesetzt, wegen fehlender Verdunkelungsgefahr, und der Prozess findet erst 1 Jahr später statt. Soll sich jeder selbst seine Gedanken machen, ob das der richtige Weg ist, Gewalt einzudämmen. Denn sogenannte “Intensivtäter” sind dadurch absolut nicht zu beeindrucken.

Gewalt entsteht durch ein reales oder subjektiv empfundenes Ungleichgewicht. Da kann man etwas dagegen machen. Statt unsere Steuergelder für Prestigeprojekte und idiotischer Ideen wie diese: „Deutschland zahlt pro Jahr eine Mio. Euro für die Förderung von Blasmusik in Griechenland“, aus dem Fenster zu werfen, sollten wir das Geld lieber da verwenden wo es tatsächlich positive Auswirkungen für die Bürger hat.

Günstiger geht es, indem man das Waffenrecht ändert … das behebt zwar nicht das grundsätzliche gesellschaftliche und soziale Problem, kann aber in so manchen Fällen verhindern, daß es überhaupt zu derartigen Exzessen kommt.

Speak Softly and Carry a Big Stick

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