Können bewaffnete, ausgebildete Bürger einen Anschlag verhindern?

Verhindern vermutlich nicht – aber sie können ihn vielleicht verkürzen und beenden, bevor noch mehr Schaden angerichtet wird.

Bei augengeradeaus.net gibt es in der Kommentarspalte eine recht hitzige Diskussion in der ein paar sehr gute, sauber aufgeführte Argumente auftauchen. Viel Text aber auch sehr lesenswert:

http://augengeradeaus.net/2015/01/waffen-wie-beim-anschlag-auf-charlie-hebdo-offensichtlich-kein-problem/

9 thoughts on “Können bewaffnete, ausgebildete Bürger einen Anschlag verhindern?”

  1. Ach je was für ein Thema… man muss hier zwei Seiten sehen und viele Aspekte beachten. In der Regel sind jene die da Anschläge verüben bestenfalls etwas „trainiert“. Jeder der Anschläge „verhindern“ will und etwas „trainiert“ ist könnte also dieser Art Anschläge verhindern. Läufst du aber den „wirklich gefährlichen“ Terroristen“ über den Weg dann sollte man schon mehr als nur „trainiert“ sein.

    Meine weitere Meinung… ich kenne viele Menschen die Waffen bedienen; auch kenne ich viele Ausbildungen von Polizei Beamte, Soldaten usw. In der Regel überschätzt man sich sehr. Viele Ausbildungen als auch Ausrüstungen sind schlicht weg ein Witz. Der Tot der Polizeibeamte zu Paris als auch andere traurige Beispiele beweisen es wohl sehr.

    Im Fazit sollte es also lauten das jemand mit (oder ohne) Waffe bei Terror Angriff bestenfalls das Umfeld schützen sollte und den wesentlichen Teil der Abwehr den wirklichen Profis überlassen sollte.

    …und nachträglich selbst auf der Ebene der Profis gibt es Aspekte die man beachten sollte. Ich würde bei Terror Angriff lieber erfahrene Viet Cong Kämpfer, GIGN oder SWAT wählen als zum Beispiel die Deutsche KSK oder SEK usw.

    1. Sehr wahr. Vor allem ist es ein komplexes Thema. Da ich auch gewisse Einblicke in die Schießausbildung habe, ist mir natürlich klar, daß Profis mit so einer Situation im Allgemeinen anders und oft besser umgehen, als ein Besitzer eines Waffenscheins, der vielleicht 1-2x im Monat ein bisschen Verteidigungsschießen trainiert. Das ist mit einer professionellen Ausbildung nicht zu vergleichen.

      Jede Situation ist anders und muß anders angegangen werden. Ich persönlich möchte nie in so eine Situation kommen. Es ist auch höchst unwahrscheinlich, daß ich jemals in so eine Situation komme – aber ausschließen kann man es auch nicht.

      Natürlich kann man auf die Profis warten – in vielen Fällen aber mag das zu lange dauern. Da muß jeder selbst entscheiden, wie er sich verhält.

  2. Zweifelsfrei ist es keine Frage … Waffen jeglicher Art können einem Terroristen entgegen gesetzt werden und somit seine Pläne salopp durchkreuzen.

    Interessant finde ich die Aussage bzw. das Denken das man ja wohl nie in so eine Lage komme mehr oder weniger Ziel von Terror oder Amok zu werden.

    Salopp gesagt beweist die Geschichte es absolut anders… es genügt das du in einem Hochhaus arbeitest, es genügt das du kritische Worte schreibst, es genügt das du einfach anders bist , es genügt … ach dem Wahnsinn Terror sind keine Grenzen gesetzt.

    1. Ich sagte ja – „unwahrscheinlich“ – das meine ich vom statistischen Standpunkt aus. Natürlich kann so etwas im Prinzip jedem zustoßen. Andererseits sind solche Taten auch noch relativ selten. Die Wahrscheinlichkeit erhöht sich natürlich mit der Zunahme der Anschläge – und die werden kommen.

      Gemessen an der Bevölkerungszahl eines Landes sind Opfer durch Terroranschläge eine zu vernachlässigende Minderheit – wenn man diverse andere Todesursachen als Vergleichswert nimmt.

      Das allerdings, was der Terror in den Köpfen der Leuten anstellt … das ist etwas, was ich als wesentlich gefährlicher wahrnehme, als die Tatsache, daß dabei jemand sterben kann. Denn Terror trifft primär die Lebenden – auf die ist er auch gezielt. Da gehen dann Bürgerrechte und die Freiheit drauf – von den verängstigten Bürgern selbst zur Disposition gestellt.

      1. In der Tat sind klassische Terroranschläge selten jedoch kann man sie in die Flut der ständig steigenden Verbrechen einstufen wobei sehr oft nicht nur die ständig steigende Zahl verkannt wird sondern auch die Folgen. Ein fast alltäglich gewordener Einbruch der salopp kaum oder keine Beute brachte kann dennoch für die Opfer schwerwiegende Folgen haben. Gehen wir dann zu dem Extrem der verbrechen so lässt sich kaum umschreiben was das für Opfer bedeuten kann. Hinzu ist es bei Verbrechen so das man viel zu sehr die sekundären Opfer vergisst die ein Mord salopp nicht umbrachte aber die Folgen lasten lebenslang.

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        Weiter zum Text stellt sich die Frage wie denn so eine Ausbildung aussehen sollte (…im Bezug auf Abwehr Terror).

        Die Welt scheint damit sehr überfordert. Da fliegen Flugzeuge in Hochhäuser und schon wird aus jedem Airport eine Art Hochsicherheitstrakt und wir wissen das es oft nur eine Scheinsicherheit ist denn kinderleicht lassen sich auch heute noch ganze Waffen in Flugzeuge schmuggeln. Einmal abgesehen davon, würde der nächste Anschlag mit Toilettenpapier in Zusammenhang stehen , würde man dann alle Rollen unter strenger Kontrolle setzen … und es ist kein Scherz, aus einer üblichen Rolle Toilettenpapier kann man eine sehr effektive Waffe basteln…

        Weltweit kommen nur sehr wenige Menschen in den Genuss wirklich gute Ausbildung in Sachen Waffen, Abwehr usw. zu erhalten und nur sehr wenige Menschen haben/bekommen eine salopp ideale Ausrüstung. Die meisten sind auch salopp noch dazu verpflichtet viele Aspekte „geheim“ zu wahren.

        Ich kann es gut verstehen denn vieles andere was den Leuten so untergejubelt wird ist eher eine Art Schein Sicherheit. Viele dieser Programme zur Abwehr von Kinderschänder, Amok und Terror sind sicherlich lieb gemeinte Hilfen jedoch in der Regel kaum eine wirkliche Abwehr. Militär, Polizei ja auch die SEK, MEK usw. beklagen eine schlechte Ausbildung, Bezahlung und Material und in der Tat sind die üblichen ballistischen Westen der Deutschen Polizei einfach nur ein Witz. Ein voll ausgerüsteter SEK Beamter würde nicht mal einen einfachen „üblich“ bewaffneten Terroristen stoppen geschweige denn aufhalten.

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        …. aus einer zeitnahen Ausbildung, Elitesoldaten… Dschungel. Man bemerkt einen Feind und soll in Deckung gehen. Einige beziehen Deckung hinter einem am Boden liegenden alten sehr dicken Baum. Die Lage wird analysiert. Hinter dem Baum wird ballistisches Gel , eingepackt in eine „übliche“ ballistische Weste, gebracht. Dann wird die „Deckung“ mit einer Mossberg 930 sowie einer Ingram (Ladung Flachkopf Munition) unter Beschuss genommen. Die Projektile verlegen regelrecht den Baum nebst dem Gel. Ein Mensch hätte das nie überlebt.

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        Jetzt wird man sagen, ach das ist ja Krieg. Richtig so etwa kann Krieg sein und genau so kann Terror sein.

        Die „Ingram“ gehört salopp zur Standard Bewaffnungen „effektiver“ Terroristen und diese Waffe mit beschriebener Ladung kann noch auf 50m Entfernung einen Motorblock eines LKW salopp „zerlegen“.

        In Deutschland als auch in vielen anderen Teilen der Welt wird es der/die kleine Mann/Frau schwer haben eine Waffe besitzen oder gar führen zu dürfen. Noch viel schwerer wird es wohl werden eine gute Ausbildung zu bekommen.

        Man verkennt immer noch sehr die wahren Gefahren und das sind weniger die Waffen sondern mehr die Menschen die sie bedienen. Von einem motivierten Terroristen brauchst du nie eine gewisse Fairness erwarten oder das er sich an „Regeln des Krieges“ hält. Ein „echter“ Terrorist, Amokläufer , Kinderschänder usw. wird sogar deine Ausbildung ganz genau kennen. Das sind Aspekte die man natürlich der Masse gerne vorenthält. Unzählige Polizei Beamte, Militärs usw. können aber diese Aspekte bestätigen bzw. können es mit einer ständig ansteigen Zahl von Opfer in den eigenen Reihen bestätigen.

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        Der/die kleine Mann/Frau der Strasse hat es in vielen Ländern schwer alleine schon eine Waffe besitzen zu dürfen geschweige denn eine affe führen zu dürfen. Von den wenigen Leuten die das wirklich legal dürfen haben die wenigsten eine wirklich gute Ausbildung. Salopp gesagt „zivile Abwehr“ steckt schlicht noch in den Kinderschuhen und egal wie, man kann es womöglich nur so anraten:

        erlebst du einen Terror Angriff, sofort in Sicherheit bringen und Umfeld so weit es geht schützen und den rest den wirklichen Profis überlassen.

            1. Gegen Missbrauch gibt es kaum probate Mittel. Und daß wir ein besseres Waffenrecht brauchen, das habe ich an verschiedenen Stellen hier im Blog, in Foren und bei diversen Bundestagsabgeordneten schon vorgeschlagen. Eigentlich braucht es nur relativ wenige Grundregeln. 80% des derzeitigen Waffengesetzes kann man mMn getrost einstampfen. Mehr Sicherheit bringen die allermeisten Regeln darin nämlich nicht.

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