Fatales Erbe – Hitlers Waffengesetze

Das Buch „Gun Control in the Third Reich“ von Dr. Stephen P. Halbrook war viele Jahre lang nur auf englisch erhältlich. Nun gibt es endlich eine deutsche Übersetzung vom Berlin Story Verlag.

http://berlinstory-verlag.de/vorankuendigungen/titel/257-Fatales_Erbe.html

Das Buch kann direkt über den Verlag bestellt werden.

Klappentext:

Der US-Amerikaner Dr. Stephen P. Halbrook hat mit seinem nun endlich in deutscher Sprache veröffent­lichten Werk über die restriktive und diskriminierende Waffengesetzgebung im „Dritten Reich“ eine wesentliche Lücke in der historischen Aufarbeitung der NS-Schreckensherrschaft geschlossen. Halbrook zeigt anhand von neu entdeckten Dokumenten aus deutschen und internationalen Archiven, sowie mittels zeitgenössischer Tagebücher, Briefen, Augenzeugenberichten und Zeitungsartikeln, wie die Nazis das aus der Weimarer Republik stammende Waffengesetz verschärften, um damit Juden, Kommunisten und alle anderen sogenannten Staatsfeinde und Volksschädlinge zu entwaffnen, zu entrechten und zu unterdrücken.

Die zahllosen Bücher und wissenschaftlichen Abhandlungen über das „Dritte Reich“ und den Holocaust blendeten bisher diesen wichtigen Aspekt der Macht-Konsolidierung des nationalsozialistischen Regimes einfach aus – obwohl die Regulierung und schrittweise Kriminalisierung des privaten Waffenbesitzes der Bevölkerung nach der Machtergreifung zu einem zentralen Vorwand für willkürliche Verhaftungen und Hausdurchsuchungen wurde. Halbrook untermauert seine Beweisführung eindrucksvoll mit erschreckenden Einzelschicksalen von ganz normalen Bürgern, die so zu Staatsfeinden wurden: Juden und Nichtjuden, sogenannte Zigeuner und Sozialdemokraten, Weltkriegsveteranen und Künstler, die wegen einer Sportwaffe, eines alten Offiziersdegens oder einer Jagdbüchse in die Maschinerie einer willfährigen Verwaltung, Justiz und Polizei gerieten. Für viele gab es kein Entkommen aus „Schutzhaft“ und KZ.

Dass es sich bei „Fatales Erbe – Hitlers Waffengesetze“ um keine abgeschlossene Thematik aus längst vergangenen Zeiten handelt, wird offensichtlich bei der Betrachtung der Nachkriegsgeschichte des NS-Waffengesetzes, dem sich das Vorwort des deutsch-israelischen Politikwissenschaftlers Dr. David Th. Schiller annimmt: Das „Reichswaffengesetz“ blieb nicht nur bis Anfang der 1970er Jahre gültiges Gesetz in West-Deutschland und in Berlin. Es liefert weiterhin die Zielrichtung, Grundlage, Struktur und Diktion für das Bundeswaffengesetz – und das trotz zahlloser Änderungen, Neufassungen und Reformversuche des Bundeswaffengesetzes, die bis in unsere Tage andauern.

One thought on “Fatales Erbe – Hitlers Waffengesetze”

  1. Nun ja, so viel ich noch weiss, waren schon die ersten Waffengesetze im Deutschen Reich von 1875, nur dazu gedacht, um die aufkommenden Sozis niederzuhalten.
    Damals in der Zeit nach 1848 hatten die „Oberen“ grosse Angst vor einer Neuauflage von Friedrich Hecker uns Konsorten, und eben davor dass das Volk alles gewinnen kann, so es nur über genügend Waffen verfügt.

    Deutschland entstand aus Monarchien, seine hohen Beamten und Politiker kamen zumeist ebenfalls aus dem Adel, und darum war denen ein Volk in Waffen unangenehm, gerade auch wenn sie dem Sozialismus zuneigten.

    In der Schweiz war das anders, das Land entstand aus einer Bürgerschaft von freien Bauern, …….einer Gesellschaftsschicht der im 13-ten Jahrhundert ca. 97% der Menschen angehörten.
    Wer Wehr oder Soldienst leistete musste seine Waffe meistens selber Stellen oder kaufen, in der Folge war sie auch sein privater Besitz.
    Natürlich war die Waffe des Reisläufers auch eine wichtige Notwendigkeit um den im Kriegsdienst erworbenen Sold und Beuteanteil nach Hause bringen zu können.

    Der Besitz der Waffe wurde auch in die moderne Zeit übernommen als die Bürger ab 1849 die Armeewaffe zwar gestellt bekamen, sie aber trotzdem ihnen gehörte. Sie leisteten dafür ja den Dienst und zahlten Steuern an den Staat dem sie dienten. Das die persönliche Waffe dem Wehrmann gehört, so er seinen Dienst bis zum Ende abgeleistet hat, stand sogar in der Bundesverfassung.

    Man erkennt da ein ganz anderes Staatsverständnis der Schweizer.
    Und ich glaube, dass das eine der ganz wichtigen Voraussetzungen war die unserem Land die moderne und direkte Demokratie ab 1849 brachten.

    Einer Zeit übrigens, in der es nur 2 Staaten mit einer Demokratie gab, die USA und die Schweiz.

    Mit der Verfassungsreform von 1999 wurde der Passus gestrichen. Vorher hiess es, …( Die Waffe des Wehrmannes gehört dem selben )
    Heute wird das Sturmgewehr 90 für 150 Franken dem austretenden Wehrmann überlassen, er muss dazu jedoch einen Waffenerwerbschein beibringen. Was oder ob die Pistole 49 oder 75 kostet weiss ich gerade nicht.
    Man will damit verhindern die diese Waffen frei unter der Hand getauscht und verkauft werden.
    Ein Unsinn, wenn man nach 12 Jahren Dienst die Waffe plötzlich nur noch mit Waffenschein mit nach Hause nehmen darf, wo sie vorher ja eben schon 12 Jahre ohne Papier stand.

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