Zivilcourage?

Eins der Probleme in der Rezeption von Verbrechens-Opfern scheint zu sein, daß jemand, der sich erfolgreich wehrt, in den Augen von Medienkonsumenten und Medienvertretern zum Täter avanciert. Nur ein Opfer, das auch eins bleibt, ist ein gutes Opfer. Wehrt sich das Opfer, dann wird es zum Täter umetikettiert und der eigentliche Täter wird zum „armen Opfer“. Daß das Recht eigentlich auf Seiten des Angegriffenen ist, wird dabei ausgeblendet oder verdrängt. Frei nach dem Motto: „Wer Gewalt einsetzt, hat unrecht!“

Da überlegt man sich zweimal, ob man hilft oder sich selbst verteidigt, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß das Notwehrrecht extrem eng ausgelegt wird. Man hat teilweise das Gefühl, daß die Wahrnehmung dieses Naturrechtes durch die Bürger nicht gewünscht ist.

„Sei ein braves Opfer, sei Dir unseres Mitgefühles gewiss (so lange Du Dich nicht wehrst), und danke, daß Du die verlogene, pseudo-pazifistische Moral der Mehrheit damit unterstützt. Wir stehen auf Schafe, die sich nicht wehren.“

So macht man es den Tätern leicht. Diese nutzen die von oben empfohlene Schafsmentalität rücksichtslos aus.

Einerseits wird Zivilcourage vom Bürger erwartet und sogar gefordert – meist von Menschen, bei denen die Gefahr, daß sie mal einem Angriff ausgesetzt sein könnten, extrem gering ist, oder Leuten, die Personenschutz haben – andererseits werden das Notwehrrecht und die Regelungen für Nothilfe so eng ausgelegt, daß man fürchten muß, daß Zivilcourage zum eigenen Nachteil gereicht.

Im selben Tenor:
http://sagittarius-femininus.de/taeter-und-leichte-opfer/

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4 Kommentare zu “Zivilcourage?”

  1. Staatliche Stellen fordern immer wieder, dass man Zivilcourage zeigen soll. Man soll sich u.a. als Zeuge zu Verfügung stellen.
    Das ist auf den ersten Blick gefahrlos. Auf den zweiten Blick offenbart sich hier ein Manko unseres Rechtstaates:
    Der Name des Zeugen taucht dann in den Akten auf.
    Der Anwalt des Täters hat volle Akteneinsicht.
    Und schon bekommt der Zeuge Besuch. Im Idealfall ist das ein Vermittler/Friedensrichter, der den Zeugen von der Aussage abbringt. Das geht von der Überzeugung über die Bestechung bis zur Bedrohung. Es gibt immer wieder Prozesse die platzen, weil Zeugen die Aussagen zurückziehen oder plötzliche Erinnerungslücken haben.
    Für „normale“ Delikte wie Körperverletzung, Raub etc. gibt es bei uns kein Zeugenschutzprogramm.
    Wer also Zivilcourage zeigt, sollte sich zumindest über diese möglichen Konsequenzen für sich und seine Familie klar sein.

  2. Da hilft nur eins: sich weiter wehren und sich nicht drum kümmern, was von einem erwartet wird. Die gesellschaftliche Erwartungshaltung, man möge ein braves Opfer bleiben, kann ich bestätigen, finde es widerlich und scher mich nicht drum. Diese Erwartungshaltung gibt es nicht nur in Bezug auf Gewalt, sondern in Bezug auf alles. Wehrt man sicht gegen Ungerechtigkeit, erntet man genauso verwunderte Blicke. Die Leute erwarten, dass man sich nicht wehrt, sondern nur jammert. Sehr schade. In Bezug auf die Praxis in der Justiz habe ich aber zum Glück meistens beobachtet, dass dem Notwehrrecht Rechnung getragen wird.

  3. Hat dies auf behindertvertriebentessarzblog rebloggt und kommentierte:
    Wenn Rechts nicht mehr erwünscht ist, so wohl Links, dann ist das die Restaurierung des Sozialismus, oder noch schmlimmer die Merckelinskie, weil doch Bolschewikie und unter Stalin tot ist?
    Also schön auf den Teppich bleiben Ihr Deutschen Linken, die Merckellinskie ist mit dem Schäuble in Israel und machte da heimliche Absprachen! Glück, Auf, meine Heimat!

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