Trugschlüsse

Fragt man einen Waffengegner, warum er gegen Waffen ist, dann bekommt man einen Wust von unterschiedlichen Begründungen, die allesamt auf Trugschlüssen beruhen. Nehmen wir ein Beispiel:

Waffen = Mittel zur Unterdrückung, Mittel um Gewalt auszuüben, Mittel um zu töten.

Das ist erstmal eine in Teilen zwar korrekte aber sehr einseitige Sichtweise, aus der dann automatisch der Schluß folgt, daß nur Unterdrücker, Gewalttäter , Verrückte und Mörder Waffen besitzen. Mit diesem Bild arbeitet der Waffengegner weiter und geht dann davon aus, daß jeder, der Waffen besitzen will, automatisch zu einer der oben genannten Gruppen gehören muß oder zum Mitglied einer dieser Gruppen werden wird.

Da der Horizont eines Waffengegners meist ziemlich eingeschränkt ist, kann er sich nicht vorstellen, daß Waffen auch zu anderen Zwecken benutzt werden können. Weist man ihn darauf hin, begeht er den nächsten Trugschluß, indem er als Gegenargument den (extrem seltenen) Mißbrauch von legalen Waffen ins Spiel bringt. Das ist eine sogenannte „Anecdotal fallacy“ wo seltene Einzelfälle generalisiert und zu einer abschließenden, aber natürlich falschen Folgerung aufgeblasen werden. Gleichzeitig ist es ein „Appeal to probability“ wo die Auftretenswahrscheinlichkeit solcher Fälle im Vergleich zum tatsächlichen Risiko extrem überbewertet werden.

Sehr beliebt ist auch die Base rate fallacy, wo gerne behauptet wird, daß – sollte das Waffenrecht liberalisiert werden – es Schießereien um Parkplätze geben werde. Etwas was nicht mal im im waffenvernarrten Amerika vorkommt, oder „Proof by assertion„, bei der eine Behauptung immer und immer wieder geäußert wird, ohne Gegenargumente überhaupt zur Kenntnis zu nehmen. (Eine beliebte Methode von Ideologen und Religiösen, ihre eigene Meinung zu verstärken und die Meinungen und Argumente Anderer auszublenden – eigentlich eine Form von Gehirnwäsche).

Werden den Annahmen und Vorurteilen dann Fakten entgegengesetzt, dann bekommt man häufig ein“argumentum ad lapidem“ zu hören. Den Vorwurf der Absurdität eines Argumentes, ohne, daß dies sachlich begründet werden kann.

Beliebt ist auch die „divine fallacy“ wo die Begründung lautet: „Das kann ich mir nicht vorstellen, also muß es falsch sein.“

Wenn man mit „Argumentation“, mangels Fachwissen nicht weiter kommt, wird dann gerne der Angriff „ad hominem“ (also auf die Person bezogen) angewandt. Da wird nicht mehr das Argument in Frage gestellt, sondern das Gegenüber. Gerne auch in Verbindung mit der „Moral high ground fallacy“, in der sich der Waffengegner als moralisch höherstehend positioniert und den Waffenbefürworter quasi als Primitivling herabwürdigt. So muß er nicht auf Augenhöhe diskutieren, schließlich ist der Proponent moralisch deklassiert und man braucht sich nicht mit einem dummen Primitiven zu beschäftigen.

Weiters werden permanent KoinzidenzKorrelation und Kausalität verwechselt – kräftig gewürzt mit magischem Denken und aufgepeppt mit hoher Emotionalität.

Von Opfer-Verbänden kommt dann noch der Survivorship bias …

Wer mag, kann sich auf dieser Liste umtun:

https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_fallacies

Da finden sich massenhaft Denkfehler und Trugschlüsse der die meisten Waffengegner und – das soll nicht verschwiegen werden – auch manche Waffenbefürworter unterliegen. Manchmal hat man das Gefühl, daß das Zeitalter der Aufklärung, das die Menschheit von Irrationalität befreien sollte, seit Jahrzehnten rückwärts läuft.

Letztendlich haben die Waffenbefürworter die besseren Argumente, weil sie sich lieber an Zahlen, Daten und Fakten halten, statt nur mit dem Bauch zu denken und das Hirn außen vor zu lassen.

One thought on “Trugschlüsse”

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