Waffengesetze und ihre Auswirkungen

Eine Statistik ist viel anschaulicher, wenn sie sich als Grafik darstellen lässt. Hier ein hübsches Beispiel dafür:

usa_gun_control_prohibition

Wie man sieht, war die Waffenkriminalität im unregulierten Wilden Westen (der sehr wenig mit dem zu tun hatte, was wir aus Film und Fernsehen kennen) sehr niedrig.

Dann kamen Waffenkontrollgesetze, die von Gewerkschaften gefordert/unterstützt wurden und die Kriminalität stieg. Gerade dann als die Kriminalität kurz stagnierte wurde die Prohibition von Alkohol eingeführt und die Waffenkriminalität stieg weiter kräftig an.

Beim Ende der Prohibition fiel die Waffenkriminalität stark und sank dann kontinuierlich weiter ab um nach dem Attentat auf Kennedy wieder anzusteigen. Die Gründe sind vielfältig und vor allem im gesellschaftlichen und sozialen Bereich zu suchen. In dieser Zeit begann die Drogenkriminalität stark zuzunehmen. Die Verbrechersyndikate waren von Alkohol auf andere Drogen umgestiegen.

Als Mitte der 80er die ersten Bundesstaaten Waffenscheine eher arlaubten als verweigerten sankt in diesen Staaten die Waffenkriminalität – andere Staaten folgten dem Beispiel. Seit dieser Zeit sinkt die Waffenkriminalität kontinuierlich und befindet sich wieder auf dem Stand von vor 100 Jahren (und auch dem Stand von 1952).

Seit 2008, wo diese Statistik endet, sind die Zahlen weiter kontinuierlich gefallen – obwohl die Zahl der Waffen im Privatbesitz weiter stark angestiegen ist. Hier ein Vergleich:

Jahr Mio. Waffen Mordrate pro 100.000
1994 192 6,6
2009 310 3,6

Wer jetzt immer noch mit dem ausgelutschten und längst widerlegten Spruch „mehr Waffen = mehr Tote“ kommen will, der macht sich lächerlich. In Einzelfällen kann das vorkommen, aber das liegt nicht primär an den Waffen, sondern an sozialen, gesellschaftlichen und ökonomischen Umständen.

… und ja, natürlich kann die Grafik irreführend sein, weil sie eben viele Faktoren, die zu Verbrechen unter Schußwaffenmißbrauch führen, nicht aufschlüsselt. Vor allem die Zunahme der Bevölkerung muß in die Rechnung mit einbezogen werden.

Die hohe Mordrate mit Schußwaffen in den USA ist nun mal größtenteils auf Bandenkriege, Schießereien unter Verbrechern und den „War against Drugs“ zurückzuführen. Die USA haben kein Waffenproblem, sie haben ein Gewaltproblem. Und dieses Problem hätten sie auch ohne Schußwaffen.

Hier ein paar weiterführende Informationen:

gunfacts.info – Waffen und Verbrechen

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2 Kommentare zu „Waffengesetze und ihre Auswirkungen“

  1. Naja, mit Statistiken kann man alles beweisen… wenn man die Statistik selbst gemacht hat oder zielgerichtet ausgesucht hat. Ich glaube nicht, dass man im spaeten 18.Jahrhundert oder im fruehen 19.Jahrhundert schon wirklich aussagekraeftige Statistiken darueber gefuehrt hat. Und wie im Artikel beschrieben, man muss die Umgebungsbedingungen beruecksichtigen. Damals konnte ein Mensch schon an einem Steckschuss sterben – heute eher weniger…
    In unserem Falle halte ich die Daten erst ab dem 19.Jahrhundert fuer realistisch, was der Grundaussage des Artikels keinen Abbruch tut.
    Wir muessen uns auch nix vormachen: Waffengegner „argumentieren“ immer mit Emotionen und Spruechen (Jeder Tote ist einer zuviel etc.) – weil die Faktenlage gegen ihre Ueberzeugung (gegen ihren Glauben) spricht. Vergleichbar mit Hunde- oder Pferdehassern. Objektive Diskussionen sind da nicht moeglich.

    1. Moin, sicher liegt das Problem bei dem Thema weniger auf den verfügbaren Erkenntnissen. Auch nach den letzten Versuchen in D. sowie auf EU-Ebene ist es offenkundig das es den gun-grabbern gar nicht um eine faktenbelastete Diskussion oder gar zweckmäßige Gefahrenabwehr geht. Es geht allein um die mediale und politische Deutungshoheit damit politische (nicht rational erklärbare) Ziele durchgesetzt werden können. Wird am Freitag wieder von den Grünen in Frankfurt demonstriert werden, schlimm nur das auch gestandene Kriminologen auf den Zug aufspringen und alle wissenschaftliche Sorgfalt fahren lassen.

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