Mitteldeutschland bewaffnet sich

Ein erstaunlich guter Beitrag zum Thema Selbstschutz. Es gibt ein paar kleinere Ungenauigkeiten, die zu verschmerzen sind. Insgesamt  lohnt sich die Reportage:

http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/c/video-94334.html

Die Aussagen der Polizei in dem Video sind teilweise ok, für den ersten Versuch einer Deeskalation. Nur funktioniert das erfahrungsgemäß nicht so oft, wie einem das Glauben gemacht werden soll.

Daß das Gewaltmonopol des Staates mit dem Notwehrparagraphen kollidiert ist so auch nicht richtig. Beides ergänzt sich. Beides ist notwendig. Das Recht des Bürgers auf Notwehr ist ein Naturrecht,  das zwar in gewissem Maße reguliert, aber nicht eingeschränkt werden kann. (Das wurde hier im Blog auch schon mehrfach thematisiert).

Die „Verhältnismäßigkeit der Mittel“ ist übrigens bei der Notwehr nicht gefordert. Der Begriff „Verhältnismäßigkeit“ findet sich in den §§ 32–35 StGB an keiner einzigen Stelle. Das stellt der Vorsitzende des Schützenvereins (ehemaliger Polizeibeamter) leider falsch dar. Eine häufige Fehlannahme. Welche Faktoren das Notwehrrecht ausmachen hat Bundesrichter Fischer in seiner Kolumne in der Zeit sehr ausführlich und unterhaltsam dargelegt.

Was die Psychologen und Angst-Forscher erläutern ist sehr wichtig. Es geht um Risikokompetenz, aber auch um das Gefühl, daß man selbst etwas tun kann. Tatsächlich erwarten Verbrecher ein wehrloses Opfer und keine ernsthaften Gegner. Deshalb kann der unbedingte Wille zur Selbstverteidigung , auch unter Benutzung einer Waffe, ein effektives Mittel gegen Verbrechen sein.

In dem Filmbeitrag wird glücklicherweise nicht empfohlen, sich gar nicht zu wehren, wie das früher häufig gefordert wurde. Inzwischen haben auch die Behörden und Psychologen gemerkt, daß eine passive Opferhaltung vor Gewalttätigkeiten nicht schützt.

https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2016/01/25/ein-paar-gedanken-zur-waffenschein-debatte/

https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2013/09/13/gewaltmonopol-und-die-paragraphen-32-35-stgb/

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2 Kommentare zu “Mitteldeutschland bewaffnet sich”

  1. Danke für das Verlinken dieses Videos.

    Ich habe mir zwischenzeitlich einen Taser besorgt, mit der höchstzulässigen Voltzahl. Immerhin ist das ja noch legal hier.

    Eigentlich ist es erschütternd, dass man über so etwas nachdenken muss, aber es ist nun mal die logische Folge dessen, was uns dieser Schwarze September 2015 eingebrockt hat.

    Wunderte ich mich vor einigen Jahren noch über die Prognose, dass wir hier in 2020 Bürgerkrieg haben werden, so bin ich (leider) mittlerweile fest davon überzeugt, dass genau dieser eintreten wird.

    Den Rest denke ich mir mal besser, in diesem (nicht mehr) unserem Lande …

    1. Das war nicht der September, das haben uns ganz konkrete Leute eingebrockt, die noch dazu im Sept. wieder gewählt werden.
      Bleibt einem nichts als die Erkenntnis, nur die dümmsten Kälber…

      Inzwischen haben auch die Behörden und Psychologen gemerkt, daß eine passive Opferhaltung vor Gewalttätigkeiten nicht schützt.

      Ja spät kommt sie, die Erkenntnis, für viel zu viele zu spät:
      http://www.rp-online.de/nrw/panorama/siegaue-bei-bonn-geislar-sexueller-uebergriff-auf-23-jaehrige-frau-aid-1.6728983

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