Ein paar interessante Artikel, die man gelesen haben sollte:

Lobbyismus über Bande, bei Lars Winkelsdorf:
http://www.lars-winkelsdorf.de/

http://meinungsterror.de/?p=421
Aktionsbündnis Winnenden in „Complete Denial“. Die Kommentare sind auch sehr interessant.

Neonazis mit Waffenbesitzkarten
Auch hier ist der Kommentar von Cathy wieder sehr fundiert und sachlich.

Großkaliber ist gefährlich? Falsch!

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Diskriminierung von Waffenbesitzern

Interaktionelle, strukturelle und institutionelle Diskriminierung.

Eine Gesellschaft, die sich selbst gerne als pazifistisch bezeichnet (es aber definitiv nicht ist, weil die meisten Leute den Begriff Pazifismus völlig falsch verwenden bzw. verstehen) grenzt Menschen aus, die Waffen besitzen. Es spielt überhaupt keine Rolle, daß diese Menschen völlig friedliche bzw. sehr friedliebende Leute sind. Man nimmt einfach an, daß jemand der Waffen hat, kein Pazifist sein kann. Er ist, per selbstgezimmerter Definition, ganz sicher ein potenzieller Verbrecher, Mörder, Amokläufer, vielleicht sogar ein Psychopath oder Soziopath. Zumindest aber muß jemand der Waffen hat ein Atavist sein. Ein sozial und gesellschaftlich zurückgebliebener Primitivling, der geächtet werden muß.

Das ist „strukturelle Diskriminierung“  und sie ist typisch für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Schwulenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, usw.

Der Waffenfeind hält sich für zivilisiert und sozialisiert. Jemand, der mit Waffen umgeht, kann nach seiner Meinung unmöglich zivilisiert sein. Denn ein zivilisierter Mensch hat und benutzt ja keine Waffen. (Das ist übrigens die selbe Sorte Mensch, die begeistert von Mittelalter-Festen ist und eine schmutzige, brutale und primitive Zeit romantisch verklärt).

Das ist interaktionelle Diskriminierung. Der Gegner schreibt dem Waffenbesitzer Eigenschaften zu, auf Basis dessen er diesen diskriminiert.

Natürlich wird der Waffenfeind nie zugeben, daß er jemanden diskriminiert. Er definiert die Beschäftigung seines Gegners als dumm, primitiv, unsozial und gesellschaftlich gefährlich. Damit tut er so, als würde er nicht den Menschen ausgrenzen, sondern greift eher etwas Abstraktes an, einen eher mystischen Gegenstand (die Waffe) und eine Freizeitbeschäftigung (Sammeln, Sport oder Jagd), die in den Augen Öffentlichkeit sowieso nur als stark verzerrtes Bild existieren.

Dieses verzerrte Bild ist das Ergebnis einer interaktionellen und institutionellen Diskriminierung die sich auch auf anderen gesellschaftlichen Gebieten sehr häufig wieder findet.

Die meisten Menschen werden wohl jede Form der Diskriminierung ablehnen, ungeachtet der Tatsache, daß sie jeden Tag die eine oder andere Form von Diskriminierung praktizieren. Nämlich da wo ihre Emotionen, Überzeugungen und Vorurteile die Oberhand über Ratio und Information gewinnen.

Es gibt eine umfangreiche soziologische Studie zu Waffenbesitzern und zu Waffenbesitz. Nur liest die wahrscheinlich keiner. Schließlich ist es viel einfacher andere Menschen aufgrund von Vorurteilen und Unwissenheit zu diskriminieren, als sich zu informieren und aktive Toleranz zu üben. Mit Toleranz meine ich keine blinde Toleranz, sondern Toleranz, die sich auf rationale Informationen stützt.

Schießen im Verein – Eine explorative Untersuchung des legalen Besitzes und Umgangs mit Schußwaffen  – Prof. Dr. Ronald Hitzler, Soziologe

Rezension zu: Arne Niederbacher: Faszination Waffe – eine Studie über Besitzer legaler Schusswaffen in der Bundesrepublik Deutschland – Peter Stegmaier

Faszination Waffe – Eine Studie über Besitzer legaler Schusswaffen in der Bundesrepublik Deutschland – Arne Niederbacher

Von der Lebensangst in der heutigen Gesellschaft

Vor ein paar Monaten bin ich über eine Leseprobe aus einem Buch von Juli Zeh gestolpert. Grundsätzlich geht es in dem Buch über den Überwachungswahn des Staates und Kontrolle durch Angst. Der Text steht für sich … keine weiteren Erläuterungen nötig:

 

Ich entziehe einer Gesellschaft das Vertrauen, die aus Menschen besteht und trotzdem auf der Angst vor dem Menschlichen gründet. Ich entziehe einer Zivilisation das Vertrauen, die den Geist an den Körper verraten hat. Ich entziehe einem Körper das Vertrauen, der nicht mein eigenes Fleisch und Blut, sondern eine kollektive Vision vom Normalkörper darstellen soll. Ich entziehe einer Normalität das Vertrauen, die sich selbst als Gesundheit definiert. Ich entziehe einer Gesundheit das Vertrauen, die sich selbst als Normalität definiert. Ich entziehe einem Herrschaftssystem das Vertrauen, das sich auf Zirkelschlüsse stützt. Ich entziehe einer Sicherheit das Vertrauen, die eine letztmögliche Antwort sein will, ohne zu verraten, wie die Frage lautet. Ich entziehe einer Philosophie das Vertrauen, die vorgibt, dass die Auseinandersetzung mit existentiellen Problemen beendet sei. Ich entziehe einer Moral das Vertrauen, die zu faul ist, sich dem Paradoxon von Gut und Böse zu stellen und sich lieber an »funktioniert« oder »funktioniert nicht« hält. Ich entziehe einem Recht das Vertrauen, das seine Erfolge einer vollständigen Kontrolle des Bürgers verdankt. Ich entziehe einem Volk das Vertrauen, das glaubt, totale Durchleuchtung schade nur dem, der etwas zu verbergen hat. Ich entziehe einer Methode das Vertrauen, die lieber der DNA eines Menschen als seinen Worten glaubt. Ich entziehe dem allgemeinen Wohl das Vertrauen, weil es Selbstbestimmtheit als untragbaren Kostenfaktor sieht. Ich entziehe dem persönlichen Wohl das Vertrauen, solange es nichts weiter als eine Variation auf den kleinsten gemeinsamen Nenner ist. Ich entziehe einer Politik das Vertrauen, die ihre Popularität allein auf das Versprechen eines risikofreien Lebens stützt. Ich entziehe einer Wissenschaft das Vertrauen, die behauptet, dass es keinen freien Willen gebe. Ich entziehe einer Liebe das Vertrauen, die sich für das Produkt eines immunologischen Optimierungsvorgangs hält. Ich entziehe Eltern das Vertrauen, die ein Baumhaus »Verletzungsgefahr« und ein Haustier »Ansteckungsrisiko« nennen. Ich entziehe einem Staat das Vertrauen, der besser weiß, was gut für mich ist, als ich selbst. Ich entziehe jenem Idioten das Vertrauen, der das Schild am Eingang unserer Welt abmontiert hat, auf dem stand: »Vorsicht! Leben kann zum Tode führen.«

Antiwaffen-Hysterie und anmaßende Stadtverwaltung

Wie die von den Medien geschürte „Antiwaffenhysterie“ ausufern kann und wie sich ein Bürgermeister und der Chef des zugehörigen Ordnungsamtes blamieren können. Und wie eine ausgesprochen kompetente Richterin Recht spricht.

http://www.legalwaffenbesitzer.de/index.php/alle-news/449-prolegal-berichtet-aus-dem-freiburger-gerichtssaal

Katja Triebel

Oder was haben BSE, SARS, EHEC, Waldsterben, Atomkraft, Amokläufe und Terrorismus gemein?

In den westlichen Ländern leben wir in Frieden und Wohlstand. Kein Krieg, kein Hunger und nur wenig Gewalt bedrohen unser Leben. Viele Ärzte, Medikamente und soziale Netze schützen uns. Die Lebenserwartung steigt von Jahr zu Jahr. Gleichzeitig sinkt das Risiko eines unnatürlichen Todesfalls durch Unfall, Behandlungsfehler, Selbstmord und Mord.

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