Und weil Monitor so schön Unsinn verbreitet …

… noch ein kleiner Hinweis zwecks Belehrung in Sachen Medienkompetenz:

Jedes mal wenn es nach einer Razzia einen dieser „spektakulären“ Waffenfunde von ganzen „Waffenarsenalen“ bei den Neo-Nazis gab, bringen die Medien diese tollen Bilder von den beschlagnahmten Waffen.

Der von Sachkunde völlig unbeleckte TV-Glotzer sieht ein Waffenarsenal. Nun ja, die paar Plempen, die man in den Medien sieht, als Arsenal zu bezeichnen … das ist wie dieser dumme, ausgelutschte, frauenfeindliche Witz mit dem einparken und den 15 cm. Aber das ist ja tyisch für die Couchpotatoes, die vor der Glotze sitzen, sich berieseln lassen und nur in den seltensten Fällen selber denken. „Nazis“ + „Waffenarsenal“ = wird schon so sein, was die Medien da so behaupten.

Guckt man sich aber mal an, was da so an Asservaten auf den Tischen liegen, dann ist das nur sehr selten ein Arsenal und das meiste davon sind auch keine „scharfen Schußwaffen“, sondern Dekorationswaffen (frei ab 18), Druckluftwaffen (frei ab 18), AirSoft (frei ab 18), diverse Messer oder Macheten (frei ab 16 oder 18), Armbrüste (frei ab 18), Schlagstöcke (frei ab 18), Baseball-Schläger, Schreckschuß-/Gas-Pistolen oder -Revolver (frei ab 18). Das macht das Gros dieser „Arsenale“ aus.

Dazwischen finden sich dann ein paar „verbotene Waffen“. Butterfly-Messer (verbotene Waffe), Totschläger (verbotene Waffe), Schlagringe (verbotene Waffe), usw.

Echte, scharfe Waffen – so etwas wie Pistolen, Revolver, Karabiner; Kriegswaffen wie Maschinenpistolen, Maschinengewehre, RPGs (Panzerfäuste), usw.; befinden sich viel seltener darunter.

Aber auch hier gilt von Seiten der Polizei und den Medien: „guckt mal was wir gefährliches bei den bösen, bösen Nazis gefunden haben“.

Tolle Show – Applaus – Vorhang!

Also größtenteils Theater. Einerseits gut für die Polizei, die um Anerkennung, sowie dringend benötigtes Budget und Personal kämpfen muß – und gut für die Medien, die mit der Sensationsgier der Leute ihre Kassen füllen können.

Ich will die Gefahr von Rechts nicht verharmlosen (die schlummernde Gefahr von Links, die sich – noch – hauptsächlich gegen Sachen richtet, übrigens auch nicht). Die eigentlichen „Arsenale“ der Nazis hat man vermutlich noch gar nicht ausgehoben. Aber die eigentlichen Skandale werden weder von der Polizei (rsp. Verfassungsschutz) noch von den Mainstream-Medien aufgeklärt. Es wird hauptsächlich an der Oberfläche gekratzt. Futter für die Meute … Brot und Spiele.

Im Hintergrund laufen völlig andere Dinge ab. Der VS hat in den 70ern die RAF und die APO über V-Leute mit Molotow-Cocktails, Sprengstoff und sogar scharfen Waffen versorgt und zu Straftaten angestiftet. Vorher, während und nach der RAF-Phase wurde auch immer die radikale Rechte gepampert und unterstützt. Gleichzeitig wurde die extreme Linke ausgeforscht – vielleicht in Teilen sogar wieder radikalisiert, wie in den 70ern.

Die Skandale kommen langsam an’s Licht – wenn auch weitgehend unbeachtet von der abgestumpften Öffentlichkeit. Ein paar populärwissenschaftliche Bücher, die vor Halbwissen und Vermutungen nur so triefen, viele Forschungsergebnisse, die aber keiner liest außer Historikern, Geschichts- oder Politikwissenschaftlern und ein paar wenigen Bürgern, die das selber denken noch nicht verlernt haben.

Trotz all der empörenden Skandale gehen die Spielchen von Regierung, Behörden und Medien weiter. Ausgespielt wird Links gegen Rechts, Rechts gegen Links und beide gegen den Bürger … Divide et impera! … Endstation Polizeistaat.

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Das Fernsehmagazin „Monitor“ lügt mal wieder …

English: Houston Gun show at the George R. Bro...
English: Houston Gun show at the George R. Brown Convention Center Español: „Houston Gun Show“ en el Centro de Convenciones George R. Brown (Photo credit: Wikipedia)

… so sehr, daß sich die Balken biegen.

In „Monitor“ wird behauptet, daß man aus unbrauchbar gemachten Waffen (sogenannten Dekorationswaffen bzw. Dekowaffen), mit ein paar Handgriffen wieder voll funktionsfähige Schießwerkzeuge gemacht werden können.

Daß man dazu a) Teile braucht, die man nur illegal kriegt und b) profundes handwerkliches Geschick, sowie einiges an Erfahrung im Waffenbau benötigt, wird einfach weggelassen. Damit wird der Eindruck erweckt, jeder, der sich so ein Stück Schrott kauft, könnte sich mit ein paar Ersatzteilen von eBay wieder eine voll funktionsfähige, zuverlässige Waffe zusammenschustern.

Lügen durch verschweigen von wesentlichen Fakten. Das soll „Journalismus“ sein? Wahrscheinlich haben sie da einen Volontär oder Praktikanten hingesetzt, um diesen Unsinn zu fabrizieren.

Mehr bei thegeek

http://thegeek.de/der-ehemalige-nachrichtensender-prasentiert-kriegswaffen-nazis-spektakulos/

Muß ich noch betonen, daß man den öffentlich-rechtlichen Sendern genau so wenig trauen kann, wie allen anderen Medien?

Happy Birthday „Waffenkultur“

Happy Birthday
Happy Birthday (Photo credit: Wikipedia)

„Die Waffenkultur“ wird ein Jahr alt. Diese Waffenzeitschrift ist keine gewöhnliche Fachpublikation, denn sie ist zwar professionell gemacht, aber kostenlos.

Das ist ungewöhnlich und erstaunlich erfolgreich. Der Anspruch: ehrlich, unabhängig und kompetent wird immer erfüllt. Dabei werden alle Zielgruppen, von Waffenbenutzern abgedeckt.

„Die Waffenkultur“ unterscheidet nicht nach Sportschützen, Waffensammlern, Jägern oder beruflichen Waffenträgern, denn die aktuelle Einteilung wird von interessierten Gruppierungen dazu benutzt, die Waffenbesitzer zu spalten und Unfrieden zu sähen. Sie werden als Waffenbesitzer zusammengefasst.

Das Bedürfnisprinzip wird abgelehnt. Waffenbesitz ist ein Freiheitsrecht, das jedem unbescholtenen Bürger zusteht und nicht an Sport, Jagd oder Sammlung gekoppelt werden darf.

„Die Waffenkultur“ ist ein Magazin der Internetzeit. Sozusagen Waffenzeitschrift 2.0 – modern, kritisch, innovativ und kontrovers.

Als PDF laden oder online lesen.
Link: http://www.waffenkultur.com/

Ein paar interessante Artikel, die man gelesen haben sollte:

Lobbyismus über Bande, bei Lars Winkelsdorf:
http://www.lars-winkelsdorf.de/

http://meinungsterror.de/?p=421
Aktionsbündnis Winnenden in „Complete Denial“. Die Kommentare sind auch sehr interessant.

Neonazis mit Waffenbesitzkarten
Auch hier ist der Kommentar von Cathy wieder sehr fundiert und sachlich.

Großkaliber ist gefährlich? Falsch!

Diskriminierung von Waffenbesitzern

Interaktionelle, strukturelle und institutionelle Diskriminierung.

Eine Gesellschaft, die sich selbst gerne als pazifistisch bezeichnet (es aber definitiv nicht ist, weil die meisten Leute den Begriff Pazifismus völlig falsch verwenden bzw. verstehen) grenzt Menschen aus, die Waffen besitzen. Es spielt überhaupt keine Rolle, daß diese Menschen völlig friedliche bzw. sehr friedliebende Leute sind. Man nimmt einfach an, daß jemand der Waffen hat, kein Pazifist sein kann. Er ist, per selbstgezimmerter Definition, ganz sicher ein potenzieller Verbrecher, Mörder, Amokläufer, vielleicht sogar ein Psychopath oder Soziopath. Zumindest aber muß jemand der Waffen hat ein Atavist sein. Ein sozial und gesellschaftlich zurückgebliebener Primitivling, der geächtet werden muß.

Das ist „strukturelle Diskriminierung“  und sie ist typisch für Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Sexismus, Schwulenfeindlichkeit, Frauenfeindlichkeit, usw.

Der Waffenfeind hält sich für zivilisiert und sozialisiert. Jemand, der mit Waffen umgeht, kann nach seiner Meinung unmöglich zivilisiert sein. Denn ein zivilisierter Mensch hat und benutzt ja keine Waffen. (Das ist übrigens die selbe Sorte Mensch, die begeistert von Mittelalter-Festen ist und eine schmutzige, brutale und primitive Zeit romantisch verklärt).

Das ist interaktionelle Diskriminierung. Der Gegner schreibt dem Waffenbesitzer Eigenschaften zu, auf Basis dessen er diesen diskriminiert.

Natürlich wird der Waffenfeind nie zugeben, daß er jemanden diskriminiert. Er definiert die Beschäftigung seines Gegners als dumm, primitiv, unsozial und gesellschaftlich gefährlich. Damit tut er so, als würde er nicht den Menschen ausgrenzen, sondern greift eher etwas Abstraktes an, einen eher mystischen Gegenstand (die Waffe) und eine Freizeitbeschäftigung (Sammeln, Sport oder Jagd), die in den Augen Öffentlichkeit sowieso nur als stark verzerrtes Bild existieren.

Dieses verzerrte Bild ist das Ergebnis einer interaktionellen und institutionellen Diskriminierung die sich auch auf anderen gesellschaftlichen Gebieten sehr häufig wieder findet.

Die meisten Menschen werden wohl jede Form der Diskriminierung ablehnen, ungeachtet der Tatsache, daß sie jeden Tag die eine oder andere Form von Diskriminierung praktizieren. Nämlich da wo ihre Emotionen, Überzeugungen und Vorurteile die Oberhand über Ratio und Information gewinnen.

Es gibt eine umfangreiche soziologische Studie zu Waffenbesitzern und zu Waffenbesitz. Nur liest die wahrscheinlich keiner. Schließlich ist es viel einfacher andere Menschen aufgrund von Vorurteilen und Unwissenheit zu diskriminieren, als sich zu informieren und aktive Toleranz zu üben. Mit Toleranz meine ich keine blinde Toleranz, sondern Toleranz, die sich auf rationale Informationen stützt.

Schießen im Verein – Eine explorative Untersuchung des legalen Besitzes und Umgangs mit Schußwaffen  – Prof. Dr. Ronald Hitzler, Soziologe

Rezension zu: Arne Niederbacher: Faszination Waffe – eine Studie über Besitzer legaler Schusswaffen in der Bundesrepublik Deutschland – Peter Stegmaier

Faszination Waffe – Eine Studie über Besitzer legaler Schusswaffen in der Bundesrepublik Deutschland – Arne Niederbacher

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