Addendum zum vorigen Rant

Ich habe den Bericht zum LPT-BY kommentiert.

Ad Waffenrecht:

Da hat sich deutlich gezeigt, dass die Schwarmintelligenz sehr schnell zur Schwarmidiotie umschlagen kann. Nämlich, wenn aufgrund von Vorurteilen und Unwissen einfach aus einem Gefühl raus gehandelt wird.

Es ging nicht um die Lockerung des Waffenrechtes, sondern darum, idiotische Regelungen, die keinerlei Sicherheitsgewinn bringen, rauszuwerfen. Es ging um Versachlichung eines emotionalen Themas. Aber kaum fällt das Triggerwort, wird das Hirn abgeschaltet und das Bauchgefühl läuft Amok. Das war echt zum fremdschämen.

Bürgerrechte für alle? Ja sicher – aber man kann ja trotzdem mal schnell 2 Millionen rechtstreue Bürger ausgrenzen, wenn man sie nicht mag, oder?

Mein Rant zum Thema:

https://lawgunsandfreedom.wordpress.com/2012/03/26/liebe-piraten-so-bitte-nicht/

… und dann sehe ich das hier:

http://flaschenpost.piratenpartei.de/wp-liveticker-posts/waffenrecht/

Wie bitte? Sachliche Diskussion? Die Gegner haben sich benommen wie eine Horde Affen – instinktgesteuert, ideologieblind und uninformiert. Das war eine mehr als peinliche Veranstaltung. Voll von geifernder Selbstgerechtigkeit, moralischer Überheblichkeit und Ignoranz.

Sachlichkeit kam von den Leuten der AG Waffenrecht. Aber wenn der Kampfhund der Emotionen erst mal von der Leine ist, haben sachliche Argumente und Statistiken leider nichts mehr zu melden.

Ein Armutszeugnis für die 98 Piraten, die gegen den Programmpunkt 110 gestimmt haben. Es entlarvt Euch – Ihr habt Euch damit als demokratiefeindlich geoutet – mindestens aber als Leute, die blind reagieren ohne sich vorher grundlegend zu informieren.

Den Göttern sei Dank, dass es in der Piratenpartei auch vernünftige Menschen gibt, die Sachpolitik betreiben und Emotionen weitgehend außen vor lassen. Leute, die reflektieren können, die selbstkritisch sind und Fehler erkennen, zugeben und korrigieren.

Die Leute in der Partei, die das nicht können, müssen das sehr schnell lernen – sonst ist bei den Piraten kein Platz für sie.

Liebe Piraten – so bitte nicht!

Das Waffenrecht – Ein Lackmustest für Demokratieverständnis, Risikokompetenz und piratiges Denken. 

Am Landesparteitag in Bayern konnte man wieder ein wunderbares Verständnis von Demokratie bei Teilen der Mitglieder der PP sehen. Am ersten Tag ein deutliches Bekenntnis zu Liberalität, Freiheit, Grundrechten und Datenschutz. Eine einmütige Absage an Überwachungsbefürworter und Kontrollwahn.

Am zweiten Tag wurden genau diese Faktoren, die vorher so einmütig als Ideal beschworen wurden, in Bausch und Bogen über Bord geworfen und einem Teil der Bürger explizit verweigert. Und zwar als es um das Waffenrecht ging.

Nun kann man den meisten stimmberechtigten Piraten sicher nachsagen, dass sie von dem Thema null Ahnung haben. Und man konnte den Fahnenflüchtigen anderer Parteien (vor allem Ex-Anhängern der Grünen, SPD und Linke) deutlich ansehen und anhören, dass sie die obrigkeitshörige Verbotsmentalität ihrer ehemaligen Heimat keineswegs abgelegt haben, sondern munter auf das neue Schiff transportieren.

Freiheit, Toleranz und Grundrechte – keineswegs für alle, sondern nur für ausgesuchte Bevölkerungsgruppen. Die Bürgerrechte für Jäger und Schützen können also nach der Meinung vieler BY-Piraten ruhig eingeschränkt werden. Denn es trifft ja nur Leute, die „man eh nicht haben will“.

Die Deserteure haben ihre verkorkste Ideologie von anderen Parteien mitgebracht und das könnte den Piraten irgendwann das Genick brechen, wenn sie nicht aufpassen. Denn diejenigen, die mit ihrer alten Partei unzufrieden waren, nutzen jetzt die Piratenplanken als Sprungbrett für ihre teils kruden, teils völlig veralteten und verquasten Ideologien, die schon in der alten Partei dumm und falsch waren.

Statt mal zu hinterfragen, was von den alten Prägungen, Mustern, Überzeugungen, Vorurteilen und Ideologien überhaupt den Piraten-Reality-Check besteht, wird weiter fleißig nach außen projiziert – wie bisher auch.

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