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Einen kapitalen Bock …

… geschossen, hat das Bundesverwaltungsgericht. Ich frage mich tatsächlich, ob die Richter dort Sinn und Zwecke des WaffG und der zugehörigen Verwaltungsvorschriften überhaupt begriffen haben (- vorausgesetzt sie haben es überhaupt gelesen und den Sinn dieser Regelungen verstanden).

Mehr bei Katja Triebel:

https://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2016/03/30/bverwg-verbot-von-jagdliche-halbautomaten/

Schalldämpfer in Bayern für alle Jäger freigegeben

Wenn die Meldung stimmt, dann ist das eine echte Sensation:

http://www.jagderleben.de/schalldaempfer-werden-zugelassen

Ich habe ein paar Jäger mit Wohnsitz in Bayern in der Bekanntschaft und einige davon werden Schalldämpfer für ihre Gewehre beantragen.

Seit Jahren sind behördliche Gutachten unter Verschluß, die belegen, daß Schalldämpfer nicht deliktrelevant sind – solche auf Langwaffen schon gar nicht. In Politikerhirnen spuken meist immer noch die völlig unrealistischen Bilder und Geräusche aus US-Aktion-Filmen im Kopf rum. Fiction statt Fakten. Bin gespannt, wie es weitergeht und wann die Jagdbehörden der anderen Bundesländer nachziehen.

Jäger in der Falle

Wieder mal ein Beispiel von „deutschem Qualitätsjournalismus“.  Ein Beitrag der die sehr komplexe Beziehung zwischen Jagd-, Wald- und Agrar-Ökologie nicht mal ansatzweise erklärt, der Leute wie Peter Wohlleben zu Wort kommen lässt, deren Aussagen jeden einigermaßen informierten Bürger und jeden Fachmann ungläubig den Kopf schütteln lassen. Sogar Laien, die vom Thema wenig Ahnung haben, ist aufgefallen, wie wirr und widersprüchlich manche Aussagen in diesem Filmbeitrag waren.

Hier ist das Machwerk zu finden:
http://www.zdf.de/planet-e/Jagd-Naturschutzt-und-Artenschutz-oder-archaisches-Hobby-31386844.html

Trotz der vielen kritischen Stimmen beweihräuchert sich das ZDF selbst für diesen unterirdischen Beitrag. Das ist mehr als peinlich:
http://www.heute.de/zdf-dokumentation-jaeger-in-der-falle-sorgt-fuer-wirbel-bei-jagd-fans-und-jagdverband-31565886.html

Statt mal kritisch zu hinterfragen, ob man vielleicht selbst was falsch gemacht haben könnte, setzt man auf die Stimmen von Leuten, die sich mit dem Thema nicht auskennen und den „guten, sachlichen Journalismus“ loben. Man muß sich wirklich fragen wie es sein kann, daß viele Zuschauer blind das glauben, was da verzapft wurde. Nun ja – kritisches, selbständiges Denken ist leider nicht mehr en vogue … wenn es das jemals war. Hauptsache es klingt irgendwie plausibel und passt zu den eigenen Vorurteilen.

Tendenziös, unsachlich, fehlerhaft und einseitig – das zeichnet diesen Filmbeitrag aus.
Genau so, wie die meisten Medien es auch mit Waffenbesitzern und anderen Minderheiten tun. Auf uns kann man ja ungestraft rumhacken. Die Kontrollmechanismen funktionieren nicht und der Pressekodex – der für alle Journalisten gilt – wird großzügig ignoriert.

Journalistenehre? Professionalität? Ausgewogenheit? Fehlanzeige!
Hauptsache man kann eine Meinung verbreiten, die vor allem  Falschannahmen bestätigt und – für uninformierte Zuschauer – plausibel klingende Behauptungen transportiert. So erzeugt und vertieft man Vorurteile, produziert regelrechte Glaubenssätze, die sich immer mehr verbreiten, obwohl sie nicht der Realität entsprechen. So funktioniert Propaganda. So macht man Meinung, statt zur Meinungsbildung beizutragen.

Wer die Sendung mit wachem, kritischem Verstand gesehen, und sich nicht nur berieseln hat lassen, dem dürften die vielen Ungereimtheiten, Fehler und Falschbehauptungen aufgefallen sein.

Der Jäger Max Götzfried beschwert sich in einem offen Brief, über die unsägliche Berichterstattung und führt minutiös die Verfehlungen auf: http://blog.natuerlich-jagd.de/offener-brief-zur-zdf-doku-„jager-in-der-falle/

Meiner Meinung nach ist er noch viel zu höflich. Aber er hat wohl noch nicht so viel Erfahrung mit der Skrupellosigkeit der Medien gesammelt, wie die Legalwaffenbesitzer, die mit schöner Regelmäßigkeit in die Pfanne gehauen werden, nachdem man ihnen vorher eine sachliche, ausgewogene Berichterstattung versprochen hatte.

Katja Triebel hat auch eine kurze, sehr informative Zusammenfassung dazu: http://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2014/01/24/zdf-oder-jager-in-der-falle/

Mein Fazit:
Wer den Medien als Zuschauer und Gebührenzahler blind vertraut, dem kann man auch eine 10 Jahre alte Schrottkarre als Neuwagen andrehen.

Waffen – Eine Differenzierung

Waffen sind Waffen sind Waffen – oder?
Waffen sind nur zum töten da – oder?

Das ist zumindest die „Argumentation“ von Leuten, die sich damit nicht auskennen. Weder wird nach Verwendungszweck der Waffen gefragt, noch werden die Motive von Waffenbesitzern mit in die Rechnung genommen.

Dabei wäre es so einfach.:

  • Kriegswaffen
  • Behördenwaffen
  • Sportwaffen
  • Sammlerwaffen
  • Jagdwaffen
  • Waffen für Selbstschutz und Verteidigung

Das alles wird von un-informierten Leuten und vor allem von Waffengegnern in einen Topf geworfen. „Waffen töten und sie sind nur dazu bestimmt Leid und Tod zu verbreiten“ – so der Tenor der extremen Pazifisten, Idealisten und Ideologen.

Sehen wir uns das mal genauer an, wobei wir illegale Waffen außen vor lassen:

Waffensammler
Sammler sammeln Waffen. Aus historischen Gründen oder zur Dokumentation von Zeit- und Technikgeschichte, aus ästhetischen Gründen, oder schlicht aus der Freude am sammeln. Denn niemand wird abstreiten können, dass die Menschheit , die „Krone der Schöpfung“ (O RLY?), ohne ihre Waffen noch immer auf den Bäumen säße und sich gegenseitig das Fell lausen würde.

Werden diese Waffen zum töten verwendet? Nein – natürlich nicht. Möglicherweise wurden sie einmal dazu verwendet, aber jetzt sind sie nur noch Sammlerstücke in einer Vitrine. Dokumente einer guten oder schlechten alten Zeit. Geschossen wird damit so gut wie nie.

Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Sammlerwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Null.
Unfälle? Null.

Jäger
Jäger benötigen ihre Waffen zur Ausübung ihres Handwerks. Die Natur reguliert sich nicht von selbst (auch unter „natürlichen Bedingungen“ kommt es vor, daß Raubtiere ihre Beute komplett ausrotten – dafür gibt’s längst wissenschaftliche Belege). Wir haben keine großen Raubtiere mehr in Europa, die den Wildbestand natürlich regulieren. Europa ist auch so dicht bevölkert, daß für große Raubtiere schlichtweg kaum Platz ist. Und wer will sich schon nachts in seiner Wohnung verbarrikadieren müssen, weil die Straße den Bären gehört, wie in Rumänien?

Die Natur ist teils durch vergangenen Raubbau und Misswirtschaft, sowie heute durch moderne Anbaumethoden derart aus den Fugen geraten, daß der Mensch regulieren muss – ob er will oder nicht. Wird abgeschossen, dann heißt es: „das arme Bambi“, wird aber nicht abgeschossen, dann vermehren sich die „Bambis“ und andere Tiere innerhalb weniger Jahre derart stark, dass sie die Äcker kahlfressen. Über die mittel- und langfristigen Konsequenzen wird vor lauter Mitleid gar nicht nachgedacht. Dann haben nämlich Tierschützer und Vegetarier auch nichts mehr zu essen. Den Fanatikern von PETA könnte das nur recht sein.

Gejagt und geschossen wird täglich – zehntausendfach.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Jagdwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Extrem selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Extrem selten.

Sportschützen
Manche Sportler benötigen ein Sportgerät. Beim Schützen sind das Gewehre, Pistolen, Bögen, Armbrüste, gelegentlich sogar Kanonen. Sportschießen ist die viertgrößte Breitensportart in Deutschland. Berichtet wird darüber selten. Eine der wenigen Ausnahmen ist Biathlon, wo auch immer noch mit scharfen Waffen geschossen wird. Komischerweise stört sich da ein Großteil der Bevölkerung nicht dran. Die vielen Regional-, Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften in den erstaunlich vielfältigen Schießsportdisziplinen wird in den meisten Medien weitgehend totgeschwiegen.

Schießsport kann als Hobby oder als Hochleistungssport betrieben werden. Es ist eine der sichersten Sportarten Deutschlands. Verletzungen oder gar Todesfälle sind extrem selten. Schießsport stärkt Konzentration und Kraft, erfordert Disziplin und soziales Verhalten.

Sportlich geschossen wird täglich – viele hunderttausend Schuss pro Tag!
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Sportwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Extrem selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Sehr selten.

Behördenwaffen

Polizisten brauchen Waffen zum Selbstschutz. Sie müssen sich (und gegebenenfalls Bürger) gegen die Übergriffe von Gesetzesbrechern verteidigen.

Die Polizei schiesst nicht oft. Weder im Training (was sehr bedenklich ist) noch im Dienst.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Behördenwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Selten.

Selbstschutz
Waffen für Selbstschutz und Verteidigung werden in Deutschland so selten genehmigt, daß es bundesweit gerade mal 18 587 Waffenscheine gibt. Marginal.

Waffeneinsatz für den Selbstschutz ist so selten, daß es gar keine Statistiken dafür gibt.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Waffen zum Selbstschutz? Null.
Missbrauchsfälle? Nicht bekannt. Wahrscheinlich keine.
Unfälle? Nicht bekannt.

Kriegswaffen

Die Waffen des Militärs sind Zivilisten nicht zugänglich, da laut Kriegswaffenkontrollgesetz verboten. Diese Waffen haben nichts mit den legal erhältlichen Zivilwaffen zu tun. Sie befinden sich nicht in Bürgerhänden, sondern in den Händen des Militärs. Eingesetzt werden dürfen sie nur mit einem Bundestagsmandat.

Waffeneinsatz? Verhältnismäßig wenig im Training. Häufiger im Einsatz.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Militärwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Selten.
Unfälle? Selten.

Allerdings: Kriegswaffen werden exportiert. Der allergrößte Teil unter strengster Kontrolle. Ein kleiner Teil gelangt trotzdem in Krisengebiete und das darf nicht sein. Gleichzeitig vertickt unsere Regierung immer wieder Kriegsgerät an Diktaturen und in Regionen, die als „stabil“ deklariert werden. Da ist die Empörung der Bevölkerung mehr als verständlich. Aber – da die Kriegsgegner (und jeder vernünftige Mensch ist gegen Krieg) nicht zwischen Kriegs- und Zivilwaffen und deren Benutzern unterscheiden (können/wollen), werden die friedlichen, zivilen Waffenbesitzer mit der Rüstungslobby und dem Militär in einen Topf geworfen.

Fazit:
Wirft man einen Blick auf die aktuelle Todesartenstatistik des Statistischen Bundesamtes, so besteht keinerlei Grund zur Sorge. Fast jede andere Todesart ist wahrscheinlicher, als durch eine Schusswaffe um’s Leben zu kommen.

Waffenbesitz ist in Deutschland gut reguliert (man kann auch problemlos feststellen: sinnlos überreguliert). Die Zivilwaffenbesitzer haben mit der „Rüstungslobby“ nicht das geringste zu tun.

Wo liegt jetzt eigentlich das Problem?

  • Bei der hysterischen, emotionalen Berichterstattung, wenn einer der sehr seltenen Mißbrauchsfälle geschieht? Eine Berichterstattung, die Taten mit illegalen Waffen weitgehend ignoriert, aber richtig aufdreht, wenn einmal etwas mit einer legalen Waffe passiert? Eine Berichterstattung die Waffenbesitzer seit Jahren stigmatisiert, obwohl jede Statistik belegt, daß es da nichts zu stigmatisieren gibt?
  • An den Politikern (allen voran den Grünen), die keine Ahnung von dem Pazifismus haben, den sie selbst predigen, der aber überhaupt nichts mit den Waffenbesitzern zu tun hat, da die allermeisten von ihnen friedliebende und gesetzestreue Bürger sind? Politiker, die in fernen Ländern von unseren Soldaten Kriege führen lassen und Waffen an Diktaturen und in instabile Regionen verkaufen? Politiker, die inkompetent und ignorant – dafür aber großherrlich – bestimmen, was als richtig und was als falsch zu gelten hat?
  • An den Bürgern, die sich kritiklos von der Propaganda der Medien und der Politik beeinflussen lassen, ohne mal selbst nachzudenken, oder sich gründlich zu informieren?

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen abstrakter Gefährdung und realer Gefährdung.

Die abstrakte Gefährdung bei Feuerwaffen wird gerne als hoch bewertet (auf welcher Grundlage eigentlich?), emotional gesehen scheint sie inakzeptabel hoch zu sein. Praktisch gesehen, passiert so wenig, dass man sich wundert, wieso angesichts der hohen Verbreitungszahlen von Feuerwaffen in Deutschland (5,5 Mio. legal, 20-40 Mio. illegal), die Missbrauchsrate derart niedrig ausfällt. Weit niedriger, als der Laie eigentlich erwarten würde. Wird wohl daran liegen, daß wir eine sehr friedliebende Zivilgesellschaft sind und kein „failed State“.

Waffen sind Männersache

Klar, muß ja so sein. Der Mann, als Archetyp des Ernährers/Jägers, als Familienvater/Verteidiger, aber auch als Soldat oder Gewalttäter hat traditionell eine Affinität zu Waffen. Wird von manchen Psychologen behauptet, wird wohl stimmen. (Der letzte Satz ist ironisch gemeint. Es gibt etliche, viel neuere Studien, die dieses alte Klischee durchaus in Frage stellen).

Klischees sind was wunderbares – sie mögen zwar, oberflächlich gesehen, einen wahren Kern haben, aber sorgfältig betrachtet sind sie halt nur grobe Holzschnitte, die der Realität nicht unbedingt gerecht werden.

Man redet Frauen seit Jahren ein, daß sie die weichen, nachgiebigen, vermittelnden und vor allem friedlicheren und pazifistischeren Persönlichkeiten wären. Außerdem sind Frauen generell gegen Waffen. Oberflächlich gesehen scheint das tatsächlich zuzutreffen. Das Bild wird von den Medien so gezeichnet, so stellt es sich in den Köpfen der Bevölkerung dar. Aber stimmt das Bild?

Gerade in den letzten Jahren nimmt der Anteil der Frauen bei den Sportschützen und vor allem bei den Jägern kontinuierlich zu. Warum halten sich die Frauen nicht an das Bild, das die Gesellschaft von ihnen hat (oder haben will)? Haben wir zu viele starke (nicht selten bewaffnete Frauen) in amerikanischen Action-Filmen, als neues Rollen-Beispiel?

Bei einigen wenigen Frauen mag das der Fall sein. Andere dagegen stellen die alten Rollenbilder in Frage und dringen ganz selbstverständlich in die sogenannten Männerdomänen ein. Das ist etwas, was den Soziologen auffällt und worüber sie dann Studien schreiben, die niemand liest.

Daß Frauen in den Schützenvereinen aber schon immer eine feste Größe waren – wenn auch als Minderheit – das wird gerne übersehen. Viele der Schützen bei Olympia sind Frauen. Sehr erfolgreiche übrigens. Beim schießen mit großkalibrigen Flinten (Trap & Skeet) spielen sie bei der Weltspitze ganz vorne mit, genauso wie bei den Druckluft- und Kleinkaliber-Disziplinen.

Auch der Biathlon ist eine der Paradedisziplinen für die Frauen. Da schweigt sogar der Waffengegner. Vermutlich weil er nicht weiß, daß da mit scharfen Waffen geschossen wird. Bis 1977 sogar mit Großkaliber-Gewehren. Übrigens: Biathlon ist, wie die meisten klassischen Sportarten, eine „militärische/kriegerische“ Disziplin. Denn sehr viele populäre Sportarten haben/hatten einmal einen militärischen Zweck.

Aber auch bei den Schießsportarten die nicht olympisch sind, haben die Frauen seit vielen Jahrzehnten einen festen Platz – im Allgemeinen ziemlich weit vorne. Korreliert man die sportlichen Ergebnisse mit denen der Männer, dann weiß man, warum es nach Geschlechtern getrennte Wettbewerbe gibt. In diesem Fall allerdings anders als bei den „physischen“ Sportarten, bei denen Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer den Männern meist einen Vorteil vor den Frauen geben. Beim Schießsport ist es auch mal anders herum. Denn die Frauen liegen bei diesem Sport mit den Männern oft Kopf an Kopf. Die Regelung sorgt also ausnahmsweise dafür, daß das Gros der Männer nicht unter „ferner liefen …“ in der Ergebnisliste steht. Manche Schießsportarten (wie das Silhouetten-Schießen) kennen gar keine geschlechtliche Trennungen zwischen Mann und Frau und das Alter ist im großen und ganzen sowieso egal.

Schießen (Sport und Jagd) ist also keine „unweibliche“ Betätigung. Es ist definitiv keine Sportart, die auch nur ansatzweise einer Gender-Trennung unterliegen sollte oder gar müsste. Diese Trennungen nehmen nur Ewiggestrige und Ideologen vor.

Seit einigen Jahren erlebe ich, daß nicht nur Töchter, Freundinnen und Lebensgefährtinnen von Sportschützen Pulverdampf schnuppern, was die häufigste Art ist, wie Frauen zum Schießsport kommen, sondern daß kleinere Gruppen von 2-5 Frauen auf dem Schießstand auftauchen, ganz gezielt nach einem Probetraining fragen, oder „einfach mal schießen“ wollen.

Das an sich ist schon, verglichen mit früher, ziemlich ungewöhnlich. Denn die erst mal distanzierte Atmosphäre und die Männerdominanz in den Vereinen lädt normalerweise nicht dazu ein, spontan und unbefangen einfach etwas neues auszuprobieren.

Es ist jedenfalls spannend zu sehen, wie selbstbewusst und unbefangen Frauen an etwas herangehen, was ihnen laut Rollenbild (sowohl dem traditionellen, als auch dem modernen) nicht zugestanden wird. Da bekommt man Fragen, die ein Mann kaum in dieser Form – wenn überhaupt – stellen würde:

Wie funktioniert das?
Wie hält man die Waffe richtig?
Wie lädt man richtig?
Gehört das Magazin so oder anders herum rein?
Wie stark ist der Rückstoß?
Wie fest muß ich zupacken?
Wie zielt man richtig?

Schon nach der mündlichen Einweisung (die fachkundig und didaktisch sein sollte) legt sich ein Großteil der Nervosität und nach den ersten Schüssen, erst in Kaliber .22 und dann auch diverse Großkaliber ist die unterbewusste Einstellung „… so was macht frau nicht“ völlig weg.

Statt dessen (wie bei allen Anfängern) Begeisterung, breites Grinsen und der Wunsch nach mehr.

Zugegeben … viele Frauen wollen nur mal ausprobieren, eine neue Erfahrung machen, und kommen dann nie wieder. Aber auch das ist völlig in Ordnung, denn es ist schon sehr viel wert, wenn man jemandem den Unterschied zwischen Kino und Realität begreiflich machen kann. Aber andere kommen immer mal wieder (und bringen Freunde und Bekannte mit) und manche bleiben, weil sie wirklich Spaß an der Sache haben.

Ich jedenfalls freue mich immer wieder darüber, wenn jemand eine neue Erfahrung machen will – egal ob männlich oder weiblich, egal ob „mal ausprobieren“ oder mit längerfristigem Interesse (das sich sowieso oft erst nach ein paar unverbindlichen Trainingseinheiten einstellt).

Also, werte Damen – keine falsche Scheu vor Dingen die Ihr nicht kennt und vor denen man Euch Angst macht, oder bei denen man Euch einreden möchte, es wäre nichts für Euch. Mitreden kann man am besten, wenn man es ausprobiert. Ich habe immer noch den Spruch einer Schnupperschützin (Dipl. Soz-Päd.), die ihre 2 Freundinnen eigentlich nur mit großen Vorbehalten begleitet hat, im Kopf: „Ich verstehe nicht, was jetzt daran so schlimm sein soll, macht doch Spaß!“

Und was die steigende Zahl an Jägerinnern angeht, da sprechen die Zeitungsberichte Bände:

Frauen und Jagd – Süddeutsche Zeitung

Wenn Frauen jagen – WamS

Johanna geht jagen – HAZ