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Messer – Mordwaffe Nr. 2*

Zwei schöne Berichte, die zu lesen lohnen:

So gefährlich sind Stichwaffen

Feuer frei: Messerangriff

Anhand dieser Artikel fragt man sich wirklich, warum so viele Menschen Angst vor Schußwaffen haben. Vor Messern und anderen Hieb- und Stichwaffen müsste der Normalbürger sich viel mehr fürchten.

Tut er aber nicht. Schließlich nimmt er dieses Teufelswerkzeug selbst fast jeden Tag zur Hand. Manche Frau sogar noch viel öfter als manche Männer. 😉

Das Wissen, daß man den sicheren Umgang mit dem Messer von seinen Eltern schon in frühester Jugend beigebracht bekommen hat, die Sicherheitsregeln, die einem in Fleisch und Blut übergegangen sind, so daß man gar nicht mehr groß drüber nachdenkt, sowie Gewohnheit und Übung sorgen dafür, daß man sich keine Gedanken darüber machen muß, ob man sich jetzt gleich selbst in die Hand schnitzt oder seinem Gegenüber versehentlich (oder gar absichtlich) ein Auge aussticht.

Ja, der Vergleich Messer mit Schußwaffe hinkt natürlich ein kleines bisschen. Unfair ist er noch dazu. Messer sind laut Statistik sehr viel häufiger bei Mord und Totschlag beteiligt als Schußwaffen. Wer das sauber aufgeschlüsselt haben will, kann hier vorbeischauen.
→ https://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/waffenverbote/

Warum haben also die meisten Leute, keine Angst vor dem Umgang mit einem potenziell sehr gefährlichen Werkzeug?

  • Gewohnheit
  • Übung
  • Ausbildung
  • Wissen um die potenzielle Gefährlichkeit, die richtig eingeschätzt werden kann

Und wie sieht es bei den Schußwaffenbesitzern aus?

  • Gewohnheit
  • Übung
  • Ausbildung (Sicherheitstraining)
  • Wissen um die potenzielle Gefährlichkeit, die richtig eingeschätzt werden kann (Waffensachkunde, Risikokompetenz)

Der Schußwaffenbesitzer kann Messer und Feuerwaffe gut einschätzen. Er hat eine gründliche Ausbildung, Erfahrung, ständigen Umgang und Fachwissen.

Der Normalbürger mit seinem Brot- oder Bratenmesser kann also die Gefährlichkeit einer Schußwaffe nicht beurteilen … tut es aber trotzdem. Schließlich hat er eine Menge Anschauungsmaterial in Form von US-Actionfilmen und Fernsehserien. Daß diese „Unterrichtsmedien“ reine Phantasie sind, merkt der Konsument gar nicht. Sieht ja realistisch und plausibel aus. Ist es aber nicht.

Deshalb freue ich mich über diese beiden Zeitungsartikel, die zur Risikokompetenz beitragen können.

* Die Mordwaffe Nr. 1 sind und bleiben Hände- und Füße, sowie „stumpfe Gegenstände“.

Es ist doch nur ein Messer

1. Messer sind tödlicher

„Laut einer FBI-Statistik über Polizisten, die in Kämpfen getötet wurden, starben nur 10% von denen, die angeschossen wurden, aber 30% von denen, die mit einem Messer angegriffen wurden“

2. Messer haben keine Schusslinie

„Eine Schusswaffe kann dich nur töten, wenn du dich in der direkten Flugbahn der Kugel befindest. Das erklärt auch, warum sogar bei Distanzen, die nur ca. 3-6m betragen, nur eine von vier Kugeln überhaupt das Ziel trifft – und die Statistik bezieht sich auf trainierte Polizisten! – Aber Messer können aus jedem Winkel tödliche Verletzungen zufügen – und sie verfehlen ihr Ziel nicht.“

3. Messern geht die Munition nicht aus

„In einer Nahkampfsituation kann man 3 bis 5 Mal pro Sekunde von Stichen getroffen werden. Eine Kurzwaffe hat nur bis zu etwa 15 Schuss. Wenn Du nicht hinter einer Deckung bist oder  weit genug weg, um nachzuladen, ist das alles, was Du hast. …Wenn man dann noch bedenkt, dass es mehrere Treffer benötigen kann, um den Angreifer tatsächlich zu stoppen, dann findest du dich in einer Situation wieder, in der dein Magazin leer ist und der wütende Kriminelle immer noch ein Messer hat, dem das Metal nicht ausgehen wird.“

4. Messer erfordern keine Fähigkeiten, um sie zu nutzen

„Seit unserer Kindheit haben wir die natürliche Fähigkeit erworben, ein Messer zu halten und damit zu schneiden. Während es sehr viel Trainings bedarf, ein Experte in der Handhabung von Schusswaffen zu werden, kann jeder Dreckskerl mit einem spitzen Stück Metall die Klinge mit den plumpesten Bewegungen wie ein Meister beherrschen. Zudem üben die meisten Waffenbesitzer auf dem Schießstand nur das Zielscheibenschießen und sind somit nicht darauf vorbereitet, in einer Nahkampfsituation zu schießen.“

5. Messer „warnen“ nicht

„Messer können nicht nur leichter verborgen und einfacher gezogen werden, sie sind dazu noch stille Killer. Wenn ein Schuss abgegeben wird, weißt du, dass du dich in einem Feuerkampf befindest. Aber viele Opfer von Messerattacken erzählen, dass sie nicht mal wussten, dass auf sie eingestochen wurde – bis es zu spät war. Wenn dann noch ein Adrenalin-Schub dazu kommt, dann spürst du vielleicht nicht mal, dass auf dich eingestochen wurde und denkst, Du wurdest geschlagen.“

Weiterlesen bei „Die Waffe(n) der Frau“

Messer sind Waffen

Die Kanzlei Ferner-Alsdorf hat einen schönen Blog-Artikel darüber, welche Messer unter das Waffengesetz fallen.

Waffengesetz: Erlaubte Messer nach dem Waffenrecht

Ja, das Waffengesetz bezieht sich auf ganz alltägliche Gebrauchsgegenstände. Die Grenze zwischen Gebrauchsgegenstand und Waffe wird dabei teilweise sehr willkürlich gezogen und oft eher aus politischem Kalkül statt auf Faktenbasis.