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Meinungshoheit, „Neusprech“ und der neue Adel

„Der Grünblüter hat eine klare, wenn auch eher willkürliche Definition im Kopf, welche Minderheit eine zu schützende, politisch korrekte Mainstream-Minderheit ist und welche Minderheit eine kraft des politisch korrekten Mainstreams zu verfolgende Minderheit ist.“

Das ist nicht von mir, das ist von Bettina Röhl, die in der Wirtschaftswoche kräftig gegen den neuen „grünen“ Adel und seine angemaßte Meinungs-, Deutungs- und Handlungshoheit herzieht. Ein eher längerer, aber sehr treffend pointierter Beitrag, den ich sehr empfehle. Er passt auch sehr gut zu meinen beiden vorigen Blog-Einträgen.

http://www.wiwo.de/politik/deutschland/bettina-roehl-direkt-gott-beschuetze-die-gesellschaft-vor-ihren-minderheiten/v_detail_tab_print/9696452.html

Im Prinzip verkaufen die „grün“ denkenden Menschen (die es inzwischen – dank allgemein vergiftendem Gedankengut – in jeder politischen Richtung gibt) ihre Meinungen, moralischen Ansichten und Vorurteile als allgemein gültige Denk- und Handlungsmaxime. Das „Doppeldenk“ und „Neusprech“ das in Orwells Roman 1984 so eingängig beschrieben ist, haben diese Leute in unserer Gesellschaft längst verankert.

Schon unseren Kindern wurden und werden diese Denkweisen beigebracht, da die „Grünblüter“ sich im Sozialbereich, in Schulen und an Universitäten gründlich breit gemacht haben, wo sie ihre manipulative, zersetzende Kraft besonders effektiv einsetzen können. Sie selbst merken es in ihrer willkürlichen Selbstgerechtigkeit meist gar nicht.

Der „Grünblüter“ ist genau so ein rassistischer Minderheitenverfolger, wie die „Anderen“ (eine beliebige Gruppierung, Mehrheit oder Minderheit, die die grünen Ansichten nicht teilt), die er so prominent anprangert. Allerdings verlangt und trägt er ob seiner überlegenen Meinungshoheit dabei einen Heiligenschein – bzw. fordert ihn ein.

Leute, die laut schreien, wenn sie irgendwo Diskriminierung wittern, die selbst aber kräftig diskriminieren. Aber immer nach dem Doppeldenk/Neusprech-Motto: „Wir diskriminieren niemanden – nur die, die es verdient haben“.

Ich nenne so etwas eine verabscheuungswürdige Heuchelei, die auch noch mit Selbstbetrug einhergeht. Kein Wunder, daß dem grünen Adel das Prädikat „Gutmensch“ nicht passt, so daß sie das Wort als „rechte Kampfrhetorik“ verstanden haben wollen.

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Rhetorische Tricks und Manipulationen

Jeder Mensch manipuliert. Das geht gar nicht anders, denn jede Form von Kommunikation ist auch Manipulation (Beeinflussung des Gegenübers). Diese Tatsache an sich ist wertneutral. Es kommt auf die Inhalte an, besonders, wenn es um Meinungen versus Tatsachen geht. Nun gibt es aber von Seiten der „selbstgerechten“ Fraktion viele rhetorische Tricks, mit denen Inhalte einfach negiert werden. Da wird dann gerne mit „Neusprech“ und mit subtilen oder offensichtlichen Verdrehungen gearbeitet.

Jemand, der geradeheraus ist und nicht in Spaghettibahnen denkt, hat gegen solche „Pseudo-Argumente“ kaum eine Chance. Hier ein Leitfaden, wie so etwas funktioniert. Anhand dessen kann man entsprechende Verteidigungsstrategien entwickeln.

http://derailingfueranfaenger.wordpress.com

(„derailing“ ist ein englischer Begriff. Er bedeutet, jemanden entgleisen zu lassen, ihn auf Nebenschauplätze zu locken oder sonstwie aus der Spur zu bringen.)

Denkverbote und Tabus der Gesellschaft

Political Correctness is...
Political Correctness is… (Photo credit: Dave Kleinschmidt)

Eigentlich sind die Links-Sozialen ’68er ja mal angetreten um eingefahrene Gleise zu verlassen und Denkverbote, Tabus und Dogmen zu brechen.

Heutzutage hat sich die idealistische Idee zu einem Gedankengefängnis entwickelt. Der Focus hat dazu einen schönen Artikel:

Political Correctness – Was darf man in Deutschland sagen – und was nicht?

Die Political Correctness wird von allen politischen Seiten als Totschlagargument mißbraucht. Dazu passt auch immer noch dieser Artikel aus der ZEIT, der polemisch überspitzt sein sollte, sich aber leider immer mehr als bittere Realität des Tugend- und Moralterrorismus der „Neusprecher“ und „Gutdenker“ herausstellt.

Fazit: Man muß ständig hinterfragen, immer neu überprüfen und vor allem die Hintergründe kennen. Und man sollte – wenn man sich traut – die verkrusteten Denkstrukturen, die mal gut gemeint waren, aufbrechen.