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Christlicher Pazifismus?

Ron Siderius hat drüben bei der GRA einen interessanten und lesenswerten Artikel über den „christlichen Pazifismus“:

http://german-rifle-association.de/waffenbesitz-die-bibel-und-die-waffen/

Der „christliche“ Pazifismus ist wohl auch einer Untertanenhaltung und der Unfähigkeit geschuldet, zwischen einem aktiven Angriff und Selbstverteidigung als Definition von Gewalt unterscheiden zu können oder zu wollen. Mit hinein spielen mehrere mögliche Faktoren:

  • Unwille sich selbst zu verteidigen
  • Unfähigkeit sich selbst zu verteidigen
  • Obrigkeitshörigkeit
  • blindes Vertrauen in Staat und Behörden
  • gefühlte moralische Überlegenheit gegenüber Anderen
  • ein ungerechtfertigtes „Sicherheitsgefühl“
  • Weigerung Verantwortung zu übernehmen
  • falsche Vorstellungen von „Pazifismus“
  • falsch interpretierte religiöse Regeln
  • usw.

Mir sind in den letzten Jahren auch viele christliche Menschen untergekommen, die sich auf Gandhi berufen. Aber genauso wenig wie Jesus, predigte Gandhi diesen kruden und weltfremden Totalpazifismus, wie ihn manche Menschen vorgeben zu leben. Viele sich so bezeichnende Pazifisten sind einfach nur Opportunisten – wieder andere setzen sich auf ein moralisch hohes Roß um mit weltfremdem Gelaber verbale Gewalt und Gruppenzwang auszuüben. Denen gilt nur körperliche Gewalt als die Gewalt, die sie ablehnen. Aber mit dem Wort als Waffe gehen sie formidabel um.

„Worte = Waffen, mit denen Wunden geschlagen werden können, die niemals vernarben.“
―Klaus Bölling

Echte Pazifisten gibt es sehr wenige. Leute, die von und über Pazifismus reden, dagegen sehr viele. Die wenigsten dieser Leute begreifen, was echter Pazifismus ist (wie z.B. Margot Käßmann). Sie werden im Extremfall den hohen Anforderungen, die so eine Geisteshaltung fordert, nicht gerecht. In der relativen Sicherheit der zivilisierten deutschen Gesellschaft ist es leicht sich als Pazifist auszugeben. Im Ernstfall, wird davon wohl nichts mehr übrigbleiben.

Pazifismus ist ein sehr idealistisches Konzept. Aber echten Pazifismus im Sinne von Gandhi zu leben – das ist etwas, was die allermeisten Menschen überfordern dürfte. In der relativen Sicherheit die die europäischen Gesellschaften noch bieten, ist so eine Haltung billig.

Was Pazifisten auch regelmäßig verdrängen: Friedfertige Haltung und Großzügigkeit ist nur aus einer Position der Stärke heraus möglich. Der Bereitschaft, den Mut, dem Tod ins Auge zu sehen. Egal ob man bewaffnet oder waffenlos ist. Gandhi formulierte das so:

Though violence is not lawful, when it is offered in self-defence or for the defence of the defenseless, it is an act of bravery far better than cowardly submission. The latter befits neither man nor woman. Under violence, there are many stages and varieties of bravery. Every man must judge this for himself. No other person can or has the right.

Deshalb sollte man die Moralapostel, die Anderen ihre seltsamen Formen von Pazifismus überstülpen wollen, einfach auslachen. Den geforderten Mut hat noch kaum jemand von denen beweisen müssen und die allerwenigsten wären fähig, diese Stärke angesichts von echter Gefahr aufzubringen. Die meisten Pazifisten werden sich als Feiglinge und Opportunisten entpuppen, wenn es ernsthaft auf Leben und Tod ankommt.

Weder werden sie fähig sein, sich gewaltlos einem Gegner entgegenzustellen, noch werden sie kämpfen können. Die Resultate dieses falschen Pazifismus sind Ungerechtigkeit und Unterdrückung. So weit denken die Möchtegern-Pazifisten aber nicht. Sie verheddern sich in ihrem irrealen Bild von der rosaroten, gewaltfreien Traumwelt.

Zivilcourage?

Eins der Probleme in der Rezeption von Verbrechens-Opfern scheint zu sein, daß jemand, der sich erfolgreich wehrt, in den Augen von Medienkonsumenten und Medienvertretern zum Täter avanciert. Nur ein Opfer, das auch eins bleibt, ist ein gutes Opfer. Wehrt sich das Opfer, dann wird es zum Täter umetikettiert und der eigentliche Täter wird zum „armen Opfer“. Daß das Recht eigentlich auf Seiten des Angegriffenen ist, wird dabei ausgeblendet oder verdrängt. Frei nach dem Motto: „Wer Gewalt einsetzt, hat unrecht!“

Da überlegt man sich zweimal, ob man hilft oder sich selbst verteidigt, wenn die Wahrscheinlichkeit groß ist, daß das Notwehrrecht extrem eng ausgelegt wird. Man hat teilweise das Gefühl, daß die Wahrnehmung dieses Naturrechtes durch die Bürger nicht gewünscht ist.

„Sei ein braves Opfer, sei Dir unseres Mitgefühles gewiss (so lange Du Dich nicht wehrst), und danke, daß Du die verlogene, pseudo-pazifistische Moral der Mehrheit damit unterstützt. Wir stehen auf Schafe, die sich nicht wehren.“

So macht man es den Tätern leicht. Diese nutzen die von oben empfohlene Schafsmentalität rücksichtslos aus.

Einerseits wird Zivilcourage vom Bürger erwartet und sogar gefordert – meist von Menschen, bei denen die Gefahr, daß sie mal einem Angriff ausgesetzt sein könnten, extrem gering ist, oder Leuten, die Personenschutz haben – andererseits werden das Notwehrrecht und die Regelungen für Nothilfe so eng ausgelegt, daß man fürchten muß, daß Zivilcourage zum eigenen Nachteil gereicht.

Im selben Tenor:
http://sagittarius-femininus.de/taeter-und-leichte-opfer/

Kollektivschuld ist ein faschistisches Konzept

© Oleg Volk • http://a-human-right.com
© Oleg Volk • http://a-human-right.com

Ich bin nicht verantwortlich,
für die Vergehen anderer Menschen,
oder für Vergehen von Leuten, die wie ich aussehen,
oder für Vergehen mit Waffen, wie ich sie auch habe,
oder gar für irgend eine beliebige Handlung anderer Menschen.

Ich bin nur verantwortlich für meine eigenen Handlungen.

Liebe Waffengegner, Ihr kultiviert die Kollektivschuld der Nazis – die Sippenhaft.

Ich verstehe bei den einen, daß sie vor Angst oder Schmerz nicht klar denken können. Ihr habt mein Mitgefühl. Aber ich bin nicht für die Taten anderer Menschen verantwortlich. Lasst mich und mein Eigentum in Ruhe. Ich bestehe auf meine, mir gesetzlich verbrieften, Rechte und lasse mich nicht vorverurteilen.

Ich verstehe bei vielen, daß es ihnen um „Pazifismus“ geht. Lest und versteht Gandhi, statt etwas zu behaupten, was dieser großartige Mensch nie von anderen Menschen erwartet oder gar gefordert hat. Denn Euer falsches Verständnis von Pazifismus spielt dem Totalitarismus in die Hände.

Ich verstehe bei den anderen, daß es ihnen um Deutungshoheit, Macht und Kontrolle geht. Ihr seid Feinde der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Euch bekämpfe ich mit allen mir zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln.

Gandhi sollte man lesen …

Das empfehle ich vor allem Hardcore-Pazifisten.

Beim Aufräumen fiel mit eine alte, verstaubte Bücherkiste auf, die schon bestimmt fast 15 Jahre in der Ecke steht. Oben auf lagen u.a. zwei Bücher und einige Ausdrucke von Essays von Gandhi. Das, worauf ich mich im folgenden beziehen werde, heißt „Between Cowardice And Violence“, das andere „The Doctrine of the Sword“.

Viele Waffengegner glauben ja an die absolute moralische Überlegenheit des friedlichen, waffenlosen Widerstandes und weisen dazu gerne auf Gandhi hin. Eigentlich ein Beleg dafür, daß sie seine Schriften nie wirklich gelesen haben.

Hätten sie ihn gelesen, dann wüssten sie auch, daß Gandhi gar nichts gegen Waffen hatte. Er war sogar für Waffenbesitz und gewaltsame Selbstverteidigung.

Glaubt Ihr nicht? Bitteschön, hier die Belege:

     “I do believe that where there is only a choice between cowardice and violence I would advise violence, …” (Doctrine of the Sword)

Weiter geht es mit:

„… When my eldest son asked me what he should have done, had he been present when I was almost fatally assaulted in 1908, whether he should have run away and seen me killed or whether he should have used his physical force which he could and wanted to use, and defended me, I told him that it was his duty to defend me even by using violence“

Quelle: https://www.mkgandhi.org/nonviolence/D_sword.htm

Gandhi empfahl auch „gerechtfertigte Gewalt“ gegen „Feigheit und Unterwerfung“:

     „… Hence also do I advocate training in arms for those who believe in the method of violence. I would rather have India resort to arms in order to defend her honor than that she should in a cowardly manner become or remain a helpless witness to her own dishonor.“ – M.K. Gandhi, The Doctrine of the Sword

Quelle: https://www.mkgandhi.org/nonviolence/D_sword.htm

Außerdem erklärt Gandhi, daß jemand der nicht fähig ist, sich oder seine Familie zu verteidigen, in seinen Augen ein hilfloser Feigling und ein „Wurm“ wäre.

In seinen eigenen Worten aus dem Text „Between Cowardice And Violence“:

„… He who cannot protect himself or his nearest and dearest or their honour by non-violently facing death may and ought to do so by violently dealing with the oppressor. He who can do neither of the two is a burden. He has no business to be the head of a family. He must either hide himself, or must rest content to live for ever in helplessness and be prepared to crawl like a worm at the bidding of a bully …

     [When violence] is offered in self-defence or for the defence of the defenceless, it is an act of bravery far better than cowardly submission.“

Quelle: http://www.mkgandhi.org/nonviolence/phil8.htm

Außerdem aus dem oben verlinkten Text:

     „… A man who, when faced by danger, behaves like a mouse, is rightly called a coward.

     Not knowing the stuff of which nonviolence is made, many have honestly believed that running away from danger every time was a virtue compared to offering resistance, especially when it was fraught with danger to one’s life. As a teacher of nonviolence I must, so far as it is possible for me, guard against such an unmanly belief.

     Self-defence … is the only honourable course where there is unreadiness for self-immolation.“

Man sieht also, sogar Gandhi war für Selbstverteidigung, sogar, wenn man selbst dazu Gewalt anwenden müsste.

Noch ein Zitat aus seiner Autobiographie (Seite 446):

     „Among the many misdeeds of the British rule in India, history will look upon the Act depriving a whole nation of arms, as the blackest … if we want to learn the use of arms, here is a golden opportunity.“

Kleiner Gag am Rande. Angeblich hat Facebook die Erwähnung dieses Zitates verboten und die Accounts, auf denen es genannt wird, suspendiert. (Vorsicht: Link geht zu infowars.com)

Auch ein weiterer Friedenslehrer – Tendzin Gyatsho – besser bekannt als der „Dalai Lama“ sagte in einem Interview einmal:

     „If someone has a gun and is trying to kill you, it would be reasonable to shoot back with your own gun.“ (Dalai Lama, Seattle Times, May 15, 2001)

Quelle: http://community.seattletimes.nwsource.com/archive/?date=20010515&slug=dalai15m0

Da fragt man sich dann schon, warum deutsche Pazifisten diese beiden bodenständigen und weisen Menschen als Musterbeispiel für ihre krude Überzeugung anführen.

Die allermeisten Pazifisten sind nicht fähig sich gegen physische Angriffe zu verteidigen und fordern noch dazu von allen anderen Menschen, daß diese ihnen gleich tun.
Wir dürfen solchen fehlgeleiteten Naturen auf keinen Fall das Feld überlassen, denn die Persönlichkeiten, die diese Totalpazifisten als Basis für ihre eigene Unfähigkeit, Feigheit und Ehrlosigkeit anführen, haben ganz anders gesprochen, als sie behaupten. Ob Gandhi oder der Dalai Lama – sie beide haben bzw. hatten einen gesunden Menschenverstand und Selbsterhaltungstrieb.

Das, was uns heutzutage als „Pazifismus“ verkauft wird, ist eine Perversion. Es basiert auf Feigheit und Unfähigkeit, sich gegen Angriffe zur Wehr zu setzen.

Ich will hier niemandem das Recht absprechen, auf Selbstverteidigung und Nothilfe zu verzichten. Aber ich nehme dieses Recht für mich in Anspruch, und werde es angemessen vertreten, wenn ich es für nötig halte. (StGB §§ 32-35)

Denn das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit ist ein Menschenrecht und dieses Menschenrecht bedingt auch, daß ich ein Recht auf Selbstverteidigung habe, das mir niemand absprechen kann. Ich kann auf dieses Recht verzichten, wenn ich mich selbst dafür entscheide. Aber ich lasse mir nicht von Pazifisten vorschreiben, daß ich prinzipiell auf dieses Recht zu verzichten habe, um deren seltsamen, pervertierten Moralphilosophien entgegen zu kommen.

Pazifismus

Wer einer Bande von U-Bahn-Schlägern mit den Worten kommt: „Echt, das finde ich jetzt aber doof, daß ihr den armen, alten Mann da zusammentretet. Wollen wir nicht schnell einen Stuhlkreis machen und drüber reden?“, der kriegt oft selbst eins auf’s Maul und das nicht zu knapp.

Ein Pazifist sieht in solchen Situationen oft weg. Eingreifen kann er mangels Mut und seiner Ablehnung von Gewalt nicht. Die Courage, die ein echter Pazifist (in der extrem seltenen „Ghandi-Ausführung“) braucht, um wenigstens verbal und (hoffentlich) deeskalierend einzuwirken, hat der Möchtegern-Pazifist auch nicht. Bestenfalls greift er noch zum Telefon um die „Staatsgewalt“ zu benachrichtigen, die rechtzeitig genug kommt um ein Protokoll aufzunehmen und das Blut aufwischen zu lassen.

Ein Pazifist muß – um seinen Pazifismus leben zu können – in einer Umgebung (Gemeinschaft/Staat) leben, die ihn gegen übel wollende Kräfte beschützt. Diese Gemeinschaft muß den Schutz ihrer Mitglieder notfalls auch mit Gewalt durchsetzen können, da Übergriffe nicht selten gewalttätig sind und häufig durch Einsatz von Gewalt beendet werden müssen. Gewalt an sich ist zwar nur selten eine Lösung, aber sie kann eine Lösung begünstigen, indem sie die Vorbedingungen zu einem (für die Gesellschaftsmitglieder) nachteiligen Ergebnis (i.e. Unterwerfung/Unterdrückung) zum Positiven verändert.

Aber ein Pazifist ist irgendwie auch gegen „Staatsgewalt“, die ja meist das einzige ist, das ihn gegen das Böse™ schützen kann. Er will weder Waffen zur Selbstverteidigung in den Händen der Bürger sehen, noch will er Waffen in den Händen der Polizei sehen. Er will auch keine Soldaten und er will vor allem keine Nachbarn, die ihm übel wollen. Was er will, ist eine Welt, in der es keine Konflikte, keine Auseinandersetzungen und keine Gewalt gibt. Ein Pazifist hat sogar Angst vor seinem eigenen Gewaltpotenzial, dessen Existenz er einerseits vehement verneint, das er aber verbal und ohne Rücksichten zu nehmen, gegen Leute einsetzt die seine Ansichten nicht teilen. Zu den Mitteln der Wahl zählen „Totschlagargumente“ in Form von verdrehter Rhetorik.

Da aber ein Pazifist gegen Waffen, Krieg und Kampf eingestellt ist, schwächt er seinen eigenen Schutz und begünstigt damit seine potenziellen Feinde. Der Nicht-Pazifist, der seine Waffen eben nicht zu Pflugscharen geschmiedet hat, wird immer einen Vorteil gegenüber dem Pazifisten haben. Dieser schafft entweder einen faschistischen Überwachungsstaat indem er die Gewalt delegiert (die er eigentlich so sehr verabscheut) oder er landet in einer Gesellschaft in der er von äußeren Feinden unterdrückt wird. Er sperrt sich also selbst in einer Unterdrückungsgesellschaft ein – so oder so. Der Freiheitsbegriff eines Pazifisten entspricht einer Sklaverei. Der alte Sponti-Spruch der ’68er: „Lieber Rot als tot“ – umgekehrt funktioniert er genau so. Wer wagte schon gegen die Nazis aufzumucken als sie an der Macht waren? Was mit etlichen der wenigen Mutigen passiert ist, die es wagten aktiven oder passiven Widerstand zu leisten, ist bekannt. Aber die wenigsten Pazifisten hätten überhaupt Mut zum passiven Widerstand in einer Diktatur – obwohl das einer der Kernsätze ihrer eigenen Philosophie ist. In einer wenigstens halbwegs freiheitlich-demokratischen Gesellschaft seine Meinung zu sagen und für sie aufzustehen ist keine Kunst. Das Riskio ist gering. Aber in einer kommunistischen oder faschistischen Gesellschaft wird man dafür an die Wand gestellt. Und da wird der Pazifist dann zum braven Mitläufer, der hinterher von nichts gewusst haben will … aber er wird trotz allem nicht von seiner diffusen Ideologie lassen. Er verkauft seine Freiheit (und die von anderen Leuten) gegen Sicherheit und verliert dabei beides.

Um es mit ein paar alten Sprichworten zu sagen:

„Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt“ (Schiller)

und

„Wer seine Schwerter zu Pflugscharen schmiedet, wird für die pflügen, die das nicht getan haben“.

Moralisch gesehen hat der Pazifismus durchaus seine Berechtigung, auch wenn ich den Begriff „friedliebend“ vorziehe. Psychologisch und politisch gesehen ist Pazifismus eine Katastrophe. Heiner Geißler hat einmal gesagt: „Der Pazifismus der 30er Jahre hat Auschwitz erst möglich gemacht“.

Nur in einer demokratischen Gesellschaft kann so eine pro-faschistische Philosophie wie der unreflektierte Pazifismus existieren und gedeihen. George Orwell, der alte Totalitarismusexperte, hat da während des 2. Weltkrieges ein paar profunde Worte dafür gefunden:

Pacifism. Pacifism is objectively pro-Fascist. This is elementary common sense. If you hamper the war effort of one side you automatically help that of the other. Nor is there any real way of remaining outside such a war as the present one. In practice, ‘he that is not with me is against me’. The idea that you can somehow remain aloof from and superior to the struggle, while living on food which British sailors have to risk their lives to bring you, is a bourgeois illusion bred of money and security. Mr Savage remarks that ‘according to this type of reasoning, a German or Japanese pacifist would be “objectively pro-British”.’ But of course he would be! That is why pacifist activities are not permitted in those countries (in both of them the penalty is, or can be, beheading) while both the Germans and the Japanese do all they can to encourage the spread of pacifism in British and American territories. The Germans even run a spurious ‘freedom’ station which serves out pacifist propaganda indistinguishable from that of the P.P.U. They would stimulate pacifism in Russia as well if they could, but in that case they have tougher babies to deal with. In so far as it takes effect at all, pacifist propaganda can only be effective against those countries where a certain amount of freedom of speech is still permitted; in other words it is helpful to totalitarianism. (Quelle: http://www.orwell.ru/library/articles/pacifism/english/e_patw)

Pazifistische Grundrechenarten: Definition des Pazifismusbegriffes

Es gibt viele verschiedene Spielarten des Pazifsmus. Einig sind sich diese unterschiedlichen Richtungen nur in der Ansicht, daß sie Krieg als Mittel zur Konfliktlösung ablehnen.

Das halte ich zwar für recht vernünftig, aber wenn einem ein Konflikt mit gewalttätigen Mitteln entgegengetragen wird, womit will man entgegnen, wenn man nicht die passenden Waffen und den Willen hat, um sich angemessen zu verteidigen?

Ich mag Krieg nicht. Er ist schmutzig, hässlich und gemein.

Unterdrückung mag ich auch nicht. Die ist schmutzig, hässlich und gemein.

Lässt sich so etwas durch blinden Total-Pazifismus ändern? Ich kenne genau 2 Fälle in der Weltgeschichte in der das (sehr oberflächlich betrachtet) geklappt hat. Indien durch Ghandi und der Fall der Berliner Mauer. Diese Beispiele lassen sich aber nicht verallgemeinern und auf jede Situation anwenden. Beide Fälle hatten sehr günstige Bedingungen und hätten andernfalls sehr blutig scheitern können. Wenn Set und Setting nicht passen, dann funktioniert es nicht.

Pazifisten haben sich ein ideologisch-philosophischen Trugschluß ausgesucht, der lautet: „Keine Waffen, keine Aggressionen = kein Krieg, keine Konflikte.“ Auf dieser Basis sammeln sie sich dann hahnebüchene Argumentationsfetzen zusammen, die diese Ansicht stützen. Dabei wird kategorisch ausgeblendet, daß die menschliche Natur eine recht primitive und gewalttätige Sache ist, die man nicht mit ein paar Schlagworten und gut klingenden Behauptungen ändern kann.

Psychologisches …

Bekommt man Gewalt, gewalttätiges Denken und gewalttätiges Handeln aus einem Menschen raus? Kann man einen Menschen zu einem Pazifisten erziehen? Entwicklungsgeschichtlich ist der „Kampf ums Überleben“, der „Kampf um Vorteile“, der „Kampf, um Mitbewerber nicht hochkommen zu lassen“ viele Millionen Jahre alt. Und das will eine uneinheitliche und oberflächliche Philosophie, die es grade mal gut 100 Jahre lang gibt, der Menschheit kollektiv austreiben? Soll das Lamm neben dem Löwen liegen, ohne gefressen zu werden? Wie soll das gehen?

Die pazifistische Ideologie ignoriert einige wichtige Tatsachen, die ihr Ziel letztendlich unmöglich machen bzw. sogar den gegenteiligen Effekt haben. Sie blendet wesentliche Fakten aus und ignoriert Tatsachen.

Um diesen Artikel nochmal mit George Orwell abzuschließen, ein Zitat, das sich die blindwütigen Pazifisten in der Piratenpartei und anderswo dringend mal durch den Kopf gehen lassen sollten:

„Leute die durch Geld und Kanonen vor der Wirklichkeit geschützt sind, hassen die Gewalt zu Recht und wollen nicht einsehen, das sie Bestandteil der modernen Gesellschaft ist und das ihre eigenen zarten Gefühle und edlen Ansichten nur das Ergebnis sind von Ungerechtigkeit, gestützt durch Macht.“
– George Orwell

Meine persönlichen Erkenntnisse:

1. Man kriegt die evolutionsgeschichtlich uralten Instinkte und Überlebensstrategien nicht aus dem Primaten Mensch raus. Die Gewalt ist ein Teil von uns den man nicht negieren kann.

2. Wird ein Mensch über einen gewissen Punkt hinaus belastet, reagiert er mit Gewalt (gegen sich selbst und/oder andere).

3. Die pazifistische Ideologie schwächt den Wunsch und die Fähigkeit der Menschen für sich selbst zu sorgen und einzustehen. Sie unterstützt das „Führer-Prinzip“ und die Abgabe der eigenen Verantwortung.

4. Pazifisten legen Wert auf die moralische Überlegenheit ihrer, in der Praxis unausgereiften und naiven, Philosophie und verwenden diese Moralkeule als Totschlagargument.

5. Pazifisten geben ihre Freiheit zugunsten einer Schein-Sicherheit auf

6. Pazifisten sind in der Mehrzahl antidemokratisch und anti-freiheitlich – merken es aber nicht.

7. Pazifisten denken und handeln oft nach dem  Nirvana Fallacy – Prinzip