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Seriöser Journalismus

Bei der Welt gibt es wahrhaftig einen Artikel, der die tatsächlichen „amerikanischen Zustände“ sachlich und faktenorientiert beschreibt. Sauber recherchiert, wie man das von einem guten Journalisten erwarten darf.

http://www.welt.de/vermischtes/article143346240/Immer-mehr-Waffen-immer-weniger-Morde.html

Warum es nicht mehr solcher Artikel gibt? Jeder der sich mit dem Komplex Waffen-Waffenbesitz-Waffenrecht (und evtl. anderen kontroversen Themen) ein bisschen auskennt, weiß um die Faktoren, die zu verdrehter und falscher Berichterstattung führen:

  • persönliche Ängste
  • Vorurteile
  • unzureichende Informationen
  • ideologische Verblendung
  • Kontrollbestrebungen
  • Druck durch Redaktions- oder Verlagsvorgaben
  • eigene politische/ideologische Vorprägung
  • Konformitätszwang

Schön, daß es doch immer wieder echte Journalisten gibt, die es schaffen, ordentliche Recherche zu betreiben und saubere Ergebnisse abzuliefern. In diesem Falle gilt meine Hochachtung Herrn Ansgar Graw von der WELT.

So sieht Qualitätsjournalismus aus. (Wegen kleinerer Ungenauigkeiten im Originalartikel mache ich jetzt keinen Aufstand. Die wirklich wichtigen Fakten stimmen und sind nachprüfbar. Das ist das, was zählt).

Die „ZEIT“ macht Werbung für Armatix

http://www.zeit.de/2015/12/ernst-mauch-schiesssport-unfaelle-sichere-waffen

Die „ZEIT“ hat einen Bericht über Ernst Mauch und seine Firma Armatix. Es geht um Waffensicherungen und sogenannte „Smart Guns“, die den Umgang mit Waffen „sicherer“ machen sollen. Aber eigentlich liest sich dieser Artikel wie versteckte Werbung und PR.

Wer sich auch nur ansatzweise mit dem Thema auskennt, dem ist klar, dass das, was Armatix/Mauch verkaufen möchte hahnebüchener Unsinn ist.

  1. Elektronik an einer Schusswaffe ist ein zusätzlicher „Point of Failure“.  Ein Feature, das einen Gegenstand (egal welcher Art) unzuverlässiger macht. Elektronik versagt nicht selten dann, wenn sie nicht versagen darf – zusätzlich zu den mechanischen Aspekten.
  2. Elektronik/Biometrie an einer Schusswaffe ist eine Fingerübung für Hacker und Bastler.
  3. Gerade bei so einfach aufgebauten Werkzeugen wie Schusswaffen ist es so gut wie unmöglich, ein Sicherungssystem zu bauen, das sich nicht mit mechanischen oder elektronischen Mitteln deaktivieren oder ganz entfernen ließe.

Alleine die kritiklose Beschwörung des Sicherheitstheaters ohne tatsächlichen Sicherheitsgewinn durch die ZEIT ist wieder mal ein Armutszeugnis der „Qualitätspresse“ und „journalistischer“ Arbeit. Das überschwängliche Lob belegt, daß sich der Autor nur sehr oberflächlich mit  Mauch und der Firma Armatix beschäftigt hat.

Vielleicht sollte mal ein investigativer Journalist sich mit ehemaligen Mitarbeitern von Mauch/Armatix unterhalten und nachrecherchieren, wieso eine Firma mit mehr als zweifelhaften Geschäftspraktiken jahrelang Verlust machen kann, ohne in Konkurs zu gehen. Interessant wäre auch, wo das Kapital für diese Firma herkommt, was die Bilanzen sagen und wie sich die „Produkte“ dieser Firma verkaufen.

Katja Triebel hat da schon grundlegende und umfassende Vorarbeit geleistet, so dass man nicht bei Null anfangen muß:
Das Armatix-Dossier

 

Weiterführende Links mit Themenbezug:

Wenn man von Smartguns keine Ahnung hat …
https://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2014/05/11/wenn-man-keine-ahnung-von-smart-guns-hat/

Follow the Money. Entlarvung der Anti-Gun-Lobby:
https://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2013/06/23/follow-the-money/

Die ZEIT hat einen ähnlichen Artikel zu Armatix und Mauch schon 2013 gebracht und immer noch nicht dazugelernt, oder aber die ZEIT ist Teil der Lobby:
http://meinungsterror.de/?p=563

Gier frisst Hirn – oder nur unüberlegtes Handeln? (Kommentare lesen!)
http://waffenpflege.tetra-gun.de/archives/158

Boykottiert Anschütz!
http://backyard-safari.blogspot.de/2010/08/boykottiert-anschutz.html

Eine ganze Anzahl Artikel dazu gibt es auch bei
http://waffenbesitzer.net/

Man kann die Frequenzen der Armatix Smart Gun problemlos mit einem Eigenbau-Jammer (Anleitungen im Internet) stören. Gibt es für alle Frequenzen. Die Freude der Sportschützen auf den Deutschen Meisterschaften oder internationalen olympischen Wettkämpfen kann ich mir vorstellen, wenn irgend ein fanatischer Waffenhasser oder einfach nur ein dummes Spielkind die Waffenfunktionen aller Wettkampfteilnehmer stört. Der Deutsche Sportbund, das Olympische Kommittee und die Sportverbände werden da einiges dazu zu sagen haben.

Jäger in der Falle

Wieder mal ein Beispiel von „deutschem Qualitätsjournalismus“.  Ein Beitrag der die sehr komplexe Beziehung zwischen Jagd-, Wald- und Agrar-Ökologie nicht mal ansatzweise erklärt, der Leute wie Peter Wohlleben zu Wort kommen lässt, deren Aussagen jeden einigermaßen informierten Bürger und jeden Fachmann ungläubig den Kopf schütteln lassen. Sogar Laien, die vom Thema wenig Ahnung haben, ist aufgefallen, wie wirr und widersprüchlich manche Aussagen in diesem Filmbeitrag waren.

Hier ist das Machwerk zu finden:
http://www.zdf.de/planet-e/Jagd-Naturschutzt-und-Artenschutz-oder-archaisches-Hobby-31386844.html

Trotz der vielen kritischen Stimmen beweihräuchert sich das ZDF selbst für diesen unterirdischen Beitrag. Das ist mehr als peinlich:
http://www.heute.de/zdf-dokumentation-jaeger-in-der-falle-sorgt-fuer-wirbel-bei-jagd-fans-und-jagdverband-31565886.html

Statt mal kritisch zu hinterfragen, ob man vielleicht selbst was falsch gemacht haben könnte, setzt man auf die Stimmen von Leuten, die sich mit dem Thema nicht auskennen und den „guten, sachlichen Journalismus“ loben. Man muß sich wirklich fragen wie es sein kann, daß viele Zuschauer blind das glauben, was da verzapft wurde. Nun ja – kritisches, selbständiges Denken ist leider nicht mehr en vogue … wenn es das jemals war. Hauptsache es klingt irgendwie plausibel und passt zu den eigenen Vorurteilen.

Tendenziös, unsachlich, fehlerhaft und einseitig – das zeichnet diesen Filmbeitrag aus.
Genau so, wie die meisten Medien es auch mit Waffenbesitzern und anderen Minderheiten tun. Auf uns kann man ja ungestraft rumhacken. Die Kontrollmechanismen funktionieren nicht und der Pressekodex – der für alle Journalisten gilt – wird großzügig ignoriert.

Journalistenehre? Professionalität? Ausgewogenheit? Fehlanzeige!
Hauptsache man kann eine Meinung verbreiten, die vor allem  Falschannahmen bestätigt und – für uninformierte Zuschauer – plausibel klingende Behauptungen transportiert. So erzeugt und vertieft man Vorurteile, produziert regelrechte Glaubenssätze, die sich immer mehr verbreiten, obwohl sie nicht der Realität entsprechen. So funktioniert Propaganda. So macht man Meinung, statt zur Meinungsbildung beizutragen.

Wer die Sendung mit wachem, kritischem Verstand gesehen, und sich nicht nur berieseln hat lassen, dem dürften die vielen Ungereimtheiten, Fehler und Falschbehauptungen aufgefallen sein.

Der Jäger Max Götzfried beschwert sich in einem offen Brief, über die unsägliche Berichterstattung und führt minutiös die Verfehlungen auf: http://blog.natuerlich-jagd.de/offener-brief-zur-zdf-doku-„jager-in-der-falle/

Meiner Meinung nach ist er noch viel zu höflich. Aber er hat wohl noch nicht so viel Erfahrung mit der Skrupellosigkeit der Medien gesammelt, wie die Legalwaffenbesitzer, die mit schöner Regelmäßigkeit in die Pfanne gehauen werden, nachdem man ihnen vorher eine sachliche, ausgewogene Berichterstattung versprochen hatte.

Katja Triebel hat auch eine kurze, sehr informative Zusammenfassung dazu: http://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2014/01/24/zdf-oder-jager-in-der-falle/

Mein Fazit:
Wer den Medien als Zuschauer und Gebührenzahler blind vertraut, dem kann man auch eine 10 Jahre alte Schrottkarre als Neuwagen andrehen.