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Die Sterbeursachen-Statistik

Waffengegner betonen ja immer die ungeheuren Gefahren, die von legal besessenen Schußwaffen ausgehen sollen. Dabei ignorieren sie, daß es einen gravierenden Unterschied zwischen potenzieller Gefährdung und realer Gefahr gibt.

Ein Blick in die Sterbeursachen-Statistik des Bundesamtes für Statistik dagegen zeigt, daß Schußwaffen bei den „unnatürlichen“ Todesursachen völlig im statistischen Grundrauschen untergehen – nicht mal School-Shootings ändern etwas daran. Es passiert einfach viel zu selten etwas mit Waffen, als daß man ernsthaft behaupten könnte, es gäbe ein ernsthaftes Problem. Nicht mal die hohe Anzahl der verfügbaren legalen und illegalen Waffen ändert etwas an dieser Tatsache.

Seit einiger Zeit trage ich mich mit dem Gedanken die offiziellen Statistiken auszuwerten, konnte mich aber wegen der Datenfülle nie dazu aufraffen. (Außerdem bin ich eine Niete, was Excel angeht). Die Arbeit hat mir jetzt dankenswerter Weise Volker abgenommen und der kommt zu wenig überraschenden Ergebnissen, die allerdings die Hysterie von Medien, Politikern und Waffengegnern Lügen strafen.

Zwar werden diese Tatsachen von Waffengegnern weiterhin ignoriert werden, aber es gibt genügend intelligente Menschen, die sich lieber an die Fakten halten, statt blind der Masse der Hysteriker und Ideologen nachzulaufen.

Viel Spaß bei der Lektüre:
http://volkert.caliber-corner.de/2015/04/06/sterbeursachenstatistik-nach-icd-10/

Weitere Links:
Todesursache Schußwaffe
Unnatürliche Todesursachen 1998-2013

Bundeslagebild Waffenkriminalität für 2013 veröffentlicht

Die Freigabe der letzten 2 Bundeslagebilder musste von der AG Waffenrecht bei den Piraten quasi erzwungen werden. Dieses Jahr hat das BKA das Dokument recht zeitnah zur PKS veröffentlicht, ohne, daß von Bürgerseite nachgeholfen werden musste. Vielleicht kriegen wir es auch mal hin, daß das BKA sauber und klar zwischen legalen, illegalen und Behördenwaffen aufschlüsselt. Wir wissen ja inzwischen, daß diese Daten erfasst werden – was über die Qualität allerdings nichts aussagt

Hier ist das aktuelle Dokument zu finden:

Bundeslagebild Waffenkriminalität 2013

Immer noch finden sich die Kriterien „mit Waffe gedroht“ und „mit Waffe geschossen“, die auch angewendet werden, wenn ein Täter mit einer AirSoft-Pistole und Plastikkügelchen schießt. Das ist einfach albern und weltfremd. Meiner Meinung nach hat „gefühlte“ Gefährdung nichts in so einem Dokument zu suchen, auch wenn drohen und schießen mit Spielzeug in Bezug auf ein Verbrechen bewertet wird. So eine Akkumulierung von Daten verwirrt den uninformierten Leser und verfälscht die Realität.

Zum Inhalt des Bundeslagebildes: Der Trend der letzten Jahre setzt sich fort. Obwohl weiterhin viele legale und noch sehr viel mehr illegale Waffen in Bürgerhänden sind, passiert sehr wenig. Das BKA schätzt die Gefährdung durch Waffen als „gering“ ein.

Würde man versuchen, die geringe Mißbrauchsrate bei den vorhandenen Schußwaffen in einem realistischen Verhältnis als Diagramm darzustellen, dann wären die paar wenigen Verbrechen, die mit Waffen begangen werden, gar nicht darstellbar.

Statistische Realität trifft auf mediale Hysterie. Die harten, trockenen Zahlen belegen, daß man sich in Bezug auf Schußwaffen keine Sorgen zu machen braucht. Die Medien dagegen stellen das genau umgekehrt dar. Lernfähig sind die meisten Journalisten und Medienformate in Bezug auf das Thema leider immer noch nicht.

Der „gesunde“ Menschenverstand

Man kennt das … da kommen einem die Leute mit ihrem „gesunden Menschenverstand“. Wirft man zur Kontrolle von Behauptungen, die mit „gesundem Menschenverstand“ gemacht wurden, einen Blick in die Statistiken, dann merkt man schnell, daß es mit diesem Konstrukt „gesund“ und „Verstand“ bei vielen Menschen nicht weit her ist.

Über die Jahre habe ich etliche meiner Meinungen, Vorurteile und Prägungen zu den Akten legen müssen. Manchmal war das schmerzhaft, wenn man sich in der Öffentlichkeit mit einer offensichtlich falschen Meinung lächerlich gemacht hat, oder wenn eine seriöse, wissenschaftliche Statistik genau das Gegenteil eines tiefsitzenden Vorurteiles belegte. Es ist hart, wenn man sich eine falsche Haltung angewöhnt hat, und diese dann verändern muß.

Leider halten sehr viele Menschen an ihrem „gesunden Menschenverstand“ fest, selbst dann, wenn man ihnen klipp und klar beweisen kann, daß ihre Meinung falsch und vorurteilsbehaftet ist. Dann hört man den alten Satz „glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“, und ähnlichen billigen Gemeinplätzen, die eine Aussage ungeprüft und pauschal diskreditieren sollen.

Der „gesunde“ Menschenverstand war früher vielleicht mal gesünder (was ich persönlich bezweifle, bis ich statistische Beweise dafür habe). Heutzutage ist es nichts weiter als eine Ausrede, das eigene Denken und Handeln nicht verändern zu müssen.

Es gibt natürlich falsche und gefälschte und missinterpretierte Statistiken. Ein Mensch mit wirklich „gesundem Menschenverstand“ wird diese Daten selbst überprüfen und ihnen nicht blind vertrauen. Als prominentes Beispiel kann man das statistische Material, das die Waffengegner verwenden, genauer ansehen.

Da findet man sehr schnell falsche bzw. verdrehte Zahlen und Behauptungen, die seit Jahrzehnten nicht korrigiert wurden. Dazu Studien, deren wissenschaftlicher Anspruch mehr als zweifelhaft ist, da Quellen, Rahmenbedingungen und Methodik nicht offengelegt sind. Zusätzlich werden alte, überholte psychologische „Erkenntnisse“ bis zum erbrechen widerholt, was diese auch nicht richtiger macht, da neuere Studien längst das Gegenteil belegt haben.

Das sind dann die falschen Studien, denen die Waffengegner vertrauen. Da hegt deren „gesunder Menschenverstand“ keine Zweifel an den Zahlen – schließlich passen sie wunderbar zu den Vorurteilen. Da wird kein Verdacht gehegt, daß die Statistiken, die psychologischen Studien, die soziologischen Behauptungen, überholt, falsch oder gefälscht sein könnten.

Gesunder Menschenverstand? Wer sich darauf beruft, der verwendet ihn meist nicht richtig.

Für simple, primitive Sachen, wie z.B. seine Hand nicht ins Feuer zu legen, reicht der Menschenverstand aus. Sobald es komplex wird, versagt dieser Mechanismus auf ganzer Linie.

Statistik mit Stolpersteinen

Quelle: http://www.jagdnetz.de/news/?meta_id=3645

Der Volkswirt Christian Westphal hat sich mit Statistiken zu Waffenbesitz und Waffenmissbrauch befasst und dabei erhebliche Mängel in diversen Studien gefunden. Noch habe ich die Dissertation nicht komplett durchgelesen. Über 100 Seiten trockene wissenschaftliche Daten brauchen etwas Zeit.

Trotzdem ein paar Erkenntnisse aus der Arbeit:

Viele Forscher fallen offensichtlich auf die sogenannte „Scheinkorrelation“ herein, was natürlich von den Waffengegnern (die sich mit Statistik auch nicht auskennen) dankbar und unkritisch aufgegriffen wird.

Beispiel: Das Vorkommen von Störchen und die Geburt von Babies können stark korrelieren – haben aber überhaupt nichts miteinander zu tun. So etwas entsteht aus dem Vergleich „Störche pro Einwohner“ und „Babys per Einwohner“, und ist natürlich völliger Blödsinn.

Westphal belegt auch, daß ein mehr an Schusswaffen nicht die Zahl der Suizide erhöht, wie das in manchen Studien von Anti-Waffen-Lobbyisten gerne behauptet wird. Auch wirkt sich die Verfügbarkeit von Schusswaffen nicht auf Gewaltkriminalität aus.  Hier haben wieder die Scheinkorrelation und unsauberes wissenschaftliches Arbeiten zugeschlagen.

Außerdem bemängelt Westphal die Qualität der zur Verfügung stehenden Daten und daß wichtige Faktoren bei der Erstellung von Studien und Statistiken einfach ausgeklammert werden.

Die Dissertation kann hier heruntergeladen werden:
http://archiv.ub.uni-marburg.de/diss/z2013/0483/pdf/dcw.pdf

Eine sehr empfehlenswerte Arbeit und ein herzliches Dankeschön an Herrn Christian Westphal. So eine Überprüfung von Studien habe ich mir schon lange gewünscht. Vor allem, seit ich die Meta-Studie von Wolfgang Stroebe gesehen, und mich sehr darüber  geärgert habe. Die Quellenauswahl und das blinde Vertrauen in diese Quellen sind meiner Meinung nach unter aller Sau.

Leider bin ich selbst kein Statistiker. Deshalb fehlt mir größtenteils das Handwerkszeug, um die methodischen Fehler in Studien mit den richtigen Mitteln zu belegen und zu korrigieren.  Fehler finden und die Methodik angreifen ist leicht. Das aber so zu tun, daß es wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, ist etwas völlig anderes.

Bundeslagebild Waffenkriminalität 2012

Bundeslagebild Waffenkriminalität 2012

Das BKA hat vor einiger Zeit das Bundeslagebild Waffenkriminalität 2012 veröffentlicht.

Ergebnis:
Wie immer: sinkende Fallzahlen – ganz unabhängig vom Waffenrecht und unabhängig von der Anzahl der Waffen (ob legal oder illegal).

Wie üblich wird nur in einem Nebensatz zwischen legalen, illegalen und freien Waffen unterschieden, obwohl die genauen Zahlen immer erfasst werden. (Jeder Polizist muß ein entsprechendes Formblatt ausfüllen, wenn bei einer Straftat eine Schußwaffe im Spiel war – selbst, wenn es eine Spielzeugpistole für Saugnapfpfeile war). Erfahrungsgemäß kann man davon ausgehen, daß die Mißbrauchsquote von Legalwaffen sich im niedrigen, einstelligen Promillebereich finden wird.

Wie üblich wird die bescheuerte Formulierung „mit Schußwaffe gedroht“ & „mit Schußwaffe geschossen“ verwendet. Auch wenn mit einer Spielzeugpistole gedroht und mit Plastikkügelchen geschossen wurde, dann zählt das so, als wäre eine scharfe Waffe beteiligt gewesen.

Im Berichtsjahr 2012 wurden 431 Waffen an Tatorten i. Z. m. Straftaten nach dem StGB sichergestellt. In 68,5 % der Fälle handelte es sich um erlaubnisfreie Gas-/Alarm- und Luftdruckwaffen. Der Anteil der erlaubnispflichtigen Schusswaffen betrug 31,5 %. Von diesen befanden sich 3,9 % in legalem Besitz.

Kleine Rechenaufgabe: Wie viele legale Waffen waren beteiligt? Sind zwei einfache Dreisätze – sollte auch für Rechenlegastheniker zu schaffen sein.

Um eine Relation herzustellen:

Es gibt in unseren Landen rund 5.500.000 legale, registrierte Waffen in den Händen von 1,45 Millionen Bürgern. Fünf dieser legalen Waffen wurden missbräuchlich verwendet. Dabei ist noch nicht mal aufgeführt, ob es Opfer gab, oder nicht. Dazu gibt es mindestens 20.000.000, aber bis zu 40.000.000 illegale Waffen. Davon sind ~124 Stück zu Verbrechen verwendet worden. Sowohl bei den legalen, wie auch bei den illegalen Waffen sind die Mißbrauchszahlen lächerlich niedrig. Weit, weit niedriger, als man anhand der Menge annehmen/befürchten könnte.

Das oben verlinkte PDF behauptet außerdem, daß das Nationale Waffenregister (NWR) im „Wirkbetrieb“ einen Nutzen entfalten würde. Daß das nicht stimmt, steht hier. Die Kanadier haben ihr Waffenregister wieder eingestampft, nachdem sie 2 Milliarden kanadische Dollar reingepumpt hatten und sich letztendlich herausstellte, daß es keinerlei Sicherheitsgewinn gab. Deutschland hätte auf das zentrale, unsichere Register leicht verzichten und sehr viel billiger die einzelnen Waffenbehörden vernetzen können.

Fazit:
Wieder mal macht die Benutzung von scharfen Schußwaffen bei allen erfassten Straftaten grade mal 0,2% aus. Wer da eine erhöhte Gefährdung für die Bevölkerung durch illegale oder gar legale Schußwaffen reininterpretieren will, der sollte dringend einen Anfängerkurs in Statistik besuchen.

Waffenland Deutschland – Die ZEIT

Waffenland Deutschland – Die ZEIT

Die ZEIT – bzw. der Journalist Wiedmann-Schmidt hat sich etwas hübsches ausgedacht.  Er hat eine schöne, bunte Deutschlandkarte mit der jeweiligen örtlichen Waffendichte erstellt und die Mordrate mit Schusswaffen dazugepackt. Daß beides nicht miteinander korrelierbar ist, weiß man zwar seit Jahren, aber das hindert den ehemaligen „Innenexperten der taz“ nicht daran, es trotzdem zu tun.

Gleichzeitig behauptet er im Text: „Mehr Waffen, mehr Tote!“, obwohl genau das aus seiner Infografik und seinen Rohdaten gar nicht hervorgeht. Eher stimmt das Gegenteil. Da wo es in Deutschland mehr legale Waffen gibt, gibt es weniger Schußwaffentote. (Was zwar anhand der Daten korreliert, aber noch lange nicht heißt, daß es da eine kausale Beziehung gibt.) 😉

Jedenfalls verteidigt der Herr „Journalist“ seine Daten und sein Vorgehen im Kommentarbereich des Artikels und bekommt für seine schlampige, manipulative Arbeit kräftig eins übergebraten. Das hat er sich redlich verdient, denn die Fakten hätte er durchaus recherchieren können.

Wie üblich werden Vorurteile und falsche Fallzahlen als Tatsachen hingestellt. Herr Wiedmann-Schmidt verwendet für seine Behauptung, daß mehr private Waffen auch mehr Tote bedeuten, eine einzige Meta-Studie. Also eine Studie, die auf der Auswertung von anderen Studien beruht und daraus ein Fazit zieht.

Diese hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1359178913000797

Oder kostenlos hier:
http://www.crema-research.ch/papers/2014-07.pdf

So etwas ist nicht per se schlecht – wenn die Quell-Studien sauber und wissenschaftlich durchgeführt wurden und wenn das Quell-Datenmaterial, Rahmenbedingungen und die Kriterienauswahl stimmen.

Das ist hier aber nicht der Fall.

Sieht man sich mal die Quellen an, auf denen die Meta-Studie beruht, findet man viele alte Bekannte. Größtenteils NGOs, die sich der Bekämpfung des privaten Waffenbesitzes verschrieben haben. Was man von denen zu halten hat, weiß man, wenn man Katja Triebels schönen Artikel dazu gelesen hat. Unzureichende Rohdaten, zweifelhafte Rahmenbedingungen, angreifbare Methodologie, seltsame Kriterien und undurchschaubare Gewichtung derselben um unhaltbare Behauptungen zu untermauern. Das ist der Stoff aus dem die „Fakten“ der Waffengegner gemacht sind.

Herr Wiedmann-Schmidt befördert also wieder die sattsam bekannten, alten, und immer noch falschen, Vorurteile. Er stigmatisiert und diskriminiert Waffenbesitzer. Hätte er seinen Job so gemacht, wie es der Presse-Kodex empfiehlt, hätte er wohl wesentlich weniger Gegenwind .

Auch Katja hat einen schönen Kommentar zum Zeit-Artikel:
http://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2014/01/16/viele-waffen-wenig-verbrechen/

Und Marc von der German-Rifle-Assocciation ist ziemlich sauer (mit Recht):
http://german-rifle-association.de/erneute-stimmungsmache-gegen-waffenbesitz-von-zeit-online/

Benedikt Krainz vom Blog „Meinungsterror“ hat auch profundes dazu zu sagen:
http://meinungsterror.de/?p=579 
http://meinungsterror.de/?p=581

Volker T. hat den Artikel ebenfalls auf Fakten geprüft:
http://volkert.caliber-corner.de/2014/01/16/zeit-online-und-die-waffen/

und noch ausführlicher mit Statistiken und Grafiken:
http://volkert.caliber-corner.de/2014/01/19/zeit-online-und-die-waffen-teil-ii/

Andrè F. Lichtschlag vom ef-magazin dazu:
http://ef-magazin.de/2014/01/16/4850-meistgelesener-schwachsinn-ueber-waffenbesitz-berlin-als-hauptstadt-der-sicherheit-vor-verbrechen

Im Gegensatz zu Volker unterstelle ich durchaus eine gewisse Täuschungsabsicht – zumindest aber Schlamperei und grobe Fahrlässigkeit. Ein verunglückter Versuch von Datenjournalismus. Dazu braucht es halt jemanden, der sich mit Statistik gut auskennt. Jeder Statistik-Student im 1. Semester hätte die gröbsten Fallstricke umschiffen können. Warum holen sich die Journalisten keine Unterstützung von Experten, und warum fragen sie nicht einfach mal bei den Waffenbesitzern nach. Die haben nämlich mehr Ahnung vom Thema. Aber mit „Denen“ redet man ja nicht. Die sind ja „böse“, zumindest aber befangen und einseitig.

Mal sehen, wann ein echter Journalist auf den Trichter kommt, daß wir meist über die besseren Daten verfügen, weil wir nämlich ein Interesse an supersauberer und transparenter Argumentation haben.

Herr Wiedmann-Schmidt hat mit seiner Arbeit sich und seinen Kollegen keinen Gefallen getan. Kein Wunder, daß das Vertrauen in die Arbeit der Medien ständig sinkt.

Todesursache Schusswaffe

Die Waffengegner stehen drauf: Todesursache Schusswaffe – die schlimmste Todesursache überhaupt! Daß das einer krankhaften/wahnhaften Fixierung entspringt, macht die Sache auch nicht wahrer. Jede offizielle Statistik belegt, daß der „Tod durch Schusswaffe“ in Deutschland eine der seltensten Todesursachen überhaupt ist. Angesichts von rund 5,4 Millionen legalen Waffen und mindestens 20 Millionen illegalen Waffen (Schätzungen der Behörden gehen sogar von 30-40 Millionen Waffen aus) eine recht überraschende Erkenntnis.

Am Donnerstag den 17.12.2013 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die aktuelle Todesursachenstatistik für 2012 (Link: Todesursachenstatistik). Die Daten sind wie immer etwas unübersichtlich aufbereitet und natürlich auch nicht nach legalen und illegalen Waffen aufgeschlüsselt (obwohl die Zahlen dazu erfasst werden).

Immerhin kann man sich die „Sterbefälle nach äußeren Ursachen und ihre Folgen“ (Bereich Schusswaffen) anzeigen lassen.

IDC-10 / X47 (Vorsätzliche Selbstbeschädigung durch Schusswaffen) 2012
Insgesamt 423 Fälle. Für die Waffenlobby uninteressant, da Suizid weitestgehend unabhängig von der Verfügbarkeit von Schusswaffen ist. Auch ist nicht aufgeschlüsselt, ob die Waffen legal oder illegal waren. Es gibt zwar eine Studie, die behauptet, daß die Verfügbarkeit von Schußwaffen die Suizidrate erhöht. Allerdings ist die Methodik dieser Studie sehr zweifelhaft und angreifbar. Die Studie basiert u.a. weitgehend auf Vermutungen. Eine neuere Studie belegt, daß eine hohe Verfügbarkeit von Schußwaffen sich nicht auf die Suizidzahlen auswirkt.

IDC-10 / W33 (Unfall durch Gewehr/Schrotflinte)
2 Fälle

IDC-10 / W34 (Unfall durch nicht näher bezeichnete Schusswaffe)
3 Fälle

IDC-10 / X94 (Vorsätzlicher Angriff durch Gewehr oder Schrotflinte)
6 Fälle. Beziehungstaten sind ebenfalls unabhängig von der Verfügbarkeit von Schusswaffen. Langwaffen werden eher selten verwendet.

IDC-10 / X95 (Vorsätzlicher Angriff mit nicht näher bezeichneter Schusswaffe) Also meist Kurzwaffen.
35 Fälle. Auch hier wird wieder nicht zwischen legalen und illegalen Waffen unterschieden. Man kann davon ausgehen, dass erfahrungsgemäß die allermeisten Fälle mit illegalen Waffen begangen wurden.

IDC-10 / Y23 (Schuß aus Gewehr oder Schrotflinte, unbekannte Umstände)
6 Fälle

IDC-10 / Y24 (Schuß aus sonstiger oder nicht näher bezeichneter Feuerwaffe)
36 Fälle – davon Y35.0 durch Polizeieinsätze: 4 Fälle. Nette Bezeichnung haben die dafür: „Gesetzliche Maßnahme unter Einsatz von Feuerwaffen“.

Das alles müsste man mal mit der Polizeilichen Kriminalstatistik von 2012 gegenrechnen. Außerdem sollte das besser ein Statistiker machen, der sich mit den Fallstricken dieses Faches auskennt.

Wenn man diese Zahlen mit den anderen verfügbaren Zahlen „nicht-natürlicher-Todesarten“ vergleicht, dann liegen die Schusswaffen wie immer im hinteren Teil der Statistik.

Jedenfalls belegen die Zahlen wieder mal eindeutig, daß vom Waffenbesitz keine signifikante Gefahr für die Gesellschaft ausgeht. Egal, ob durch legale oder illegale Waffen – jede Forderung nach Verschärfung des Waffenrechtes entspringt persönlichen Ängsten, einer erschreckenden Uninformiertheit oder seltsamen Ideologien.

Statistik: Waffendichte vs. Morde

Volker T. hat die Waffendichte verschiedener Länder der Mordrate gegenüber gestellt. Die blaue Linie zeigt die Menge der legalen Schusswaffen in Bürgerhand, die roten Balken die Gesamtzahl der Morde (alle Tatwerkzeuge).

Es gibt keine Korrelation zwischen der Verfügbarkeit von Waffen und der Anzahl von Morden. Das ist seit vielen Jahren bekannt. Nur Politik und Medien behaupten stur das Gegenteil.

Waffendichte_vs_Morde.png

Und hier der innerdeutsche Vergleich. Auch wieder keine Korrelation zu erkennen.

Waffendichte_vs_Delikte-gegen-das-Leben.png

Welchen Grund gibt es, eine Waffe zu besitzen?

Welchen Grund gibt es, keine Waffe zu besitzen? Unsere Gesellschaft wäre waffenlos nicht sicherer und die Welt garantiert nicht friedlicher. (Zitat Henning Hoffmann). 

Tatsache ist, daß private, legale Waffen keine Probleme bereiten. Ein paar wenige Probleme gehen auf das Konto von illegalen Waffen. Ein Vergleich:

  • ca. 82.000.000 Millionen Bürger in Deutschland
  • rd. 3.000 Opfer durch Mord und Totschlag jährlich (eine winzige Promillezahl)
  • davon 150 Opfer (5%) durch Schusswaffen
  • davon ca. 3-5 Opfer durch legale Schusswaffen

In Deutschland gibt es:

  • 5,5 Millionen legale Waffen
  • 20 – 40 Millionen illegale Waffen

Wer anhand dieser Zahlen ein Problem zu sehen vermeint, der kann entweder keine Statistiken verstehen, oder handelt aus ideologischen Gründen.

Selbst wenn man die legalen Schusswaffen einfach wegnimmt/verbietet, wird es die 3-5 Opfer immer noch geben. Sie gehen dann auf das Konto anderer Tötungsinstrumente. Es würde sich nichts ändern.

Also – braucht man einen Grund um eine Waffe zu besitzen? Nein! Genau so wenig wie man begründen muß, warum man keine Waffen hat. So eine Frage ist völlig irrelevant weil meinungsabhängig.

Es gibt sinnvolle Begründungen für Waffenbesitz:

  • Jagd
  • Sport
  • Sammelleidenschaft
  • Verteidigung

Doch wenn man die Zahlen der Statistiken kennt, dann braucht es keine Begründung. Trotz der enormen Zahlen der legal als auch illegal vorhandenen Waffen wird in Deutschland so gut wie nie Missbrauch getrieben. Die wenigen und seltenen Fälle werden nur von den Medien künstlich aufgebauscht.

Wer eine Waffe will, über ein blütenreines Führungszeugnis verfügt und entsprechende Fähigkeiten belegen kann (Waffensachkunde + Trainingsnachweis), der sollte eine Waffe erwerben und besitzen dürfen. Das Risiko des Missbrauchs ist minimal und sinkt – wenn man den Statistiken des BKA glauben schenken darf – stetig.

Macht also die Forderung des Staates „So wenige Waffen ins Volk wie möglich“ Sinn? Angesichts der großen Menge an illegalen Waffen kann man diesen Anspruch als gescheitert betrachten.

Die nötigen Ansprüche an den Waffenbesitzer wären:

  • einwandfreier Leumund (Führungszeugnis)
  • Sachkunde
  • Training
  • sichere Aufbewahrung

Mehr braucht es nicht.