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Waffen und Selbstverteidigung

Das Cato-Institut hat eine interaktive Karte für die USA erstellt, auf der Selbstverteidigung mit Schusswaffen visualisiert wird. Die Karte belegt, dass jährlich eine ganze Menge Kriminalität alleine durch bewaffnete Bürger verhindert wird.

Ob die von der NRA und anderen pro-Gun-Organisationen postulierte Zahl von 2 – 2,5 Millionen Selbstverteidigungs-Fälle per Anno stimmt, kann wohl nicht belegt werden, da viele Verbrechen schon abgebrochen/verhindert werden, wenn dem Verbrecher klar wird, dass das Opfer eine Waffe hat und auch beabsichtig sie zu benutzen.

Ein Verbrechen, das nicht stattfindet, bzw. nicht beendet wird, ist natürlich weder für Medien noch Polizei interessant. Meist werden solche Fälle auch gar nicht erst gemeldet.

Die Karte ist trotzdem interessant:
http://www.cato.org/guns-and-self-defense

USA → Colorado → Waffen- und Drogengesetze

In den USA im Bundesstaat Colorado wurden vor einiger Zeit per Volksentscheid und vor Gericht zwei wichtige Regelungen geändert. Es wurde Marihuana (Cannabis) für den Genuß freigegeben und ein paar recht strikte, aber wirkungslose Waffengesetze wurden als „unconstitutional“ zurückgezogen. (Colorado Gun-Laws)

Sowohl die „Liberals“ (unser Equivalent wären die Sozis – mit unserem Begriff von „liberal“ hat das amerikanische Wort nichts zu tun – da wird der Begriff „libertär“ benutzt) als auch die republikanischen Parteigänger (bei uns die Konservativen – auch wenn das nur eine recht grobe Annäherung ist) sind jetzt sauer, daß sich ihre hysterischen, alarmistischen Vorhersagen nicht bestätigen.

– Die Linken behaupteten, durch die Lockerung der Waffengesetze würde es zu mehr Verbrechen, Mord- und Totschlag kommen.

– Die Konservativen behaupteten, durch die Freigabe von Drogen würde es zu mehr Verbrechen, Mord- und Totschlag kommen.

Statt dessen sinken die Verbrechensraten signifikant.

Jetzt behaupten die Linken, das läge daran, daß die sinkende Drogenkriminalität durch die Freigabe von Cannabis die Ursache wäre, während die Konservativen damit angeben, daß das freiere Waffengesetz und die großzügig vergebenen Waffenscheine, die Verbrecher besser in Schach halten würden.

Vermutlich haben beide Seiten teilweise recht – und das ist das eigentlich witzige daran.

Die Glaubenssätze dieser autoritären politischen Gruppierungen könnten unterschiedlicher nicht sein. Trotzdem haben sie gemeinsam, daß ihre Behauptungen auf Annahmen und Vorurteilen beruhen, an denen sie – egal welche Gegenbeweise vorgelegt werden –  stur festhalten.

… wie bei uns in Europa oder in Deutschland auch.

 

Amerika erklärt

Viele Menschen haben ihr Amerika-Bild nur aus den Medien. Im Geschichtsunterricht lernt man kaum etwas darüber, über die politischen Verhältnisse glaubt man aus Nachrichten und Kommentaren Bescheid zu wissen. Tatsächlich wissen die meisten Leute nichts über Amerika.

Deshalb möchte ich das Blog „Amerika erklärt“ wärmstens empfehlen. Geschrieben von einem Amerikaner (in exzellentem Deutsch). Der weiß also, wovon er spricht.

Zum Einstieg lohnen sich die 5 Beiträge die ich hier verlinke, ganz besonders. Sie korrigieren das Bild, das wir von Amerika und „den Amis“ zu haben glauben:

http://usaerklaert.wordpress.com/die-funf-wichtigsten-und-hoffentlich-besten-eintrage/

Was hat das mit meinem Blog zu tun? Nun – die meisten Deutschen halten die USA für ein Land voller schießwütiger Deppen. Das stimmt natürlich nicht und die Lektüre dieses Blogs dürfte zum besseren Verständnis beitragen.

Mir gefallen deshalb auch Beiträge, wie dieser hier:

  • Zu Waffengesetzen: Dieser Autor verzweifelt etwas daran, Deutschen klar zu machen, dass die Einstellung zur Schusswaffe nicht einfach nach Parteigrenzen verläuft. Vielleicht hilft diese neue Umfrage von Zogby/O’Leary:

    A majority of Independent voters (86 percent), Democrats (80 percent), young voters age 18-29 (83 percent), Hispanic voters (80 percent), and those who voted for President Obama (80 percent) support the right to carry a firearm.

    (Spekulationen in den Kommentaren, dass die Studie eine Fälschung sein könnte, sind mit Google leicht zu widerlegen) Es dürfte nicht wundern, dass Befürworter von liberalen Gesetzen die Entwicklung so kommentieren: We’re winning.

Wenn man die Seite mal mit der Suchfunktion nach „Waffen“ oder „Waffengesetz“ durchsucht, findet man einige sehr interessante Informationen, die uns unsere Medien unterschlagen.

Auch empfinde ich den neutralen Informations-Stil des Blogs als sehr angenehm.

Waffenmißbrauch in den USA

Seit längerem frage ich mich, wie die hohen Waffenmißbrauchszahlen in den USA zusammenkommen, die uns – ungerechtfertigterweise – gerne im Zusammenhang mit Straftaten in Deutschland um die Ohren gehauen werden. (Daß beide Länder nicht vergleichbar sind, wird dabei ja gerne ignoriert).

Der „Uniform Crime Report“ (UCR) des FBI gibt dazu saubere statistische Aussagen. Die rund 30.000 Schußwaffentoten bestehen aus 3 Kategorien:

  • Mord
  • Suizid
  • Unfälle

Der größte Brocken ist Suizid mit 19,392 Fällen im Jahr 2010. Da sich hier die Verfügbarkeit von Waffen kaum auf die Fallzahlen auswirkt, ist das eher uninteressant. Die Suizid-Rate in den USA ist auch eher durchschnittlich. Unfälle kommen im Schnitt häufiger vor, als in anderen Ländern, aber auch das ist nicht besonders signifikant. Übrig bleiben gut 10.000 Fälle, in denen man von „Absicht“ sprechen kann.

Darunter fallen dann aber auch Schußwaffeneinsatz durch die Polizei und bei Selbstverteidigung – die sogenannten „Justitiable Homicides“.

  • 410 Tote bei Polizeieinsätzen
  • 310 Tote durch Notwehr

Wieviele Verbrechen alleine dadurch verhindert wurden, weil das Opfer eine Waffe besass, kann nicht ermittelt werden, weil ein Großteil dieser Fälle gar nicht gemeldet und somit nicht erfasst wird. 

Für 2012 gibt es 12.765 Fälle. Betrachtet man diese, dann sind rund 10.000 der Opfer Männer. 2.800 der Opfer sind Frauen. Die höchsten Zahlen findet man in den Altersklassen zwischen 17 und 39. Es trifft etwas mehr schwarze als weiße Leute. Erstaunlich ist, daß laut Statistik häufig weiße Menschen weiße Menschen, und schwarze Menschen schwarze Menschen erschießen [Data]. Man bleibt beim morden anscheinend gerne unter sich.

Auch die Umstände sind sehr sauber aufgeschlüsselt: Murder Circumstances. Dabei muß man ein wenig vorsichtig sein, da in den USA gerne mal schlampig oder unscharf ermittelt wird. Viele US-Städte schönen ihre Statistiken um zu verschleiern, daß sie ein ausuferndes Gang-Problem haben.

Vergleicht man nun die Opferdaten durch Schußwaffenverbrechen mit denen der letzten Jahre und Jahrzehnte, so bemerkt man, daß die Zahlen beständig sinken – obwohl der (legale) Waffenbesitz in den letzten Jahren massiv zugenommen hat.

Auch hier also die Erkenntnis, daß der allergrößte Teil der Schußwaffenverbrechen in den USA mit illegalen Waffen begangen wird. Verbrecher unterliegen einem gesetzlichen Waffenverbot (wie das weltweit der Fall ist). Verbrecher kommen leicht an Waffen heran – egal, wie streng die Waffengesetze sind. Ein US-Verbrecher wird in den allermeisten Fällen eine Waffe besitzen (und sie auch benutzen) – etwas was in anderen „First-World-Ländern“ weit weniger häufig vorkommt.

Nur mal zur Verdeutlichung, was das Gang-Problem in den USA angeht:

  • Es gibt rund 800.000 extrem gewaltbereite Gangmitglieder in den USA.
  • Alleine in Houston/Texas gibt es eine Gang (Tango Blast) mit 14.000 Mitgliedern.
  • 15.000 Mitglieder der Mexican Mafia alleine in Los Angeles – zusätzlich zu über 150 anderen Gangs in L.A. Insgesamt über 40.000 Gangster.
  • Chicago und Umgebung – bis zu 100.000 Gangster.
  • In Memphis/Tennesse gibt es über 600 Gangs

Wer sich einmal ein paar Folgen von „Gangland“ (unnötig dramatisch, aber mit sehr interessanten Fakten) reingezogen hat, der kann über die Brutalität und Skrupellosigkeit dieser Gangster nur entsetzt den Kopf schütteln. Diese 8-stündige Zusammenfassung bietet einen guten Überblick:
http://www.youtube.com/watch?v=cajqhMH4GKc

So was gibt’s bei uns gar nicht. Da legen  sich jährlich tausende von Gangmembers gegenseitig um. Zusätzlich zu ihren anderen Verbrechen.

Fakt ist: Die USA sind ein Land mit massiven sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen. Die Schere zwischen arm und reicht klafft dort sehr viel stärker auf, als aktuell bei uns. Das staatliche soziale Netz ist nicht einmal annähernd mit dem in europäischen Ländern vergleichbar. Der Trend, Probleme mit brutaler Gewalt (und Waffen) zu lösen, liegt in den USA wesentlich höher als bei uns.

Könnten Waffenverbote in den USA die Probleme eindämmen? Sehr unwahrscheinlich.  Der Markt für illegale Waffen ist bestens bestückt. Ein Waffenverbot würde an der Verfügbarkeit nichts ändern. Bringen „Magazinbegrenzungen“ etwas? Nein, natürlich nicht, da sich Verbrecher nicht an die gesetzliche Begrenzung von 10 Schuß pro Magazin halten. Bringen Gesetze gegen „Assault Rifles“ etwas? Erwiesenermaßen nicht.

Einige Regeln könnten sicher verbessert werden. Sichere Aufbewahrung, besseres Training, sowie eine verpflichtende „Waffensachkundeprüfung“ (Waffenführerschein), könnte einige Unfälle verhindern, die aber im Vergleich eher marginal erscheinen. Das Gros der Mißbräuche ist aber nun mal der Einsatz von Schusswaffen durch Verbrecher. Und da nützt kein Waffengesetz der Welt.

Wir proben dann mal eine Amoklage …

… haben sich ein paar Leute gedacht und sind vermummt, sowie bewaffnet in eine Schule in Oregon eingedrungen und haben wild um sich geschossen – mit Platzpatronen. Es handelte sich um eine Übung des örtlichen Polizeidepartments in Absprache mit der Schuldirektorin. Man wollte testen, wie gut Lehrer und Schüler auf so einen Fall vorbereitet sind.

Die Methode ist mehr als brachial. Ob sie wirklich Sinn macht, ist ebenfalls zweifelhaft. Zumindest die Lehrer wissen jetzt, daß sie und die meisten ihrer Schützlinge nicht überlebt hätten, obwohl es erst kurz vorher ein Anti-Amok-Training für die Belegschaft gab.

Was dieser „Test“ bei den Schülern anrichtet, kann man auch nur ahnen. Angstzustände und PTBS können angenommen werden. Da geht man doch gleich viel lieber zur Schule.

http://www.oregonlive.com/pacific-northwest-news/index.ssf/2013/04/gunfire_and_moments_of_fear_as.html

Jetzt mal – gesetzt den Fall – ein oder zwei Lehrer wären NRA-Mitglieder oder einfach nur Waffenbesitzer mit Waffentrageerlaubnis gewesen. Da hätte dieser „Test“ sehr schnell blutig enden können – zu Ungunsten der „Tester“.

Oregon ist einer der Bundesstaaten der USA, in denen man weder eine Erlaubnis zum Waffenkauf, noch eine Registrierung benötigt. Ein ländlicher Hinterwäldler-Staat, in dem Flinte und Büchse über dem Kamin hängen, weil sich öfters mal Bären im Vorgarten rumtreiben. Kinder und Jugendliche wachsen da quasi mit der Waffe in der Hand auf (außer in den mittleren und größeren Städten).

Nur an den Schulen sind Waffen verboten. Ein potenzieller Massenmörder kann also in der Regel davon ausgehen, daß er nicht auf Widerstand stoßen wird. An Waffen kommt jemand, der ernsthafte Tatabsichten hat, sowieso ran. Da nützen auch die schärfsten Waffengesetze und Waffenverbote nichts.

Nützen nun legale Schußwaffen an Schulen etwas? Bedingt. Es gibt über 200 Colleges und Unis in den USA in denen Schüler und Lehrer Waffen tragen dürfen, wenn sie es wollen. Ein Irrer mit Kanone käme in so einer Institution nicht weit. Also sucht er sich etwas, was ihm immerwährenden Ruhm einbringen wird … eine Schule an der es ein striktes Waffenverbot gibt. Da kann er damit rechnen, daß er eine hohe Zahl an Opfern bekommt. Schließlich will er den Rekord vorheriger Amokläufer brechen und mindestens 1-2 Wochen in den Medien sein, auch wenn er selbst nichts mehr davon hat.

Also nochmal – Waffen in die Schule?
In den USA kann das Sinn machen. Denn für die Früherkennung der Täter ist kein Geld da. Kids werden schon früh mit Psychopharmaka gedopt, damit sie den Schulalltag aushalten … und drehen dann gelegentlich durch. Glücklicherweise (wenn ich mir diesen zynischen Ausspruch erlauben darf) bringen sich die meisten Kids eher selbst um. Aber eine kleine, sehr kleine, Minderheit möchte sich an der Gesellschaft rächen und wird zum Massenmörder.

Was tun?

  • Programme zur Früherkennung
  • Bessere Kontrolle der Vergabe von Psychopharmaka
  • Einschränkung der Medienberichterstattung (No Fame – No Gain)
  • evtl. Lehrer mit Schußwaffen an die Schule

Nützen Waffenverbote etwas? In den USA sicher nicht. Davon gibt’s schon viel zu viele und wie in Deutschland sind ein Großteil der Puffen illegal oder werden illegal beschafft.

Nützt ein „Assault Gun Ban“ etwas?
Natürlich nicht. Schon der letzte derartige Ban hat sich auf Waffen bezogen, die zwar böse aussehen, aber nur in extrem seltenen Fällen für Gewalttaten verwendet werden. Es geht um „Modern Sporting Rifles“ – das ist kein Euphemismus, sondern eine Tatsache. „Assault Gun/Assault Weapon“ ist ein politischer und medialer Terminus. Er hat keine reale Entsprechung.

Es gibt „Assault Rifles“ – das sind militärische Sturmgewehre, die man als Privatmensch auch in den USA nicht so einfach kaufen kann. Und es gibt Modern Sporting Rifles – die so aussehen als ob. Deshalb kann die Anti-Waffen-Lobby oft mit „Anschein“ und Emotionen punkten. Viel genützt hat es diesmal nicht. Der „Assault Gun Ban“ ist vom Senat in Bausch und Bogen abgelehnt worden, obwohl das neue Gesetz ein paar sehr überlegenswerte Punkte enthielt. Z.B. auch den Background-Check bei Privatverkäufen. Das würde wirklich Sinn machen.

Nützen Magazinbegrenzungen etwas?
Auch nicht. Die Sperre ist schnell entfernt. Ein Magazin mit großer Kapazität kann immer beschafft werden. Auch davon gibt’s längst viel zu viele. Man kann so was aus ein paar Blechstreifen und einer Feder auch selbst basteln.

Nützen Waffenverbote etwas?
Hatten die Amis schon. Hat nicht funktioniert. 50 Bundesstaaten = 50 Waffengesetze!
(Die Alkohol-Prohibition hat auch nicht funktioniert und den Verbrechern gigantische Gewinnmargen beschert).

Wer jetzt wegen Einzelfällen in den USA auch bei uns in Deutschland Verbote von MSR fordert (wie es die Grünen alle paar Monate tun), der begreift nicht, daß wir mit „militärisch aussehenden halbautomatischen Gewehren“ hierzulande noch weniger Probleme haben als die Amis. Die Deliktzahl mit solchen Waffen ist exakt „NULL“. (Was anderes ist es mit gestohlenen Militär- und Polizeiwaffen, wie die RAF sie verwendet hat. Aber hier geht’s um legal erhältliche Sportwaffen. Wenn ich mir meinen VW Golf schwarz lackiere und ein paar Spoiler dranpappe, dann wird aus mir kein irrer Amok-Rennfahrer, noch wird das Auto gefährlicher als es eh schon ist).

Das staatliche Gewaltmonopol vs. mündiger Bürger

Where do successful mass shootings occur?
Where do successful mass shootings occur? (Photo credit: KAZVorpal)

Ein Anarchist, der zwar keinen Bezug zu Waffen, dafür aber zu Zahlen hat, rechnet aus, wie viele Leben ein bewaffneter/unbewaffneter Bürger bei einem „shooting rampage“ retten kann, wenn er nicht auf die Polizei warten würde.

Dazu hat er sich die statistischen Werte von School-Shootings in den USA und anderen Taten vorgenommen und diese auf transparente Weise ausgewertet:

Shooting-Rampage-Statistics

Das Ergebnis in Kurzform:

Waffen-Prohibition funktioniert nicht
Zivilcourage rettet Leben

14,29 = Die durchschnittliche Opferzahl, wenn man auf die Polizei/SWAT wartet
2,33 = Die durchschnittliche Opferzahl wenn bewaffnete/unbewaffnete Bürger selbst eingreifen

11 der 17 shootings wurden von unbewaffneten Zivilisten gestoppt. Das interessante daran ist – egal ob der Zivilist eine Waffe führte oder nicht, er rettete viele Leben, weil der Täter keine Zeit hatte, mehr Menschen zu töten. (Hinweis: An den meisten Highschools, Colleges und Unis in den USA herrscht ein striktes Waffenverbot, was es den Tätern oft einfach macht ihre Tat ungestört von mutigen oder gar bewaffneten Lehrern oder Studenten durchzuführen ohne gestellt zu werden.)

Nun sind School-Shootings – ungeachtet der maßlosen medialen Übertreibungen und des darauf folgenden entsetzten Aufschreis der Bürger – auch in den USA recht selten.

Trotzdem gilt: Je früher der Amoklauf beendet wird, desto besser. Und … es ist gar nicht so einfach mit einer kleinen Kugel ein bewegtes Ziel so zu treffen, daß der Schuß sofort tödlich ist. Da wird die Waffenwirkung durch die Unwissenden maßlos überschätzt. Aber die Leute sehen ja im Fernsehen und Kino die völlig unrealistischen Actionfilme und die noch unrealistischer dargestellten Auswirkungen von Schußwaffengebrauch (Tarantino lässt grüßen … schön bunt, aber völlig an den Tatsachen vorbei). Die Bilder haben sich leider in den Köpfen der Leute festgesetzt, dabei sieht die Realität ganz anders aus.

Und Obama soll sich nicht so anstellen. Der schießt nämlich selber sehr gerne. Und seine Schrotflinte ist genau so gefährlich wie die halbautomatischen Gewehre, die nur aufgrund ihres Aussehens als „Sturmgewehre“ bezeichnet werden. Obama weiß, daß er mit seinem Waffenverbot nicht durch kommt. Aber er ist Politiker, also tut er so, als würde er etwas tun. Demokraten sind nämlich in den USA genau so waffenverrückt wie ihre republikanischen Pendants. Sie sind genau so in der NRA oder anderen Schießsportvereinen organisiert wie die Republikaner. Denn die NRA ist primär ein „Schützenverein“ und erst in zweiter Linie ein Lobbyverband.

Wer sich über die angeblich so pietätlosen Aussagen des NRA-Sprechers aufgeregt hat – über die in den Medien stark verkürzt und deshalb (absichtlich?) missverständlich berichtet wurde – der sollte sich mal das Transkript komplett durchlesen.

http://articles.washingtonpost.com/2012-12-21/politics/36018141_1_mayhem-with-minimum-risk-nra-wayne-lapierre