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Waffenhandel im Internet

Noch ein recht guter Beitrag von VICE. Hier wird der illegale Waffenhandel im DarkNet beleuchtet.

http://www.vice.com/de/read/waffen-shopping-im-internet-teil-1

Man kann konstatieren, daß der Waffenhandel im Darknet marginal ist. Der Offline-Handel ist um ein Vielfaches größer und umfangreicher. Beides kann nicht kontrolliert werden – unterbunden schon gar nicht.

Für den Staat ist es einfacher, Gesetze zu erlassen, die nur die braven Waffenbesitzer treffen – also Leute, die keinerlei Absichten haben, ihre Waffen zu illegalen Zwecken zu benutzen.  Die Waffenschieber, Verbrecher und Terroristen trifft das überhaupt nicht.

Der weltweite Waffenhandel nimmt ab …

… nur der von Russland nimmt zu. So die Meldungen der Leitmedien.

Wie sieht denn die Realität aus?

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Oberflächlich gesehen, scheint das zu stimmen. Die Daten stammen von SIPRI – einer Friedensforschungs-NGO aus Schweden. Was man von SIPRI und anderen NGOs in diesem Gebiet halten soll, kann man hier nachlesen. Die Zahlen sind also mit Vorsicht zu genießen.

Vergleicht man die hysterischen Medienberichte jedoch mit der aktuellen Top-100-Liste von SIPRI, ergibt sich folgendes Bild:

Platz Land Anteil
1 USA 54,4%
2 Großbritannien 10,4%
3 Russland  10,2%
4 Frankreich  5,6%
 10 Deutschland 1,6%

Diese prozentuale Verteilung findet man so gut wie nie in den Medienberichten. Es wird aber immer gerne behauptet, daß Deutschland der drittgrößte Waffenexporteur der Welt sei. Das klingt gewaltig – relativiert sich aber angesichts der Verhältnisse doch ziemlich stark – außerdem stimmt es schon lange nicht mehr. Vorausgesetzt die von SIPRI erhobenen Daten sind korrekt.

Hier die offizielle Grafik von SIPRI:

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Die von Deutschland verkauften Waffen gehen übrigens größtenteils in die USA. Dann, mit langem Abstand, an Israel und Griechenland. Ein gewisser Teil besteht aus Sport- und Jagdwaffen, sowie Zubehör. Teils sehr hochpreisige Ware, die ebenfalls in diese „Statistik“ eingerechnet wird.

Eine nötige Trennung des militärischen Großgerätes (Panzer, Kanonen, Schiffe, U-Boote), von den „Kleinwaffen“ für Militär und Behörden und den zivilen Jagd- und Sportwaffen, findet – zumindest in den Medien und bei politischen Aktivisten – nicht statt.