Bundeslagebild 2011: Waffenkriminalität geht zurück

Die Anzahl der in Deutschland registrierten Waffenkriminalität ist in der Langzeitbetrachtung rückläufig. Eine erhöhte Gefährdung verursachen jedoch Schüsse auf Autotransporter.

Die in der PKS erfassten Straftaten gegen das Waffen- und das Kriegswaffenkontrollgesetz und der Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen sind sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch in der Langzeitbetrachtung rückläufig. Lediglich die Fallzahlen bei der Begehungsweise „mit Schusswaffe geschossen“ sind im Jahr 2011 leicht angestiegen.

Minus 9 Prozent

Es ist ein Rückgang der Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz um 9 Prozent von 2011 zu 2010 zu verzeichnen. Die Verstöße gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz spielen an der Gesamtzahl der Waffendelikte mit nur 1,6 Prozent eine untergeordnete Rolle.

Zahlen im Detail

In 2011 gab es 11710 Straftaten unter Verwendung einer Schusswaffe. In 6113 Fällen wurde mit einer Schusswaffe gedroht. NRW ist hiervon mit 1675 Fällen absolut am häufigsten betroffen. In Relation zur Einwohnerzahl ist jedoch der Stadtstaat Bremen (Häufigkeitsziffer/HZ: 24,1; HZ = Fälle pro 100000 Einwohner) am stärksten betroffen. Die größte Teilmenge dieser Fälle bilden Raubdelikte (58 %), Bedrohungen (32 %) und Körperverletzungsdelikte (4 %).

In 5597 Fällen wurde auf Personen oder Sachen geschossen. Auch hiervon ist NRW mit 1061 Fällen absolut am häufigsten betroffen. Die relative Belastung ist jedoch in Sachsen-Anhalt (HZ: 16,5) und Bremen (HZ: 16,3) am höchsten. Die größte Teilmenge dieser Fälle bilden Sachbeschädigungen (29 %), Körperverletzungsdelikte (18 %) und Tötungsdelikte (2 %, 132 Fälle).

In 2011 wurden 448 Waffen im Zusammenhang mit Straftaten nach dem StGB sichergestellt. 72 Prozent hiervon waren erlaubnisfreie Gas-/Alarm- und Schreckschusswaffen und 28 Prozent erlaubnispflichtige Schusswaffen; davon befanden sich 4 Prozent in legalem Besitz. (Anmerkung: Wenn man das noch mal nachrechnet, dann sind das real nur 1,1% bzw. 5 legale Schußwaffen. 5 [in Worten: 5 Stück] von 5,5 Millionen oder 0,000009%. Wer angesichts dieser Tatsache schärfere Waffengesetze fordert, oder an der Zuverlässigkeit der Waffenbesitzer zweifelt, muß sich wirklich fragen lassen, ob er/sie noch richtig tickt).

Erhöhte Gefährdung durch Schüsse auf Autotransporter

Im Zusammenhang mit der Verwendung von Waffen ist das Phänomen der Schussabgabe auf Autotransporter auf deutschen Bundesautobahnen herauszuheben. Seit 2008 wurden insgesamt über 600 Fälle gemeldet. Nachdem zunächst überwiegend Beschüsse mit Kleinkalibermunition gemeldet wurden, besteht nun eine erhöhte Gefährdungssituation, da zwischenzeitlich auch Tathandlungen mit größerem Kaliber (9 mm) bekannt wurden.

  • Autorin: Melanie Plikat, LKA NRW

Anmerkung:
Ich habe dieses Bundeslagebild aus einer Quelle, die ich als sehr seriös kenne. Wer möchte, kann sich die Daten ja ganz offiziell – mit Berufung auf das Informationsfreiheitsgesetz – vom LKA NRW zuschicken lassen.

Edit: Die Daten sind jetzt auch offiziell auf dem Wiki der AG Waffenrecht in der Piratenpartei abrufbar.

Edit 2: Weitere Artikel zum Thema:

http://thegeek.de/einschatzung-bundeslagebild-waffenkriminalitat-2011-des-bka/

Original-PDF vom BKA

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