KAPITALISMUS, SCHEREN UND WUNDER

Ursprünglich veröffentlicht auf Der Staats-lose Bürger:

Neo-Liberalismus und Neo-Kapitalimus gehören zu den Kampfbegriffen der progressiven Kritiker. Sie stehen für deren Hass auf den Kapitalismus per se, als Vorstufe zur Hölle.

Original ansehen noch 1.611 Wörter

Seriöser Journalismus

Bei der Welt gibt es wahrhaftig einen Artikel, der die tatsächlichen “amerikanischen Zustände” sachlich und faktenorientiert beschreibt. Sauber recherchiert, wie man das von einem guten Journalisten erwarten darf.

http://www.welt.de/vermischtes/article143346240/Immer-mehr-Waffen-immer-weniger-Morde.html

Warum es nicht mehr solcher Artikel gibt? Jeder der sich mit dem Komplex Waffen-Waffenbesitz-Waffenrecht (und evtl. anderen kontroversen Themen) ein bisschen auskennt, weiß um die Faktoren, die zu verdrehter und falscher Berichterstattung führen:

  • persönliche Ängste
  • Vorurteile
  • unzureichende Informationen
  • ideologische Verblendung
  • Kontrollbestrebungen
  • Druck durch Redaktions- oder Verlagsvorgaben
  • eigene politische/ideologische Vorprägung
  • Konformitätszwang

Schön, daß es doch immer wieder echte Journalisten gibt, die es schaffen, ordentliche Recherche zu betreiben und saubere Ergebnisse abzuliefern. In diesem Falle gilt meine Hochachtung Herrn Ansgar Graw von der WELT.

So sieht Qualitätsjournalismus aus. (Wegen kleinerer Ungenauigkeiten im Originalartikel mache ich jetzt keinen Aufstand. Die wirklich wichtigen Fakten stimmen und sind nachprüfbar. Das ist das, was zählt).

Der Notwehrfall von Hamburg

… und schon wieder wird die Täter – Opfer-Rolle vertauscht. Der Mann, der sich völlig zurecht gegen einen Angriff gewehrt hat, wird von den Medien  und “Gutmenschen” (sorry, aber dieser belastete Kampfbegriff passt wieder mal viel zu gut) zum Täter gemacht, während der ursprüngliche Täter zum unschuldigen Opfer hochstilisiert wird.

Diese Form von Rollenvertauschung findet heutzutage häufig statt. Für erstaunlich viele Menschen und Medien sind Angehörige von Minderheiten (ethnisch, religiös, etc.) quasi immer Opfer, selbst wenn der Polizeibericht eindeutig und die Akte mit den Verbrechen ellenlang ist.

Die Ethnie und/oder ein definierter sozialer Status rechtfertigen (oder entschuldigen zumindest) ein Verbrechen. Auch das ist eine Form von Rassismus und Diskriminierung. Aber das scheint in Ordnung zu sein, denn in dem Fall ist das ist ja “gut”.

Kranke Welt …

http://volkert.caliber-corner.de/2015/06/30/der-notwehrfall-von-hamburg/

Es gibt noch Wunder

Ursprünglich veröffentlicht auf Semper Fidelis:

Da tanzt der Papst im Kettenhemd: die Presse schafft es tatsächlich mal Fakten zu präsentieren – ohne wenn und aber.

http://www.mopo.de/polizei/anwalt-erklaert-die-rechtslage-bei-notwehr-toedliche-schuesse-in-jenfeld–darum-durfte-der-rentner-schiessen-,7730198,31048192.html

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Klarer Fall von Notwehr, oder?

In Hamburg hat ein Mann zusammen mit ein oder zwei Kumpanen eine Haustür eingetreten, ist in die Wohnung eingedrungen und wurde vom Hauseigentümer erschossen. So weit, so gut bzw. schlecht.

http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6337/3054926

Wenn man nach den trockenen Informationen der Polizeimeldung geht, dann wundert man sich etwas darüber, was die Medien draus machen. Volker hat sich in den vergangenen Tagen den “Kölner Stadt-Anzeiger” zu einem anderen Fall in Hannover vorgenommen. Seine Analysen habe ich im letzen Beitrag verlinkt.

Der Bericht in der WELT ist zwar erheblich besser als das was einem der Kölner Stadt-Anzeiger zumutet, enthält aber trotzdem einige Fehler.

http://www.welt.de/regionales/hamburg/article142977923/Hausbewohner-erschiesst-mutmasslichen-Einbrecher.html

Kommen wir zu den Teilen wo man deutlich merkt, daß der Journalist keine tiefere Ahnung vom Waffengesetz hat.

“Scheinbar wird aber noch untersucht, ob der 63-Jährige in Besitz eines gültigen Waffenscheins ist.”

Waffenschein? Ein normaler Bürger hat bestenfalls eine Waffenbesitzkarte. Der Unterschied ist Journalisten und Bürgern natürlich nicht geläufig, ließe sich aber leicht recherchieren.

Selbst wenn die Waffe nicht legal war (was in diesem aktuelleren Bericht behauptet wird), durfte sie zur Notwehr verwendet werden. Der Mann kriegt dann halt eine Anzeige wegen illegalen Waffenbesitzes – was aber nichts mit der Untersuchung des Notwehrfalles zu tun hat. War die Notwehr gerechtfertigt (eine Annahme, die sich inzwischen erhärtet), dann hat er in dieser Hinsicht gar nichts zu befürchten. Der Täter war außerdem als Intensivtäter bekannt. (BTW: Kann mir jemand erklären, warum man bekannte Intensivtäter frei rumlaufen lässt? Leute, von denen man weiß, daß sie wieder Verbrechen begehen, sobald sie auf freiem Fuß sind?)

“Wie die “Welt” erfuhr, wirft auch der Tathergang Fragen auf. Wenn der Hauseigentümer Waffe und Munition gemäß dem neuen Waffengesetz getrennt und verschlossen voneinander aufbewahrte, wie konnte er dann so schnell an eine geladene Waffe gelangen?”

Das ist ganz einfach. Wenn der Hauseigentümer zuhause ist, dann darf er seine Waffen im ganzen Haus verteilen oder mit sich herumtragen. Die dürfen sogar geladen sein, wenn sichergestellt ist, daß Unbefugte keinen Zugriff darauf erlangen können. Waffe und Munition müssen nur versperrt werden, wenn der Besitzer das Haus verlässt.

Merke: Die Waffe muß erst dann  in den Tresor, wenn keine unmittelbare Kontrolle über das Schießgerät ausgeübt werden kann.

“Nun berichtet “Spiegel online” unter Berufung auf Ermittlungsergebnisse der Staatsanwaltschaft, der Hausbesitzer habe offenbar bewusst auf den 18-Jährigen gezielt. Die Kugel habe den Jugendlichen von hinten getroffen, als er geflüchtet sei.”

Der Artikel im Spiegel Online lautet aber anders, oder, er ist korrigiert worden, oder es geht um einen anderen Artikel – nämlich den Fall in Hannover:

http://www.spiegel.de/panorama/justiz/hausbewohner-erschiesst-mutmasslichen-einbrecher-in-hamburg-a-1040126.html

Da der Spiegel Online inzwischen oft oberflächlicher, sensationslüsterner und noch schlechter recherchiert ist als die BILD, kann ich mir durchaus vorstellen, daß der Artikel korrigiert wurde. Auch ein kleiner Recherchefehler bei der Welt ist denkbar.

Ich stelle fest, daß die WELT Online – trotz einiger Fehler – oft mal sachlicher und sauberer arbeitet als der SPON. Die Entwicklung dieses ehemaligen Nachrichtenmagazins würde seinen Gründer im Grabe rotieren lassen.

Andere Medien sind da nicht viel besser. Die Online-Ausgabe der Neuen Frankfurter Presse faselt sogar etwas von “Mord in Hamburg“.

Der gravierende Unterschied zwischen Notwehr und Selbstjustiz scheint auch vielen Menschen unbekannt zu sein. Gerade auf der Kommentarseite vom NDR ist das deutlich zu sehen. Auch für die Unterscheidung zwischen Notwehr und Selbstjustiz gibt es profunde Artikel auf Wikipedia.

Weitere Berichte zum Thema:

http://www.stern.de/panorama/stern-crime/schuesse-bei-einbruch-in-hamburg-feuern-debatte-um-selbstjustiz-an-6317530.html

http://www.mopo.de/nachrichten/todesschuss-in-jenfeld-mehr-als-9000-hamburger-haben-scharfe-waffen,5067140,31035258.html

http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Hausbesitzer-erschiesst-Eindringling-Notwehr,jenfeld128.html

http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/hausbewohner-besass-waffe-nicht-legal-schuss-in-die-brust-toetete-hamburger-einbrecher/11960356.html

http://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_74499154/hamburg-hausbesitzer-erschiesst-einbrecher-.html

http://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/kriminalitaet/hausbewohner-aus-hamburg-erschiesst-mutmasslichen-einbrecher-13665467.html

 

Medienverflechtungen und Informationsverzerrung

Volker hat sich die Berichterstattung zum Notwehrfall von Hamburg Hannover genauer angesehen:

http://volkert.caliber-corner.de/2015/06/21/was-weiss-der-geyer-teil-i/

http://volkert.caliber-corner.de/2015/06/21/was-weiss-der-geyer-teil-ii/

So multipliziert sich manipulierte Meinungsmache durch schlechten Journalismus.

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