Von der Lügenpresse

Ich fand die Begründung für die Kürung des Wortes „Lügenpresse“ interessant und teilweise nachvollziehbar, allerdings letztendlich nicht besonders befriedigend. Wesentlich klarer geht ScienceFiles da ran und deren Argumentation benennt das, was mich bei der Begründung von Stephan Hebel massiv gestört hat.

ScienceFiles

Da ist es wieder, das Unwort des Jahres.

Vier Germanisten, Linguisten oder Sprachwissenschaftler und ein Journalist haben es bestimmt – in Darmstadt bestimmt (Was für ein Name: Darm-Stadt – ob die Wahl des Bestimmungsortes auf die Qualität dessen schließen lässt, was dort hervorgebracht wird?).

Warum haben die Darm-Städter das Unwort des Jahres bestimmt?

Weil es ein jährliches Ritual ist, das Unwort des Jahres zu bestimmen. Manche Dinge haben eben keinen, über traditionales Handeln hinausgehenden und damit intersubjektiv bestimmbaren Sinn.

Unwort des JahresDas Motiv des traditionalen Handelns ist leichter zu bestimmen, geht es doch darum lehrsam und belehrsam zu wirken, die dummen Wortverwender, die Unworte in ihrem Wortschatz führen, mit der Keule der sprachlichen Rechtschaffenheit zu schlagen, und zwar so lange, bis sie geläutert und ihr Wortschatz von Unworten, also von den Worten, die die Darm-Städter zu Unworten erklärt haben, gereinigt ist.

Das Unwort des Jahres 2014 lautet: Lügenpresse.

Tara!

Und so wird die Wahl begründet:

„Das Wort „Lügenpresse“ war…

Ursprünglichen Post anzeigen 808 weitere Wörter

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4 Kommentare zu „Von der Lügenpresse“

  1. Die Begründung zur Wahl des Unwort des Jahres muß man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine Frechheit. Da fragt man sich warum wurde nicht „Rattenpack“ als Bezeichnung für besorgte Bürger der PEGIDA Bewegung, gewählt. Da braucht man nicht erst in der Vergangenheit als Urteilsbegründung rumwühlen. Denn daß währe Zeitnah und verständlicher gewesen…

    Mein persönliches Unwort des Jahres ist und bleibt :

    WILLKOMMENSKULTUR !

    1. Sehr guter Vorschlag. Ich würde den Unsinn einfach abschaffen. Das hat nur mit Ideologie zu tun.

      Ich habe mich gestern mit jemandem auf Twitter auseinandersetzen müssen. Die meinte, diverse belastete Worte dürfe man nicht mehr verwenden.

      Mmn kann man im heutigen semantischen Minenfeld schon gar nicht mehr richtig ausdrücken was man wirklich meint und sagen will, weil es zu viele „Begriffe non grata“ gibt, die dann von der Gegenseite zur Keule gemacht werden.

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