Bürger oder Untertan?

„Revolution in Deutschland? Das wird nie etwas. Wenn diese Deutschen einen Bahnhof stürmen wollen, kaufen die sich noch eine Bahnsteigkarte!“ Das soll Lenin gesagt haben.

Trotz aller Demokratieversuche und -simulationen scheint ein Großteil der Bürger eine Untertanen-Mentalität, wie zu Zeiten des Kaiserreichs, zu haben. Auch das Verhalten der jeweiligen Regierung zeugt davon, daß man den Bürger eher für ein lästiges Übel hält, der lieber das Maul halten sollte, als den Regierenden reinzureden.

Ständig fühle ich mich an Heines „Erinnerungen aus Krähwinkels Schreckenstagen“ erinnert.

Wir Bürgermeister und Senat,
Wir haben folgendes Mandat
Stadtväterlichst an alle Klassen
Der treuen Bürgerschaft erlassen.

Ausländer, Fremde, sind es meist,
Die unter uns gesät den Geist
Der Rebellion. Dergleichen Sünder,
Gottlob! sind selten Landeskinder.

Auch Gottesleugner sind es meist;
Wer sich von seinem Gotte reißt,
Wird endlich auch abtrünnig werden
Von seinen irdischen Behörden.

Der Obrigkeit gehorchen, ist
Die erste Pflicht für Jud und Christ.
Es schließe jeder seine Bude
Sobald es dunkelt, Christ und Jude.

Wo ihrer drei beisammen stehn,
Da soll man auseinander gehn.
Des Nachts soll niemand auf den Gassen
Sich ohne Leuchte sehen lassen.

Es liefre seine Waffen aus
Ein jeder in dem Gildenhaus;
Auch Munition von jeder Sorte
Wird deponiert am selben Orte.

Wer auf der Straße räsoniert,
Wird unverzüglich füsiliert;
Das Räsonieren durch Gebärden
Soll gleichfalls hart bestrafet werden.

Vertrauet Eurem Magistrat,
Der fromm und liebend schützt den Staat
Durch huldreich hochwohlweises Walten;
Euch ziemt es, stets das Maul zu halten.

Als Waffenrechtler sehe ich ja derzeit wieder die Versuche der EU-Kommission, gerade die rechtstreuesten Bürger zu entwaffnen. Man möchte keine Bürger haben, die sich auch nur ansatzweise gegen politische Begehrlichkeiten und den grassierenden Abbau von Bürger- und Freiheitsrechten wehren könnten. In jeder beginnenden Diktatur hat die Staatsmacht erst mal die privaten Waffen eingesammelt. Am Stück oder scheibchenweise. Vorgeschoben werden Verbrechen oder Terror als Gründe. Bombardiert man dann die Verantwortlichen mit den Tatsachen, dann geben sie zögernd und mit vielen Ausreden zu, daß ihre geplanten Maßnahmen sich überhaupt nicht auf Terror und Verbrechen auswirken können.

Die Rechtsstaatlichkeit eines Landes und seiner Politiker kann am Waffenrecht gemessen werden. Je strikter das Waffenrecht, desto weniger vertrauen die Politiker ihren Bürgern.

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