Die meisten Waffen in Bayern

Amberg und Bad Neustadt an der Aisch haben in Bayern die meisten legal besessenen Waffen.
Gibt’s damit Ärger oder Probleme? Nein – überhaupt nicht.

Hier zwei Audiobeiträge von Bayern 1:

Amberg in der Oberpfalz hat die höchste Waffendichte in Bayern (Audio)

Landkreis Neustadt a.d. Aisch / Bad Windsheim (Text und Audio)

Die Radiomoderatoren, die Journalisten und die befragte Bevölkerung gibt sich allgemein erstaunt und sind teilweise besorgt. Daß keine Besorgnis angebracht ist, könnte man ja aus den Fallzahlen des Waffenmißbrauchs entnehmen. In Amberg gab es den letzten Vorfall mit legalen Waffen vor 12 Jahren. Das war ein erweiterter Suizid. Ansonsten gibt’s Ärger nur mit illegalen Waffen, womit der Autor des ZEIT-Artikels wieder mal Lügen gestraft wird.

Was der Herr Wiedmann-Schmidt mit seinem Elaborat für einen Schaden anrichtet, wird ihm wohl selbst nicht bewusst sein. Aber es gibt etliche Publikationen, die die von ihm aufgestellten Behauptungen ungeprüft übernehmen. Und das ist das, was uns Waffenbesitzern dann wieder um die Ohren gehauen wird – obwohl es wieder mal nicht stimmt. Herr Wiedmann-Schmidt trägt also dazu bei, daß das Misstrauen gegenüber den legalen Waffenbesitzern einen kräftigen Schub bekommt, obwohl das völlig ungerechtfertigt ist. Stigmatisierung nennt man so was.

Kein Wunder, daß man den Journalisten in unseren Landen nicht besonders vertraut. Viel zu oft geht es nur um Meinungen und Vorurteile statt um Fakten.

Wo liegt das Problem?

Waffenland Deutschland – Die ZEIT

Waffenland Deutschland – Die ZEIT

Die ZEIT – bzw. der Journalist Wiedmann-Schmidt hat sich etwas hübsches ausgedacht.  Er hat eine schöne, bunte Deutschlandkarte mit der jeweiligen örtlichen Waffendichte erstellt und die Mordrate mit Schusswaffen dazugepackt. Daß beides nicht miteinander korrelierbar ist, weiß man zwar seit Jahren, aber das hindert den ehemaligen „Innenexperten der taz“ nicht daran, es trotzdem zu tun.

Gleichzeitig behauptet er im Text: „Mehr Waffen, mehr Tote!“, obwohl genau das aus seiner Infografik und seinen Rohdaten gar nicht hervorgeht. Eher stimmt das Gegenteil. Da wo es in Deutschland mehr legale Waffen gibt, gibt es weniger Schußwaffentote. (Was zwar anhand der Daten korreliert, aber noch lange nicht heißt, daß es da eine kausale Beziehung gibt.) 😉

Jedenfalls verteidigt der Herr „Journalist“ seine Daten und sein Vorgehen im Kommentarbereich des Artikels und bekommt für seine schlampige, manipulative Arbeit kräftig eins übergebraten. Das hat er sich redlich verdient, denn die Fakten hätte er durchaus recherchieren können.

Wie üblich werden Vorurteile und falsche Fallzahlen als Tatsachen hingestellt. Herr Wiedmann-Schmidt verwendet für seine Behauptung, daß mehr private Waffen auch mehr Tote bedeuten, eine einzige Meta-Studie. Also eine Studie, die auf der Auswertung von anderen Studien beruht und daraus ein Fazit zieht.

Diese hier: http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S1359178913000797

Oder kostenlos hier:
http://www.crema-research.ch/papers/2014-07.pdf

So etwas ist nicht per se schlecht – wenn die Quell-Studien sauber und wissenschaftlich durchgeführt wurden und wenn das Quell-Datenmaterial, Rahmenbedingungen und die Kriterienauswahl stimmen.

Das ist hier aber nicht der Fall.

Sieht man sich mal die Quellen an, auf denen die Meta-Studie beruht, findet man viele alte Bekannte. Größtenteils NGOs, die sich der Bekämpfung des privaten Waffenbesitzes verschrieben haben. Was man von denen zu halten hat, weiß man, wenn man Katja Triebels schönen Artikel dazu gelesen hat. Unzureichende Rohdaten, zweifelhafte Rahmenbedingungen, angreifbare Methodologie, seltsame Kriterien und undurchschaubare Gewichtung derselben um unhaltbare Behauptungen zu untermauern. Das ist der Stoff aus dem die „Fakten“ der Waffengegner gemacht sind.

Herr Wiedmann-Schmidt befördert also wieder die sattsam bekannten, alten, und immer noch falschen, Vorurteile. Er stigmatisiert und diskriminiert Waffenbesitzer. Hätte er seinen Job so gemacht, wie es der Presse-Kodex empfiehlt, hätte er wohl wesentlich weniger Gegenwind .

Auch Katja hat einen schönen Kommentar zum Zeit-Artikel:
http://legalwaffenbesitzer.wordpress.com/2014/01/16/viele-waffen-wenig-verbrechen/

Und Marc von der German-Rifle-Assocciation ist ziemlich sauer (mit Recht):
http://german-rifle-association.de/erneute-stimmungsmache-gegen-waffenbesitz-von-zeit-online/

Benedikt Krainz vom Blog „Meinungsterror“ hat auch profundes dazu zu sagen:
http://meinungsterror.de/?p=579 
http://meinungsterror.de/?p=581

Volker T. hat den Artikel ebenfalls auf Fakten geprüft:
http://volkert.caliber-corner.de/2014/01/16/zeit-online-und-die-waffen/

und noch ausführlicher mit Statistiken und Grafiken:
http://volkert.caliber-corner.de/2014/01/19/zeit-online-und-die-waffen-teil-ii/

Andrè F. Lichtschlag vom ef-magazin dazu:
http://ef-magazin.de/2014/01/16/4850-meistgelesener-schwachsinn-ueber-waffenbesitz-berlin-als-hauptstadt-der-sicherheit-vor-verbrechen

Im Gegensatz zu Volker unterstelle ich durchaus eine gewisse Täuschungsabsicht – zumindest aber Schlamperei und grobe Fahrlässigkeit. Ein verunglückter Versuch von Datenjournalismus. Dazu braucht es halt jemanden, der sich mit Statistik gut auskennt. Jeder Statistik-Student im 1. Semester hätte die gröbsten Fallstricke umschiffen können. Warum holen sich die Journalisten keine Unterstützung von Experten, und warum fragen sie nicht einfach mal bei den Waffenbesitzern nach. Die haben nämlich mehr Ahnung vom Thema. Aber mit „Denen“ redet man ja nicht. Die sind ja „böse“, zumindest aber befangen und einseitig.

Mal sehen, wann ein echter Journalist auf den Trichter kommt, daß wir meist über die besseren Daten verfügen, weil wir nämlich ein Interesse an supersauberer und transparenter Argumentation haben.

Herr Wiedmann-Schmidt hat mit seiner Arbeit sich und seinen Kollegen keinen Gefallen getan. Kein Wunder, daß das Vertrauen in die Arbeit der Medien ständig sinkt.

Wer die Freiheit aufgibt, kommt im Sicherheitsstaat an.

Das war ein Interview mit Professor Albrecht – 2007
Seitdem ist es schlimmer geworden.

Wir sind auf direktem Weg in den Polizeistaat. Auch jedes rumschnippeln am Waffengesetz bildet die Veränderung in diese Richtung ab. Unsere Politiker haben Angst vor jedem Schatten.

Der Kampfruf der Politiker ist: „Wollt Ihr Die Totale Sicherheit?“ – ungeachtet der Tatsache, daß es totale Sicherheit nicht geben kann und Sicherheit immer zu Lasten der Freiheit geht.

Behaltet die Worte von Reinhard Mey im Kopf! Der Mann ist zwar auch Waffengegner, aber das tut hier nichts zur Sache.

Ernst Jünger kauft sich einen Revolver

Weihnachtszeit ist Lesezeit. Also lese ich mehr als sonst. Ein lieber Freund hat mir ein Buch von Ernst Jünger geschenkt und das habe ich gerade fertiggelesen.
Ernst Jünger ist ein bekannter Schriftsteller, hat über seine Kriegerlebnisse geschrieben (u. a. „In Stahlgewittern“) und das Weihnachts-Buch ist wenig bekannt. Es heißt „Afrikanische Spiele“ und handelt von seiner kurzen Zeit bei der französischen Fremdenlegion.

Jünger hat sich vor seinem achtzehnten Geburtstag bei der Legion freiwillig gemeldet. Es war ein Jahr vor dem Weltkrieg. Weil er zu jung war, ist er dann zurück nach Deutschland und hat dort gleich 1914 im Weltkrieg mitgetan. Immerhin hat den pour le mérite als Leutnant bekommen. Alle Achtung.

Aber das will ich gar nicht berichten, sondern was anderes.

Ernst Jünger kauft sich einen Revolver weiterlesen

Mord mit Ansage – Gun Control auf Tauchstation

Beitrag von Meinungsterror:

Derzeit schweigen sie wieder besonders laut, die selbstgerechten Weltverbesserer, selbsternannten Kriminalitätsexperten und sonstige scheinheilige Claqueure der nationalen wie internationalen “Gun Control”-Bestrebungen.

Das noch junge Jahr hat nicht nach ihrem Geschmack angefangen. Eher so, wie das abeglaufene Jahr endete. Zwar gab es in Deutschland schon dieersten Schusswaffentote, aber “leider” waren, wie meistens, die Tatwaffen illegal.

Wie jetzt herauskommt, war der Mörder im Fall von Münster-Kinderhaus kein unbeschriebenes Blatt und der Polizei war sogar dessen illegaler Waffenbesitz bekannt. Getan dagegen hat sie – fast – nichts.

Weiterlesen bei Meinungsterror …

Waffen – Eine Differenzierung

Waffen sind Waffen sind Waffen – oder?
Waffen sind nur zum töten da – oder?

Das ist zumindest die „Argumentation“ von Leuten, die sich damit nicht auskennen. Weder wird nach Verwendungszweck der Waffen gefragt, noch werden die Motive von Waffenbesitzern mit in die Rechnung genommen.

Dabei wäre es so einfach.:

  • Kriegswaffen
  • Behördenwaffen
  • Sportwaffen
  • Sammlerwaffen
  • Jagdwaffen
  • Waffen für Selbstschutz und Verteidigung

Das alles wird von un-informierten Leuten und vor allem von Waffengegnern in einen Topf geworfen. „Waffen töten und sie sind nur dazu bestimmt Leid und Tod zu verbreiten“ – so der Tenor der extremen Pazifisten, Idealisten und Ideologen.

Sehen wir uns das mal genauer an, wobei wir illegale Waffen außen vor lassen:

Waffensammler
Sammler sammeln Waffen. Aus historischen Gründen oder zur Dokumentation von Zeit- und Technikgeschichte, aus ästhetischen Gründen, oder schlicht aus der Freude am sammeln. Denn niemand wird abstreiten können, dass die Menschheit , die „Krone der Schöpfung“ (O RLY?), ohne ihre Waffen noch immer auf den Bäumen säße und sich gegenseitig das Fell lausen würde.

Werden diese Waffen zum töten verwendet? Nein – natürlich nicht. Möglicherweise wurden sie einmal dazu verwendet, aber jetzt sind sie nur noch Sammlerstücke in einer Vitrine. Dokumente einer guten oder schlechten alten Zeit. Geschossen wird damit so gut wie nie.

Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Sammlerwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Null.
Unfälle? Null.

Jäger
Jäger benötigen ihre Waffen zur Ausübung ihres Handwerks. Die Natur reguliert sich nicht von selbst (auch unter „natürlichen Bedingungen“ kommt es vor, daß Raubtiere ihre Beute komplett ausrotten – dafür gibt’s längst wissenschaftliche Belege). Wir haben keine großen Raubtiere mehr in Europa, die den Wildbestand natürlich regulieren. Europa ist auch so dicht bevölkert, daß für große Raubtiere schlichtweg kaum Platz ist. Und wer will sich schon nachts in seiner Wohnung verbarrikadieren müssen, weil die Straße den Bären gehört, wie in Rumänien?

Die Natur ist teils durch vergangenen Raubbau und Misswirtschaft, sowie heute durch moderne Anbaumethoden derart aus den Fugen geraten, daß der Mensch regulieren muss – ob er will oder nicht. Wird abgeschossen, dann heißt es: „das arme Bambi“, wird aber nicht abgeschossen, dann vermehren sich die „Bambis“ und andere Tiere innerhalb weniger Jahre derart stark, dass sie die Äcker kahlfressen. Über die mittel- und langfristigen Konsequenzen wird vor lauter Mitleid gar nicht nachgedacht. Dann haben nämlich Tierschützer und Vegetarier auch nichts mehr zu essen. Den Fanatikern von PETA könnte das nur recht sein.

Gejagt und geschossen wird täglich – zehntausendfach.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Jagdwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Extrem selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Extrem selten.

Sportschützen
Manche Sportler benötigen ein Sportgerät. Beim Schützen sind das Gewehre, Pistolen, Bögen, Armbrüste, gelegentlich sogar Kanonen. Sportschießen ist die viertgrößte Breitensportart in Deutschland. Berichtet wird darüber selten. Eine der wenigen Ausnahmen ist Biathlon, wo auch immer noch mit scharfen Waffen geschossen wird. Komischerweise stört sich da ein Großteil der Bevölkerung nicht dran. Die vielen Regional-, Landes-, Europa- und Weltmeisterschaften in den erstaunlich vielfältigen Schießsportdisziplinen wird in den meisten Medien weitgehend totgeschwiegen.

Schießsport kann als Hobby oder als Hochleistungssport betrieben werden. Es ist eine der sichersten Sportarten Deutschlands. Verletzungen oder gar Todesfälle sind extrem selten. Schießsport stärkt Konzentration und Kraft, erfordert Disziplin und soziales Verhalten.

Sportlich geschossen wird täglich – viele hunderttausend Schuss pro Tag!
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Sportwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Extrem selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Sehr selten.

Behördenwaffen

Polizisten brauchen Waffen zum Selbstschutz. Sie müssen sich (und gegebenenfalls Bürger) gegen die Übergriffe von Gesetzesbrechern verteidigen.

Die Polizei schiesst nicht oft. Weder im Training (was sehr bedenklich ist) noch im Dienst.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Behördenwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Selten und meist Beziehungstaten.
Unfälle? Selten.

Selbstschutz
Waffen für Selbstschutz und Verteidigung werden in Deutschland so selten genehmigt, daß es bundesweit gerade mal 18 587 Waffenscheine gibt. Marginal.

Waffeneinsatz für den Selbstschutz ist so selten, daß es gar keine Statistiken dafür gibt.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Waffen zum Selbstschutz? Null.
Missbrauchsfälle? Nicht bekannt. Wahrscheinlich keine.
Unfälle? Nicht bekannt.

Kriegswaffen

Die Waffen des Militärs sind Zivilisten nicht zugänglich, da laut Kriegswaffenkontrollgesetz verboten. Diese Waffen haben nichts mit den legal erhältlichen Zivilwaffen zu tun. Sie befinden sich nicht in Bürgerhänden, sondern in den Händen des Militärs. Eingesetzt werden dürfen sie nur mit einem Bundestagsmandat.

Waffeneinsatz? Verhältnismäßig wenig im Training. Häufiger im Einsatz.
Gefährdung der deutschen Gesellschaft durch Militärwaffen? Null.
Missbrauchsfälle? Selten.
Unfälle? Selten.

Allerdings: Kriegswaffen werden exportiert. Der allergrößte Teil unter strengster Kontrolle. Ein kleiner Teil gelangt trotzdem in Krisengebiete und das darf nicht sein. Gleichzeitig vertickt unsere Regierung immer wieder Kriegsgerät an Diktaturen und in Regionen, die als „stabil“ deklariert werden. Da ist die Empörung der Bevölkerung mehr als verständlich. Aber – da die Kriegsgegner (und jeder vernünftige Mensch ist gegen Krieg) nicht zwischen Kriegs- und Zivilwaffen und deren Benutzern unterscheiden (können/wollen), werden die friedlichen, zivilen Waffenbesitzer mit der Rüstungslobby und dem Militär in einen Topf geworfen.

Fazit:
Wirft man einen Blick auf die aktuelle Todesartenstatistik des Statistischen Bundesamtes, so besteht keinerlei Grund zur Sorge. Fast jede andere Todesart ist wahrscheinlicher, als durch eine Schusswaffe um’s Leben zu kommen.

Waffenbesitz ist in Deutschland gut reguliert (man kann auch problemlos feststellen: sinnlos überreguliert). Die Zivilwaffenbesitzer haben mit der „Rüstungslobby“ nicht das geringste zu tun.

Wo liegt jetzt eigentlich das Problem?

  • Bei der hysterischen, emotionalen Berichterstattung, wenn einer der sehr seltenen Mißbrauchsfälle geschieht? Eine Berichterstattung, die Taten mit illegalen Waffen weitgehend ignoriert, aber richtig aufdreht, wenn einmal etwas mit einer legalen Waffe passiert? Eine Berichterstattung die Waffenbesitzer seit Jahren stigmatisiert, obwohl jede Statistik belegt, daß es da nichts zu stigmatisieren gibt?
  • An den Politikern (allen voran den Grünen), die keine Ahnung von dem Pazifismus haben, den sie selbst predigen, der aber überhaupt nichts mit den Waffenbesitzern zu tun hat, da die allermeisten von ihnen friedliebende und gesetzestreue Bürger sind? Politiker, die in fernen Ländern von unseren Soldaten Kriege führen lassen und Waffen an Diktaturen und in instabile Regionen verkaufen? Politiker, die inkompetent und ignorant – dafür aber großherrlich – bestimmen, was als richtig und was als falsch zu gelten hat?
  • An den Bürgern, die sich kritiklos von der Propaganda der Medien und der Politik beeinflussen lassen, ohne mal selbst nachzudenken, oder sich gründlich zu informieren?

Es gibt einen gravierenden Unterschied zwischen abstrakter Gefährdung und realer Gefährdung.

Die abstrakte Gefährdung bei Feuerwaffen wird gerne als hoch bewertet (auf welcher Grundlage eigentlich?), emotional gesehen scheint sie inakzeptabel hoch zu sein. Praktisch gesehen, passiert so wenig, dass man sich wundert, wieso angesichts der hohen Verbreitungszahlen von Feuerwaffen in Deutschland (5,5 Mio. legal, 20-40 Mio. illegal), die Missbrauchsrate derart niedrig ausfällt. Weit niedriger, als der Laie eigentlich erwarten würde. Wird wohl daran liegen, daß wir eine sehr friedliebende Zivilgesellschaft sind und kein „failed State“.

Todesursache Schusswaffe

Die Waffengegner stehen drauf: Todesursache Schusswaffe – die schlimmste Todesursache überhaupt! Daß das einer krankhaften/wahnhaften Fixierung entspringt, macht die Sache auch nicht wahrer. Jede offizielle Statistik belegt, daß der „Tod durch Schusswaffe“ in Deutschland eine der seltensten Todesursachen überhaupt ist. Angesichts von rund 5,4 Millionen legalen Waffen und mindestens 20 Millionen illegalen Waffen (Schätzungen der Behörden gehen sogar von 30-40 Millionen Waffen aus) eine recht überraschende Erkenntnis.

Am Donnerstag den 17.12.2013 veröffentlichte das Statistische Bundesamt die aktuelle Todesursachenstatistik für 2012 (Link: Todesursachenstatistik). Die Daten sind wie immer etwas unübersichtlich aufbereitet und natürlich auch nicht nach legalen und illegalen Waffen aufgeschlüsselt (obwohl die Zahlen dazu erfasst werden).

Immerhin kann man sich die „Sterbefälle nach äußeren Ursachen und ihre Folgen“ (Bereich Schusswaffen) anzeigen lassen.

IDC-10 / X47 (Vorsätzliche Selbstbeschädigung durch Schusswaffen) 2012
Insgesamt 423 Fälle. Für die Waffenlobby uninteressant, da Suizid weitestgehend unabhängig von der Verfügbarkeit von Schusswaffen ist. Auch ist nicht aufgeschlüsselt, ob die Waffen legal oder illegal waren. Es gibt zwar eine Studie, die behauptet, daß die Verfügbarkeit von Schußwaffen die Suizidrate erhöht. Allerdings ist die Methodik dieser Studie sehr zweifelhaft und angreifbar. Die Studie basiert u.a. weitgehend auf Vermutungen. Eine neuere Studie belegt, daß eine hohe Verfügbarkeit von Schußwaffen sich nicht auf die Suizidzahlen auswirkt.

IDC-10 / W33 (Unfall durch Gewehr/Schrotflinte)
2 Fälle

IDC-10 / W34 (Unfall durch nicht näher bezeichnete Schusswaffe)
3 Fälle

IDC-10 / X94 (Vorsätzlicher Angriff durch Gewehr oder Schrotflinte)
6 Fälle. Beziehungstaten sind ebenfalls unabhängig von der Verfügbarkeit von Schusswaffen. Langwaffen werden eher selten verwendet.

IDC-10 / X95 (Vorsätzlicher Angriff mit nicht näher bezeichneter Schusswaffe) Also meist Kurzwaffen.
35 Fälle. Auch hier wird wieder nicht zwischen legalen und illegalen Waffen unterschieden. Man kann davon ausgehen, dass erfahrungsgemäß die allermeisten Fälle mit illegalen Waffen begangen wurden.

IDC-10 / Y23 (Schuß aus Gewehr oder Schrotflinte, unbekannte Umstände)
6 Fälle

IDC-10 / Y24 (Schuß aus sonstiger oder nicht näher bezeichneter Feuerwaffe)
36 Fälle – davon Y35.0 durch Polizeieinsätze: 4 Fälle. Nette Bezeichnung haben die dafür: „Gesetzliche Maßnahme unter Einsatz von Feuerwaffen“.

Das alles müsste man mal mit der Polizeilichen Kriminalstatistik von 2012 gegenrechnen. Außerdem sollte das besser ein Statistiker machen, der sich mit den Fallstricken dieses Faches auskennt.

Wenn man diese Zahlen mit den anderen verfügbaren Zahlen „nicht-natürlicher-Todesarten“ vergleicht, dann liegen die Schusswaffen wie immer im hinteren Teil der Statistik.

Jedenfalls belegen die Zahlen wieder mal eindeutig, daß vom Waffenbesitz keine signifikante Gefahr für die Gesellschaft ausgeht. Egal, ob durch legale oder illegale Waffen – jede Forderung nach Verschärfung des Waffenrechtes entspringt persönlichen Ängsten, einer erschreckenden Uninformiertheit oder seltsamen Ideologien.

Die Bürgersprechstunde

Jeder Politiker, ob Lokal-, Regional- oder Bundesabgeordneter, hält in seinem Wahlkreis regelmäßig Bürgersprechstunden ab. Dort können Bürger in persönlichen Gesprächen mit „ihrem“ Abgeordneten (auch wenn Sie ihn nicht gewählt haben, ist er trotzdem Ihr Vertreter im Parlament), ihre Wünsche, Erwartungen, Sorgen und Ängste bezüglich politischer Themen loswerden.

Jeder Bürger kann und sollte diese Möglichkeit nutzen, um seinem Abgeordneten mal tief in die Augen zu schauen und sein Anliegen vorzutragen.

Ich nutze diese Möglichkeit gerne, um meinen Standpunkt bezüglich des Waffenrechtes in Deutschland klar zu machen und den Politiker/die Politikerin mit sauberen, belegbaren Fakten zu versorgen. Die Bürgersprechstunde weiterlesen

Rhetorische Tricks und Manipulationen

Jeder Mensch manipuliert. Das geht gar nicht anders, denn jede Form von Kommunikation ist auch Manipulation (Beeinflussung des Gegenübers). Diese Tatsache an sich ist wertneutral. Es kommt auf die Inhalte an, besonders, wenn es um Meinungen versus Tatsachen geht. Nun gibt es aber von Seiten der „selbstgerechten“ Fraktion viele rhetorische Tricks, mit denen Inhalte einfach negiert werden. Da wird dann gerne mit „Neusprech“ und mit subtilen oder offensichtlichen Verdrehungen gearbeitet.

Jemand, der geradeheraus ist und nicht in Spaghettibahnen denkt, hat gegen solche „Pseudo-Argumente“ kaum eine Chance. Hier ein Leitfaden, wie so etwas funktioniert. Anhand dessen kann man entsprechende Verteidigungsstrategien entwickeln.

http://derailingfueranfaenger.wordpress.com

(„derailing“ ist ein englischer Begriff. Er bedeutet, jemanden entgleisen zu lassen, ihn auf Nebenschauplätze zu locken oder sonstwie aus der Spur zu bringen.)

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